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Australien und Neuseeland erwägen Pflichtkennzeichnung, die spanisches Olivenöl treffen könnte

Australien und Neuseeland wollen das Health Star Rating für verpackte Lebensmittel verpflichtend machen; Branche und EU fürchten Nachteile für Olivenöl und Tafeloliven. Australien ist der siebtgrößte Abnehmer spanischen Olivenöls und bezog 2024-2025 72% aus Spanien. Ein griechischer Europaabgeordneter fragt, ob die Maßnahme gegen WTO-Regeln verstößt.

Australien und Neuseeland erwägen Pflichtkennzeichnung, die spanisches Olivenöl treffen könnte

Australien und Neuseeland prüfen Pflichtkennzeichnung, die spanisches Olivenöl treffen könnte

Eine Kennzeichnungsreform, die Australien und Neuseeland prüfen, könnte laut HuffPost España zum nächsten Hindernis für spanisches Olivenöl und Tafeloliven werden. Die Behörden beider Länder arbeiten daran, das System Health Star Rating (HSR) für verpackte Lebensmittel verpflichtend zu machen – eine Änderung, von der die Branche und die Europäische Union fürchten, dass sie ein zentrales Produkt der mediterranen Ernährung benachteiligt.

Ein strategischer und schnell wachsender Markt

Es steht viel auf dem Spiel, denn Australien ist der siebtgrößte Importeur von spanischem Olivenöl. Spanien lieferte 72% des Olivenöls, das das Land in der Kampagne 2024-2025 kaufte – ein Markt mit stetig steigender Nachfrage. Der australische Verbrauch von nativem Olivenöl extra stieg in dieser Saison laut dem Internationalen Olivenrat um 46% gegenüber dem Vorjahr. HuffPost España weist darauf hin, dass dieselbe Kennzeichnungsänderung auch in Neuseeland gelten würde.

Der Vorschlag zum Health Star Rating

Das Health Star Rating gibt es seit 2014, war aber stets freiwillig. In diesem Jahr einigten sich die Ernährungsminister beider Länder darauf, den Prozess zur verpflichtenden Einführung zu starten. Die binationale Lebensmittelbehörde von Australien und Neuseeland hat den Vorschlag P1067 zur öffentlichen Konsultation gestellt, der die Sternebewertung für alle verpackten Lebensmittel vorschreiben soll.

Kritiker vergleichen das System mit dem in Spanien verwendeten Nutri-Score. Die Sorge: Der zugrunde liegende Algorithmus gewichtet einzelne Nährwertindikatoren übermäßig und bildet den Gesamtwert eines Produkts nicht ab, was Verbraucher zu falschen Schlüssen führt und Handelsverzerrungen zulasten hochwertiger europäischer Produkte schafft.

Brüssel prüft ein Handelshemmnis

Die Sorge hat die Europäische Union erreicht. Der griechische sozialdemokratische Europaabgeordnete Yannis Maniatis hat eine Anfrage an die Europäische Kommission gerichtet, ob das Bewertungssystem ein Handelshemmnis darstellt. Er argumentiert, der Algorithmus berücksichtige weder die natürlichen bioaktiven Bestandteile von Olivenöl und Tafeloliven noch die wissenschaftlich belegten Vorteile ihres moderaten Verzehrs. Beide sind zentrale Bestandteile der von der UNESCO anerkannten mediterranen Ernährung.

Maniatis fragte die Kommission, ob sie die Auswirkungen des australisch-neuseeländischen Vorschlags auf die europäischen Ausfuhren von Olivenöl und Tafeloliven prüfen werde, ob die Maßnahme mit dem Abkommen der Welthandelsorganisation über Handelshemmnisse vereinbar sei und ob Brüssel das Thema im Dialog mit Australien ansprechen werde.

Der Vorschlag kommt für die spanische Branche zu einem heiklen Zeitpunkt. HuffPost España erinnert daran, dass Donald Trump wiederholt einen Handelsbruch mit Spanien gefordert hat, während der Verband der spanischen Olivenölindustrie (Asoliva) ein jüngstes Urteil des US-Supreme-Court gegen die Zölle Washingtons begrüßte. Da sich diese Front etwas beruhigt, richtet sich die Aufmerksamkeit nun auf den Pazifik.

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