← Zurück zu den Nachrichten

Deutsche Bierproduktion fällt unter 80 Millionen Hektoliter – Brauereien schließen

Die deutsche Bierproduktion sank 2025 um 5,6 % auf 79,24 Millionen Hektoliter und damit erstmals unter 80 Millionen. Paulaner wuchs als einzige große deutsche Brauereigruppe, während sinkender Konsum und höhere Kosten weitere Betriebe zur Aufgabe zwangen.

Deutsche Bierproduktion fällt unter 80 Millionen Hektoliter – Brauereien schließen

Deutscher Ausstoß fällt unter 80 Millionen Hektoliter

Die deutsche Brauwirtschaft ist 2025 noch stärker geschrumpft. Laut dem von come-on.de zitierten aktuellen BarthHaas-Bericht sank der Bierausstoß um rund 5,6 % auf 79,24 Millionen Hektoliter. Damit wurde die Marke von 80 Millionen Hektolitern erstmals unterschritten. Berichtsautor Heinrich Meier erklärte, die Branche verzeichne Verluste in einer Größenordnung, mit der sie nicht gerechnet habe.

Der Rückgang fiel deutlich stärker aus als weltweit. Die globale Bierproduktion sank 2025 um 0,7 % auf rund 1,896 Milliarden Hektoliter. In der Europäischen Union ging der Ausstoß um 3,1 % auf etwa 333,6 Millionen Hektoliter zurück, wobei das schwache deutsche Ergebnis die regionale Bilanz belastete. Deutschland blieb dennoch der sechstgrößte Bierproduzent der Welt hinter China, den USA, Brasilien, Mexiko und Russland.

Paulaner wird neue Nummer zwei in Deutschland

Paulaner war in der Flaute die einzige große deutsche Brauereigruppe mit Wachstum. Das Münchner Unternehmen überholte die TCB Beteiligungsgesellschaft und rückte auf Platz zwei vor. An der Spitze blieb die Radeberger Gruppe mit einem Ausstoß von 9,95 Millionen Hektolitern. Paulaner produzierte 7,59 Millionen Hektoliter und belegte Rang 29 der weltweiten Top 40, während TCB mit 7,20 Millionen Hektolitern auf Platz 30 folgte.

Hinter den drei führenden Gruppen folgen auf dem deutschen Markt Oettinger, Krombacher und die Bitburger Braugruppe. Bei Oettinger steht erneut ein Führungswechsel an: Thilo Pomykala verlässt das Unternehmen nur wenige Monate nach seinem Amtsantritt als Geschäftsführer im April. Als Grund nannte die Brauerei unterschiedliche Auffassungen über die weitere strategische Ausrichtung. Sein Vorgänger Stefan Blaschak hatte den schrumpfenden Betrieb etwa drei Jahre geführt. Oettinger, von 2004 bis 2013 Deutschlands meistverkaufte Biermarke, arbeitet bereits an einer Nachfolgelösung.

Kleinere Brauereien geraten unter Insolvenzdruck

Für kleinere Traditionsbetriebe hat die Marktschwäche schwerere Folgen. Innerhalb von zehn Tagen meldeten im Juni 2026 drei Brauereien Insolvenz an: die 1308 gegründete Aktienbrauerei Kaufbeuren mit 84 Beschäftigten, die Schussenrieder Brauerei Ott mit rund 40 Mitarbeitern und das seit 1627 in Braunschweig produzierende Hofbrauhaus Wolters. Die Wolters-Insolvenz zog auch die Colbitzer Brauerei in Niedersachsen mit sich. Die 1679 gegründete Mannheimer Traditionsbrauerei Eichbaum stellte nach gescheiterten Rettungsversuchen den Betrieb ein.

Nach Angaben des Deutschen Brauer-Bundes mussten in den sechs Jahren bis April 2026 insgesamt 137 Brauereien aufgeben. Die Branche nennt den sinkenden Bierkonsum sowie höhere Kosten für Energie, Rohstoffe und Löhne, die sich nur schwer an den Handel weitergeben lassen. BarthHaas-Geschäftsführer Thomas Raiser erklärte, der Konsum stagniere oder sinke in vielen traditionellen Märkten, während alkoholfreie und alkoholreduzierte Getränke an Bedeutung gewännen. BarthHaas erwartet eine weitgehend stabile, tendenziell aber etwas niedrigere Produktion, da Zuwächse in Afrika, Asien, Mittel- und Südamerika durch Rückgänge in Europa und Nordamerika ausgeglichen werden.

Vollständige Marktanalyse

Wir verwenden Cookies, um Ihr Surferlebnis zu verbessern, personalisierte Inhalte bereitzustellen und unseren Traffic zu analysieren. Durch Klicken auf "Alle akzeptieren" stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Sie können Ihre Einstellungen verwalten oder mehr erfahren in unserer Datenschutzrichtlinie.