China öffnet seinen Markt für russisches Senfmehl und Tafelsenf
Die russische Aufsichtsbehörde Rosselkhoznadzor teilt mit, die chinesische Seite habe die Möglichkeit von Lieferungen russischen Senfmehls und Tafelsenfs nach China bestätigt. Der Zugang gilt betriebsweise: Exporteure müssen sich im chinesischen System CIFER unter Kategorie 11, pflanzliche Gewürze, registrieren und eine chinesische Registriernummer erhalten. Erzeuger in der Region Primorje an der Grenze zu China sind am nächsten dran.
Russische Hersteller von Senfmehl und Tafelsenf haben das Recht erhalten, den chinesischen Markt zu beliefern, teilte die föderale Veterinär- und Pflanzenschutzbehörde Rosselkhoznadzor mit. Wie Interfax am 17. September berichtete, hat die chinesische Seite die Behörde über die Möglichkeit solcher Lieferungen informiert.
Die Öffnung betrifft Verarbeitungserzeugnisse und nicht Senfsaat: gemahlenes Senfmehl und verzehrfertigen Tafelsenf. Kommersant berichtet, dass der Zugang praktisch nicht dem Land als Ganzem gewährt wird — jeder russische Betrieb muss einen eigenen Antrag stellen, bevor er liefern darf.
Die Registrierung in CIFER ist die entscheidende Hürde
Exporteure müssen in CIFER erfasst sein, dem Registrierungssystem der Allgemeinen Zollverwaltung Chinas. Die Rosselkhoznadzor-Verwaltung für die Region Primorje, zitiert von der Wladiwostoker Ausgabe des Moskowski Komsomolez, präzisierte, dass Senferzeugnisse unter Kategorie 11, pflanzliche Gewürze, angemeldet werden.
Das von der Behörde beschriebene und von Interfax und Rambler wiedergegebene Verfahren verläuft so:
- der Betrieb stellt einen Antrag bei Rosselkhoznadzor als zuständiger Behörde über deren Regionalverwaltung;
- die Fachleute der Behörde füllen anhand der Unterlagen und Angaben des Unternehmens eine Fragebogen-Checkliste und eine Konformitätserklärung aus;
- die Unterlagen gehen an die Allgemeine Zollverwaltung Chinas;
- nach Abschluss der Registrierung erhält der Betrieb eine chinesische Registriernummer, die zum Export von Senfmehl und Tafelsenf berechtigt.
Mengen, Zollkonditionen, eine Übergangsfrist oder ein Termin für die ersten Lieferungen wurden in den Mitteilungen nicht genannt. Auch eine Obergrenze für die Zahl registrierungsfähiger Betriebe wurde nicht angegeben.
Primorje will als Erstes liefern
Der regionale Teil der Meldung ist der konkreteste. Die Rosselkhoznadzor-Verwaltung für die Region Primorje erklärte, örtliche Hersteller von Senfmehl und Tafelsenf hätten nun einen Weg auf den chinesischen Markt, und die ausländischen Partner hätten ihre Bereitschaft bestätigt, diese Ware aus Russland abzunehmen.
Die Region grenzt unmittelbar an China, und die Logistik über die örtlichen Häfen und Grenzübergänge erlaubt eine schnelle Zustellung, so dieselbe Quelle. Für eine Würzmittelkategorie, bei der die Transportkosten stark gegen den Warenwert wiegen, zählt diese Nähe mehr als bei Massengütern.
Eine weitere Position auf der russisch-chinesischen Agrarliste
Die Senfentscheidung reiht sich in eine Serie ähnlicher Öffnungen ein. Die Zeitung Wsgljad, zitiert von Rambler, berichtete, Rosselkhoznadzor habe tags zuvor die Bedingungen für Lieferungen lebender Rentiere nach China abgestimmt. Im August steigerten russische Lieferanten ihre Getreideexporte nach China wertmäßig um 47 %. Im Frühjahr vereinbarten Moskau und Peking, den gegenseitigen Handel mit Fleischerzeugnissen auszuweiten.
Rambler gibt unter Berufung auf RIA Nowosti den Wortlaut der Behörde wieder: Die chinesische Seite habe über die Möglichkeit des Exports von Senfmehl und Tafelsenf aus Russland nach China informiert. Rosselkhoznadzor betonte, die Bestätigung sei von chinesischer Seite selbst gekommen.
Was die Hersteller noch klären müssen
Für die kommerzielle Planung bleiben offene Punkte. Die Dauer der Registrierung bei der Allgemeinen Zollverwaltung Chinas wurde nicht genannt, sie entscheidet aber darüber, wann die ersten Container rollen. Auch Anforderungen an Kennzeichnung, Zusammensetzung und Haltbarkeit von Tafelsenf auf dem chinesischen Markt blieben in den Mitteilungen offen.
Geklärt ist der rechtliche Kanal. Ein russischer Betrieb, der die Registrierung abschließt, erhält eine Nummer, die zur Lieferung berechtigt, und die Anmeldekategorie — pflanzliche Gewürze — steht fest. Alles Weitere ist eine kaufmännische Frage: ob chinesische Käufer das Produkt nehmen, zu welchem Preis und in welchen Gebindegrößen.