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Zuckerpreise steigen mit Ölpreisen, während Indien-Wetter im Fokus bleibt

Die internationalen Zucker-Futures erholten sich, weil höhere Ölpreise die Wettbewerbsfähigkeit von Ethanol verbesserten und Anleger zur Eindeckung von Short-Positionen bewegten. Bessere Monsunregen minderten die unmittelbaren Sorgen um Indiens Ernte, doch das Risiko des schwächsten Monsuns seit 11 Jahren bleibt bestehen.

Zuckerpreise steigen mit Ölpreisen, während Indien-Wetter im Fokus bleibt

Ölpreisanstieg stützt Zucker-Futures

Die internationalen Zuckerpreise schlossen am Freitag, dem 17., deutlich höher und machten einen Teil ihrer jüngsten Verluste wett. Steigende Ölpreise verbesserten die Aussichten für Ethanol und veranlassten Anleger zum Rückkauf von Kontrakten. Nach Angaben von Notícias Agrícolas schloss der Oktoberkontrakt für Rohzucker in New York bei 14,83 Cent je Pfund, 39 Punkte höher. Weißzucker zur Lieferung im Oktober stieg in London um 15,30 $ auf 469,90 $ je Tonne.

Die wichtigste Unterstützung kam vom Rohöl. WTI-Futures legten am Freitag um mehr als 4 % zu und erreichten den höchsten Stand seit etwa einem Monat. Höhere Ölpreise verbessern die Wettbewerbsfähigkeit von Ethanol gegenüber fossilen Kraftstoffen. Dadurch könnten insbesondere brasilianische Zuckerfabriken einen größeren Teil des Zuckerrohrs für Biokraftstoff statt für Kristallzucker einsetzen. Eine solche Veränderung des Produktionsmixes könnte die für den Weltmarkt verfügbare Zuckermenge verringern.

Short-Eindeckungen verstärken die Erholung

Der Ölpreisanstieg bewegte auch Anleger mit fallenden Zuckerwetten dazu, Kontrakte zurückzukaufen und ihre Positionen zu schließen. Das verstärkte die Preiserholung. Zuvor hatte der Markt stark geschwankt: Sorgen um den indischen Monsun trieben die Kontrakte auf mehrmonatige Höchststände, ehe bessere Regenfälle Gewinnmitnahmen auslösten.

Die Fondspositionierung könnte weitere Bewegungen verstärken. Laut den jüngsten von Notícias Agrícolas angeführten Commitment-of-Traders-Daten erhöhten Fonds ihre Long-Positionen in Londoner Weißzucker in der Woche bis zum 14. Juli um 716 Kontrakte. Die Netto-Long-Position erreichte mit 58.847 Kontrakten einen Rekord und damit den höchsten Stand seit Beginn der Datenreihe im Jahr 2011. Die konzentrierte Positionierung kann bei weiteren Käufen die Preise stützen, bei gleichzeitigen Gewinnmitnahmen aber auch Kursverluste beschleunigen.

Indiens Regenfälle dämpfen Angebotssorgen

Das Wetter in Indien, dem zweitgrößten Zuckerproduzenten der Welt, bleibt ein zentraler Marktfaktor. Daten des indischen Wetterdienstes zeigten, dass sich das Defizit der Monsunniederschläge bis zum 17. Juli auf 24 % unter dem historischen Durchschnitt verringerte. Ende Juni hatte es noch 42 % betragen. Die Verbesserung minderte die unmittelbaren Sorgen um die Entwicklung des Zuckerrohrs und das weltweite Zuckerangebot.

Das Risiko ist jedoch nicht verschwunden. Indiens Ministerium für Geowissenschaften warnt weiterhin, dass die Monsunzeit die schwächste seit 11 Jahren werden könnte. Die Niederschläge von Juni bis September sind für das Wachstum des Zuckerrohrs entscheidend, sodass die Ernteaussichten vom weiteren Wetterverlauf abhängen. Für Fabriken, Händler und industrielle Käufer stehen nun zwei Fragen im Vordergrund: ob teures Öl Brasiliens Rohrverwendung tatsächlich verändert und ob die Erholung der indischen Regenfälle anhält. Beide Faktoren können die Exportverfügbarkeit und die Preisvolatilität direkt beeinflussen.

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