Britische Veterinaerauflagen stoppen griechische Exporte von tiefgekuehltem Gyros
Griechische Fleischprodukte kommen wegen der nach einem Maul- und Klauenseuche-Fall verhaengten Auflagen weiterhin nicht nach Grossbritannien. Betroffen ist auch rohes tiefgekuehltes Gyros: Ein grosses griechisches Unternehmen beziffert seine Verluste binnen sechs Monaten auf 2 bis 2,5 Millionen Euro, rund 90 Prozent davon entfallen auf den britischen Markt. 2025 gingen Fleischwaren im Wert von etwa 27 Millionen Euro nach Grossbritannien.
Die Exporte griechischer Fleischprodukte nach Grossbritannien bleiben wegen der Auflagen eingefroren, die nach dem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in Griechenland verhaengt wurden. Betroffen sind auch Hersteller von Fleischzubereitungen in der Region Larissa, wie das regionale Portal onlarissa.gr am 29. September berichtete.
Welche Produkte betroffen sind
Die britischen Behoerden halten die Einfuhrbeschraenkungen fuer frisches und tiefgekuehltes Fleisch sowie fuer bestimmte Erzeugnisse aufrecht, die nicht die vorgeschriebene Hitzebehandlung durchlaufen haben. In diese zweite Kategorie faellt rohes tiefgekuehltes Gyros, ein Produkt mit starker Stellung in der griechischen Lebensmittelindustrie und stabiler Nachfrage auf dem britischen Markt.
Da die Massnahmen an der Hitzebehandlung ansetzen, liegen ausreichend erhitzte Erzeugnisse ausserhalb ihres Geltungsbereichs. Den Exporteuren bleibt damit technisch nur der Weg, die Spezifikation des Produkts selbst zu aendern, und das ist nicht mehr die Ware, die britische Imbissbetriebe und Gastronomieeinkaeufer bestellen.
Nach einem Bericht von Capital, auf den sich onlarissa.gr beruft, darf selbst Gyros, das in Larissa aus Fleisch europaeischer Herkunft hergestellt wird, nicht nach Grossbritannien geliefert werden, solange das Endprodukt unter die geltenden Kategorien faellt. Die Herkunft des Rohstoffs aendert daran nichts, massgeblich sind die Produktkategorie und die fehlende Hitzebehandlung.
Wo das Risiko liegt
In der Praefektur Larissa arbeiten Produktions- und Verarbeitungsbetriebe fuer Fleischwaren mit Exportgeschaeft. Die Unternehmen dort stellen Gyros, Souvlaki, Frikadellen und weitere Fleischzubereitungen her und beliefern sowohl den griechischen Markt als auch das Ausland. Die Auflagen erhoehen den Druck auf eine Branche, die stark vom Export und vom stabilen Zugang zu europaeischen Maerkten abhaengt. Getroffen wird dabei eine einzelne Produktlinie und nicht ein ganzes Werk, was eine kurzfristige Umstellung der Kapazitaeten erschwert.
Das Ausmass zeigt sich bereits in den Zahlen der Unternehmen. Ein grosses griechisches Unternehmen des Segments beziffert seine Verluste innerhalb von sechs Monaten auf 2 bis 2,5 Millionen Euro, wobei rund 90 Prozent der Auswirkung auf den britischen Markt entfallen.
Die Zahlen des britischen Absatzkanals
Grossbritannien ist ein wichtiges Ziel fuer griechische Fleischwaren. 2025 erreichten die griechischen Ausfuhren von Fleisch und Fleischzubereitungen 280,6 Millionen Euro, davon gingen Waren im Wert von rund 27 Millionen Euro in das Vereinigte Koenigreich, knapp ein Zehntel der Gesamtsumme.
- Griechische Exporte von Fleisch und Fleischzubereitungen 2025: 280,6 Millionen Euro
- Lieferungen in das Vereinigte Koenigreich: rund 27 Millionen Euro
- Verluste eines grossen griechischen Unternehmens binnen sechs Monaten: 2 bis 2,5 Millionen Euro
- Anteil dieser Verluste mit Bezug zu Grossbritannien: etwa 90 Prozent
Branche fordert Regionalisierung
Am meisten Widerspruch loest in der Branche aus, dass die Auflagen fuer ganz Griechenland gelten, obwohl der ausloesende Maul- und Klauenseuche-Fall auf Lesbos festgestellt wurde. Unternehmen und Branchenvertreter fordern von den britischen Behoerden die sogenannte Regionalisierung, damit die Verbote nur Gebiete mit registrierten Faellen erfassen und nicht Produktionsstaetten in anderen Landesteilen.
Das Ministerium fuer laendliche Entwicklung hat die entsprechenden Daten bereits zusammengetragen, um das Anliegen ueber das Aussenministerium an die britische Seite heranzutragen. Ein Zeitplan fuer eine britische Entscheidung wurde nicht genannt.
Fuer die Hersteller in Larissa ist der Ausgang unmittelbar relevant. Jede Aenderung des Status der Beschraenkungen wirkt sich auf den Zugang griechischer Produkte zu einem der wichtigsten Maerkte Europas aus und entscheidet darueber, ob die verlorenen Mengen zurueckkehren oder anderswo untergebracht werden muessen.
Vollständige Marktanalyse