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Vietnams Maniokexporte wachsen in Südkorea, während Lieferungen nach China sinken

Vietnam exportierte in den ersten sieben Monaten 2026 mehr als 2,1 Millionen Tonnen Maniok im Wert von über 756 Millionen $. Die Lieferungen nach China gingen stark zurück, während die Ausfuhrmenge nach Südkorea im Juli um 176 % stieg.

Vietnams Maniokexporte wachsen in Südkorea, während Lieferungen nach China sinken

Höhere Preise stützen die Exporterlöse

Vietnam exportierte im Juli mehr als 130.000 Tonnen Maniok im Wert von über 57 Millionen $, wie Soha unter Berufung auf vorläufige Daten der vietnamesischen Zollbehörde berichtete. Sowohl Menge als auch Wert gingen gegenüber dem Vormonat zurück. Damit bleibt der Druck auf eines der drei größten Maniokexportländer der Welt bestehen.

In den ersten sieben Monaten 2026 überstiegen die Ausfuhren 2,1 Millionen Tonnen und brachten mehr als 756 Millionen $ ein. Die Menge lag etwa 15 % unter dem Vorjahreszeitraum, während der Gesamtwert nahezu unverändert blieb. Der durchschnittliche Exportpreis erreichte rund 359 $ je Tonne und stieg damit im Jahresvergleich um 18 %. Dieser Preisanstieg glich den Rückgang der physischen Lieferungen weitgehend aus.

Nach den Angaben in der Überschrift des Soha-Berichts produziert Vietnam jährlich 10 Millionen Tonnen Maniok. Die Ernte dient Verarbeitern als Rohstoff für Stärke und weitere Produkte für Lebensmittel, Getränke, Tierfutter, Chemikalien, Papier, Textilien und Biomaterialien.

China bleibt trotz starken Rückgangs dominant

China nahm weiterhin den größten Teil der vietnamesischen Maniokexporte ab, verzeichnete jedoch zugleich den stärksten Rückgang. Vietnam lieferte in den ersten sieben Monaten fast 2 Millionen Tonnen im Wert von mehr als 688 Millionen $ nach China. Gegenüber dem gleichen Zeitraum 2025 sank die Menge um 34 % und der Wert um 46 %, berichtete Soha.

Die Zahlen verdeutlichen, dass Vietnams Maniokbranche stark von der chinesischen Nachfrage abhängig bleibt. Sie zeigen außerdem, dass der Anstieg des durchschnittlichen vietnamesischen Exportpreises einen wesentlich stärkeren Erlösrückgang im wichtigsten Absatzmarkt nicht verhindern konnte. Unter den übrigen Märkten verzeichnete Malaysia zweistelliges Wachstum, während die Lieferungen nach Taiwan zurückgingen.

Südkorea entwickelt sich zum Wachstumsmarkt

Südkorea wies im Juli ein besonders kräftiges Wachstum auf. Vietnam lieferte fast 26.000 Tonnen Maniok in das Land, 176 % mehr als ein Jahr zuvor. Der Wert überstieg 8,7 Millionen $ und nahm um 228 % zu. Südkorea bleibt zwar deutlich kleiner als China, bietet vietnamesischen Lieferanten bei sinkenden Verkäufen im traditionellen Hauptmarkt aber einen zusätzlichen Absatzkanal.

Südkorea ist Nettoimporteur von Maniok und Maniokerzeugnissen und stark auf ausländische Lieferungen angewiesen. Die Importe erreichten 2025 einen Wert von rund 22,4 Millionen $, während die Exporte kaum ins Gewicht fielen. Vietnam, Thailand und Indonesien gehören aufgrund ihrer Produktionsmengen, Kosten und relativ stabilen Qualität zu den wichtigen Lieferländern.

Maniokstärke ist das wichtigste Produkt im südkoreanischen Importmix, nicht frische Wurzeln oder getrocknete Schnitzel. Lebensmittelhersteller nutzen sie als Verdickungs- und Stabilisierungsmittel, unter anderem in Bubble Tea, Süßwaren, Instantnudeln und glutenfreien Lebensmitteln. Nachfrage kommt zudem von Getränke-, Futtermittel- und Chemieproduzenten; weitere industrielle Anwendungen bestehen in der Papier-, Textil- und Biomaterialproduktion.

Diversifizierung hängt von Standards und Größenordnung ab

Soha zitierte Schätzungen, nach denen der südkoreanische Markt für Maniokstärke 2024 etwa 6,1-6,4 Millionen $ groß war. Im Zeitraum 2030-2035 könnte er 8,5-9,2 Millionen $ erreichen, was einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von rund 3,8-4,7 % entspricht. Das Interesse an natürlichen, kennzeichnungsarmen und glutenfreien Produkten könnte Hersteller dazu bewegen, einen Teil des Weizenmehls durch Maniokstärke zu ersetzen.

Für vietnamesische Verarbeiter und Exporteure kann Südkorea China bislang nicht in seiner Größenordnung ersetzen. Die Juli-Zahlen zeigen jedoch, dass Anbieter mit hoher und gleichbleibender Qualität ihre Verkäufe in schneller wachsenden Märkten ausbauen können. Eine Expansion in Südkorea und Malaysia würde das Konzentrationsrisiko verringern. Kurzfristig bleiben jedoch die chinesischen Käufe und die Fähigkeit höherer Preise, rückläufige Mengen auszugleichen, entscheidend.

Vollständige Marktanalyse

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