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Algerien und Katar treiben Baladna-Projekt für Säuglingsnahrung voran

Algeriens Industrieministerium hat die staatliche Unterstützung für das algerisch-katarische Baladna-Projekt zur Herstellung von Säuglingsmilchnahrung bekräftigt und mit einer Delegation von Power International Holding den Stand der Verfahren geprüft. Parallel unterzeichnete die staatliche Molkereigruppe Giplait eine Absichtserklärung mit dem belarussischen Unternehmen Bellakt. Beide Vorhaben zielen auf die hohe Importabhängigkeit des Landes.

Algerien und Katar treiben Baladna-Projekt für Säuglingsnahrung voran

Algeriens Industrieministerium hat die staatliche Unterstützung für das Projekt Baladna Algérie zur Herstellung von Säuglingsmilchnahrung bekräftigt. Das Vorhaben mit katarischen Investoren soll einen Teil der importierten Babynahrung durch heimische Produktion ersetzen. Industrieminister Farid Kourtel empfing im Ministerium eine Delegation der katarischen Power International Holding; beide Seiten prüften den Stand der Verwaltungsverfahren, die der Umsetzung noch im Weg stehen, wie Jeune Indépendant berichtet.

Katarische Delegation prüft offene Verfahren

Geleitet wurde die Delegation von Ramez Al-Khayyat, Geschäftsführer von Power International Holding. Ihr gehörten Führungskräfte der Tochtergesellschaft UCC Holding, der Verwaltungsratsvorsitzende von Baladna Algérie sowie Katars Botschafter in Algerien, Abdelaziz Ali Al-Naama, an. Anwesend waren zudem der Generaldirektor der staatlichen Gruppe Madar, Ministeriumsmitarbeiter und die Ministerin für Berufsbildung und berufliche Bildung, Nacima Arhab. Jeune Indépendant nennt als Termin den späten Dienstag, während L'Algérie Aujourd'hui das Treffen auf den Vortag datiert.

Laut einer von beiden Medien zitierten Mitteilung des Ministeriums bekräftigte Kourtel die Bereitschaft seines Ressorts, das Projekt zu begleiten und zwischen den Beteiligten zu koordinieren, damit es unter den bestmöglichen Bedingungen und auf Basis einer ausgewogenen, für beide Seiten vorteilhaften Partnerschaft verwirklicht wird. Beide Seiten vereinbarten, die Abstimmung fortzusetzen und die für einen raschen Start notwendigen Verfahren abzuschließen. El Moudjahid berichtet, der Minister habe den katarischen Investoren zugesichert, sein Ressort werde alle Hindernisse ausräumen.

Wie das Vorhaben aufgebaut ist

L'Algérie Aujourd'hui beschreibt die Struktur des Projekts: Das Werk für Säuglingsnahrung entsteht als Partnerschaft zwischen der katarischen UCC Holding, einer Tochter von Power International Holding, und der algerischen Staatsgruppe Madar, während Baladna Algérie – eine weitere Tochter derselben katarischen Gruppe – die Versorgung des Werks mit Rohmilch übernimmt.

  • UCC Holding, Teil von Power International Holding – katarischer Industriepartner
  • Madar – algerischer staatlicher Partner
  • Baladna Algérie – Rohmilchversorgung des Werks

Ein wesentlicher Teil der Gespräche betraf die Fachkräfte. Die Anwesenheit der Berufsbildungsministerin steht der Mitteilung zufolge für den Plan, spezialisierte Ausbildungsprogramme entlang der Anforderungen des Projekts aufzubauen, um qualifizierte algerische Arbeitskräfte bereitzustellen, den Bedarf an Kompetenzen und Personal zu decken und die lokale Wertschöpfung zu stärken.

Giplait und Bellakt eröffnen eine zweite Schiene

Baladna ist nicht der einzige Weg, den Algerien verfolgt. L'Algérie Aujourd'hui berichtet, die staatliche Molkereigruppe Giplait habe mit dem belarussischen Unternehmen Bellakt eine Absichtserklärung über einen Informationsaustausch unterzeichnet – als Vorstufe zu einem Gemeinschaftsunternehmen für die Produktion von Säuglingsnahrung in Algerien. Unterzeichnet wurde sie von Giplait-Generaldirektorin Samah Lahlouh und Bellakt-Generaldirektor Lupik Vitaly im Beisein von Führungskräften beider Unternehmen und einer Vertreterin des belarussischen Landwirtschaftsministeriums.

Die Absichtserklärung setzt frühere Gespräche fort. Im Februar reiste eine von Lahlouh geführte algerische Delegation nach Belarus und unterzeichnete mit Bellakt ein Kooperations- und Partnerschaftsabkommen über die Herstellung von Säuglingsnahrung in Algerien – im Beisein von Jekaterina Walerjewna Fomenok vom belarussischen Ministerium für Landwirtschaft und Ernährung sowie Tatjana Olegowna Gorkawik, erste stellvertretende Generaldirektorin von Bellakt. Dieses Abkommen ging auf Empfehlungen des algerisch-belarussischen Wirtschaftsforums im Dezember zurück, bei dem der belarussische Landwirtschafts- und Ernährungsminister eine Delegation anführte, der auch Bellakts Geschäftsführer angehörte, und die Molkerei in Rouiba besuchte.

Beide Schienen folgen demselben politischen Ziel. L'Algérie Aujourd'hui schreibt, Algerien entwickle aktiv Projekte zur lokalen Produktion von Säuglingsnahrung, um die starke Importabhängigkeit und die damit verbundene Rechnung zu verringern, und die Regierung habe sich entschieden, solche Vorhaben zu bevorzugen. Weder für das Baladna-Werk noch für das Vorhaben von Giplait und Bellakt wurden Produktionskapazität, Investitionsvolumen oder ein Starttermin genannt.

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