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Wetter, hohe Kosten und Importe belasten Brasiliens Kartoffelsektor

Die Kartoffelpreise im Einzelhandel von Porto Alegre stiegen stark und gingen anschließend zurück, während die Erzeugerpreise volatil blieben und Investitionen häufig nicht deckten. Übermäßiger Regen verzögert die Pflanzung in Rio Grande do Sul, zusätzlich erhöhen importierte Kartoffelverarbeitungsprodukte den Druck auf heimische Betriebe.

Wetter, hohe Kosten und Importe belasten Brasiliens Kartoffelsektor

Einzelhandels- und Erzeugerpreise driften auseinander

Brasiliens Kartoffelerzeuger kämpfen mit wechselhaftem Wetter, hohen Produktionskosten und der Konkurrenz importierter Verarbeitungserzeugnisse, während Verbraucher starke Preisschwankungen erleben. Von Correio do Povo zitierte Daten des Instituts Dieese zeigen, dass der durchschnittliche Einzelhandelspreis in Porto Alegre von R$3,60 je Kilogramm im Januar 2026 auf R$8,79 im Juni stieg. Das entsprach einem Plus von 144,2%. Im August fiel der Preis wieder auf R$5,43. Zwischen Juli und August verzeichneten Kartoffeln mit 22,98% den stärksten Rückgang in der Stadt, lagen aber noch 34,07% über dem Stand von Dezember 2025 und 37,47% über dem Vorjahreswert.

Die Entwicklung im Handel führte nicht durchgehend zu höheren Erlösen für die Landwirte. Laut Cepea kostete ein 25-Kilogramm-Sack gewaschener Kartoffeln im Januar 2026 durchschnittlich R$37,15 und im Februar R$41,54. Im Mai erreichte der Preis R$124,88 und im Juni R$108,60, bevor er im Juli auf R$61,37 und im August auf R$51,49 sank. 2025 reichten die von Cepea erfassten Preise von R$29,79 im Januar bis zu einem Höchstwert von R$69,90 im Mai. Cepea-Forscher João Paulo Bernardes Deleo bezeichnete 2026 trotz dreier einzelner Hochpreismonate im ersten Halbjahr als schwieriges Jahr für den Kartoffelanbau im ganzen Land.

Regen verzögert die Pflanzung im Süden

Marcos Boschini, Präsident des brasilianischen Verbands für Frischkartoffeln Abbin, führte den Verlauf der Ernte 2026 auf El Niño zurück. Hohe Temperaturen und überdurchschnittliche Niederschläge beeinträchtigten im ersten Halbjahr die Produktivität in Minas Gerais und São Paulo. Der Verband erwartet, dass weitere Wetterprobleme in Rio Grande do Sul und Paraná das landesweite Angebot begrenzen und die Preise ab Dezember steigen lassen. Wegen der begrenzten Einkommen stagniert die Verbrauchernachfrage, während Regen und Probleme bei der Pflanzung das Angebot verringern dürften.

In Rio Grande do Sul hat die Pflanzung begonnen und soll bis Februar dauern, doch übermäßiger Regen hat die Böden zu stark durchnässt. Der Emater/RS-Ascar-Berater Orlando Junior Kramer Velho erklärte, dass erst rund 5% der Flächen bepflanzt seien; in früheren Jahren sei der Fortschritt zu diesem Zeitpunkt deutlich größer gewesen. Die Verzögerung müsse nicht zwangsläufig eine schlechte Gesamternte bedeuten, da Flächenkürzungen bei anderen Kulturen Land für Kartoffeln freimachen könnten. Der Bundesstaat zählt 872 Produktionseinheiten mit einer Anbaufläche von 18.159,96 Hektar. Für Haupt- und Zweiternte zusammen werden 608.300 Tonnen bei einem erwarteten Ertrag von 33,5 Tonnen je Hektar veranschlagt.

Kosten und Verarbeitungsimporte drücken die Margen

Anbau und Aufbereitung eines Hektars Kartoffeln kosten in Brasilien laut Boschini zwischen R$55.000 und R$70.000. Arbeit, Pflanzgut und Pacht machen die größten Posten aus; in manchen Regionen kommen Bewässerungskosten hinzu. In Verarbeitungszentren wie São Francisco de Paula konkurrieren die Erzeuger zudem mit importierten vorfrittierten Kartoffeln, deren Preise nahe an den heimischen Produktionskosten oder darunter liegen. Brasilien baut auf rund 120.000 Hektar Kartoffeln an. Etwa 65% sind für den Frischmarkt bestimmt, 35% für die Industrie.

Importe decken 37% des brasilianischen Verbrauchs an verarbeiteten Kartoffeln. Argentinien liefert 55% dieser Einfuhren, gefolgt von Belgien mit 17% und den Niederlanden mit 11%. Erzeuger im Triângulo Mineiro und im Bundesstaat Bahia weiten ihre Flächen aus, um mögliche Verluste in Rio Grande do Sul auszugleichen. Abbin erwartet jedoch, dass dies bei tatsächlichen Ausfällen im Süden nicht reichen wird. Auch die Nachfrage verändert sich: Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch frischer Kartoffeln sank innerhalb von 20 Jahren von 16 Kilogramm auf heute höchstens 12 Kilogramm. Schwächerer Frischverbrauch, wetterbedingte Angebotsrisiken und preisgünstige Verarbeitungsimporte halten Preise und Margen für Erzeuger, Verarbeiter und Händler volatil.

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