Coricelli überbietet Dcoop mit 500-Millionen-Euro-Offerte für Deoleo
Der italienische Produzent Coricelli bietet 500 Millionen Euro für Deoleo und übertrifft damit die 460-Millionen-Euro-Offerte der spanischen Dcoop. Die Übernahme würde dem Käufer wichtige Olivenölmarken und eine stärkere Stellung in Märkten wie den USA sichern.
Italienisches Angebot liegt vorn
Der italienische Olivenölproduzent Coricelli hat 500 Millionen Euro für Deoleo geboten und damit die 460-Millionen-Euro-Offerte der spanischen Dcoop übertroffen. Das Angebot wurde über die spanische Holding Farmers Elite Global eingereicht, wie aus Beschreibungen der Berichte zum Bieterverfahren hervorgeht.
Deoleo gehört zu den führenden Anbietern von abgefülltem Olivenöl und kontrolliert international bekannte Marken wie Carbonell und Bertolli. In einem weiteren Bericht wird auch Carapelli als Konzernmarke genannt. Bei der Transaktion geht es deshalb um mehr als Kapazitäten: Der Käufer erhielte etablierte Marken, Vertriebsbeziehungen und gewachsene Positionen im Einzelhandel.
Nach Angaben von LaSexta will der Deoleo-Eigentümer, ein Fonds, den Verkauf im September abschließen. Damit bleibt konkurrierenden Bietern wenig Zeit für ein höheres Angebot. Auch spanische Behörden und Branchenvertreter müssen rasch entscheiden, ob sie sich für einen Verbleib unter spanischer Kontrolle einsetzen.
Spaniens Produktionsstärke trifft Italiens Markenprämie
Der Wettstreit macht die unterschiedlichen Stärken beider Olivenölnationen sichtbar. Spanien ist der größte Produzent und Exporteur, während Italien Marken aufgebaut hat, die im Ausland höhere Preise erzielen. Laut LaSexta wird Öl italienischer Marken international 20% teurer verkauft.
Der Präsident von Dcoop hat diesen Preisvorteil nach Angaben von LaSexta eingeräumt. Dcoop gilt als größte spanische Olivenölproduzentengruppe und als weltweit größte Erzeugergruppe der Branche. Eine Übernahme von Deoleo würde eine große Rohstoffbasis mit einem Portfolio abgefüllter Marken verbinden. Ein größerer Teil der Erträge aus Markenführung und Auslandsabsatz könnte so bei spanischen Produzenten bleiben.
Coricellis höheres Gebot steht für das Gegenmodell: italienisch gestützte Kontrolle über einen spanischen Markenkonzern mit starker internationaler Präsenz. Coricelli könnte seine Reichweite sofort vergrößern und auf bekannte Verbrauchermarken zugreifen, statt über Jahre vergleichbare Positionen aufzubauen.
Auslandsmärkte bestimmen den Wert
Die Kontrolle über Deoleo wäre besonders in großen Auslandsmärkten bedeutsam. LaSexta hebt die USA als einen der entscheidenden Märkte hervor. Der Käufer bekäme Marken, die Verbraucher und Händler bereits kennen. In dieser Kategorie beeinflussen Herkunft, Ansehen und Verpackung den Preis, der mit dem zugrunde liegenden Öl erzielt werden kann.
Das Bieterverfahren legt zudem ein langfristiges Ungleichgewicht in der Wertschöpfungskette offen. Spanien dominiert die Mengenerzeugung und den Export von losem Öl, italienische Unternehmen erzielen über ihre Marken jedoch erfolgreicher Preisaufschläge. Deoleo verbindet beide Fähigkeiten: Seine Marken machen aus großen Ölmengen abgefüllte Produkte für den internationalen Einzelhandel.
Möglicher Widerstand in Spanien
Eine italienische Kontrolle könnte in Spanien auf politischen und unternehmerischen Widerstand stoßen. Ein Bericht besagt, Madrid erwäge einen Schutz gegen die Übernahme, nennt jedoch keine Einzelheiten. Jede Intervention müsste mit dem geplanten Abschluss im September und Coricellis Vorsprung von 40 Millionen Euro gegenüber Dcoop in Einklang gebracht werden.
Entscheidend ist nun, ob Dcoop nachbessert oder ein anderer spanisch gestützter Bieter einsteigt. Bleibt Coricelli Höchstbietender, entscheidet der Verkauf über die Kontrolle einiger der bekanntesten Branchenmarken und deren Verbindung zur spanischen Produktionsbasis. Das Ergebnis betrifft Erzeuger, Verarbeiter, Händler und Einzelhändler, die um die Marge zwischen losem Öl und höherpreisiger Markenware konkurrieren.