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Zuckerpreise fallen im Sog schwächerer Rohölnotierungen

Rohzucker-Futures in New York und Weißzucker in London gaben deutlich nach, im Gleichschritt mit schwächerem Rohöl. Niedrigere Ölpreise dämpfen die Ethanolnachfrage und lenken in Brasilien mehr Zuckerrohr in die Zuckerproduktion. Weißzucker führte die Abwärtsbewegung an.

Zuckerpreise fallen im Sog schwächerer Rohölnotierungen

Zuckerpreise fallen im Sog schwächerer Rohölnotierungen

Die Weltmarktpreise für Zucker sind deutlich gesunken, belastet von der Schwäche am Rohölmarkt. Der Oktober-Kontrakt für Rohzucker in New York (world sugar #11, SBV26) verlor 0,26 Cent oder 1,72%. In London fiel der August-Kontrakt für Weißzucker (white sugar #5, SWQ26) um 15,70 oder 3,28% und führte die Abwärtsbewegung an. Beide Kontrakte schlossen im Minus, wobei der Markt für Raffinade prozentual stärker nachgab.

Warum Rohöl den Zuckermarkt bewegt

Die Verbindung zwischen beiden Märkten verläuft über Ethanol. In Brasilien, dem größten Zuckerproduzenten und -exporteur der Welt, können die Rohrmühlen ihre Ernte je nach Ertragslage entweder zu Zucker oder zu Ethanol verarbeiten. Ethanol konkurriert als Kraftstoff mit Benzin, weshalb sein Wert eng an den Rohölpreis gekoppelt ist.

Wenn Rohöl schwächer wird, sinkt der Benzinpreis an der Tankstelle, und Ethanol verliert an Attraktivität für Autofahrer und Beimischer. Damit schwindet der Anreiz, Zuckerrohr zu Ethanol zu verarbeiten. Mehr Rohr fließt in die Zuckerproduktion, das Angebot am Weltmarkt steigt und die Preise geraten unter Druck. Ein schwächerer Rohölmarkt schlägt daher meist in schwächere Zuckernotierungen um — die jüngste Sitzung folgte diesem Muster.

Roh- und Weißzucker driften auseinander

Weißzucker verlor mit 3,28% mehr als Rohzucker mit 1,72%. Die Differenz verengt die sogenannte Weißzuckerprämie — den Aufschlag von Raffinade gegenüber Rohzucker und zugleich die Marge der Raffinerien für die Verarbeitung von Roh- zu Weißzucker. Eine dünnere Prämie belastet die Verarbeitungswirtschaftlichkeit und kann Raffinerien zu geringerer Auslastung veranlassen.

  • Rohzucker New York (world sugar #11, Oktober, SBV26): −0,26 Cent bzw. 1,72%
  • Weißzucker London (white sugar #5, August, SWQ26): −15,70 bzw. 3,28%
  • Haupttreiber: Schwäche am Rohölmarkt, übertragen über die Ethanolnachfrage

Folgen für die Handelsströme

Für Importeure und industrielle Abnehmer — von Getränkeherstellern bis zu Süßwarenproduzenten — bedeuten fallende Notierungen günstigere Einkäufe und niedrigere Vorleistungskosten. Für Exporteure, allen voran brasilianische Erzeuger, drücken schwächere Preise den Erlös je Tonne, doch die Verlagerung von Ethanol zu Zucker hält die Exportmengen reichlich und stützt die Rohzuckerlieferungen an Raffinerien in den Importländern.

Die kurzfristige Richtung hängt am Rohöl. Anhaltende Schwäche am Energiemarkt würde den Druck auf Zucker verstärken, indem sie das Rohr weiter zugunsten des Süßungsmittels lenkt. Ein Anstieg der Ölpreise würde dagegen den Vorteil von Ethanol rasch wiederherstellen, das Rohr zurück in die Kraftstoffproduktion ziehen und das derzeit belastende Zuckerangebot verknappen.

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