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Zucker-Futures steigen wegen Defizitprognosen und Risiken durch Indiens Monsun

Die Futures auf Roh- und Weißzucker legten zu, nachdem Analysten für 2026/27 höhere globale Defizite prognostiziert hatten. Händler beobachten zudem den unterdurchschnittlichen Monsun in Indien und mögliche Folgen von El Niño für Indien, Brasilien und Thailand.

Zucker-Futures steigen wegen Defizitprognosen und Risiken durch Indiens Monsun

Zucker-Futures setzen ihre Erholung fort

Die internationalen Zuckerpreise schlossen am Mittwoch (5.) höher. Gestützt wurde der Markt durch die Aussicht auf ein knapperes Angebot in der Saison 2026/27 und die unsichere Wetterlage in Indien. Notícias Agrícolas berichtete, dass Weißzucker in London den höchsten Stand seit vier Wochen erreichte, während Rohzucker in New York seine seit Ende der Vorwoche verzeichneten Gewinne ausbaute.

An der ICE Futures US schloss der Oktober-Kontrakt auf Rohzucker bei 15,15 US-Cent je Pfund, ein Plus von 11 Punkten. An der ICE Europe stieg der Oktober-Kontrakt auf Weißzucker um 420 Punkte auf 476,90 $ je Tonne. Die Erholung folgte auf ein Fünfmonatstief am vorherigen Donnerstag und mehrere Abwärtskorrekturen für die globale Zuckerbilanz.

Prognosen weisen auf größere Defizite hin

Covrig Analytics prognostizierte am Montag für 2026/27 ein weltweites Defizit von 300.000 Tonnen und revidierte damit die bisherige Erwartung eines Überschusses von 100.000 Tonnen. Green Pool Commodity Specialists erhöhte seine Defizitprognose von 1,76 Millionen Tonnen im Juni auf 3,3 Millionen Tonnen. StoneX erwartet nun ein Defizit von 1,7 Millionen Tonnen statt der zuvor geschätzten 550.000 Tonnen.

Die Schätzungen unterscheiden sich deutlich in ihrer Größenordnung, doch alle drei Revisionen signalisieren einen engeren Markt als bisher angenommen. Ein anhaltendes Defizit könnte Produzenten und Verarbeitern eine festere Preisbasis bieten. Händler und industrielle Käufer müssen jedoch weiterhin bewerten, wie das Wetter die tatsächlichen Zuckerrohrerträge und den Zeitpunkt des Angebots aus den wichtigsten Anbauregionen beeinflusst.

Indiens Niederschläge bleiben ein zentrales Risiko

Indiens Wetterdienst teilte am vergangenen Freitag mit, dass die Monsunniederschläge im August und September voraussichtlich unter dem Durchschnitt bleiben werden. Das Ministerium für Geowissenschaften warnte zudem, dass es die schwächste Monsunsaison seit 11 Jahren werden könnte. Als weltweit zweitgrößter Zuckerproduzent hat Indien erheblichen Einfluss auf die globale Bilanz.

Gegenüber dem starken Niederschlagsdefizit zu Saisonbeginn hat sich die Lage allerdings verbessert. Bis zum 5. August lagen die kumulierten Monsunniederschläge laut Wetterdienst 11% unter dem historischen Durchschnitt. Ende Juni hatte das Defizit noch 42% betragen. Die Erholung belastete die Preise in der Vorwoche, weil sie Erwartungen einer höheren indischen Produktion förderte.

Das Risiko ist dennoch nicht beseitigt. Indiens Wetterdienst senkte seine Prognose für die gesamte Monsunsaison von 92% auf 90% des historischen Durchschnitts. Schwächere Regenfälle in den kommenden Monaten könnten zeigen, ob die jüngste Erholung ausreicht, um die Zuckerrohrproduktion zu sichern.

El Niño wirkt unterschiedlich auf die Erzeugerländer

El Niño schafft zusätzliche Unsicherheit für Brasilien, Indien und Thailand. Das US Climate Prediction Center erklärte Anfang Juli, das Ereignis könnte zu den stärksten der vergangenen Jahrzehnte zählen. Die Weltorganisation für Meteorologie erwartet eine Intensivierung mit einem Höhepunkt zwischen August und Oktober 2026.

Im brasilianischen Center-South könnten häufigere Niederschläge in der zweiten Jahreshälfte die Entwicklung des Zuckerrohrs und die Flächenerträge fördern. Zu viel Regen kann zugleich die Ernte verzögern und den Anstieg des gesamten rückgewinnbaren Zuckers, des ATR, begrenzen. Am Kassamarkt in São Paulo meldeten Cepea-Forscher einen leichten Anstieg der Preise für weißen Kristallzucker. Die Liquidität blieb jedoch gering und die Käufer agierten weiterhin selektiv. Damit bleiben Wetterdaten und neue Bilanzprognosen die wichtigsten kurzfristigen Signale für den Zuckermarkt.

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