Vietnam liefert erste 24 Tonnen gefrorenes Zuckerrohr nach Südkorea
Tien Ngan hat erstmals 24 Tonnen gefrorenes Zuckerrohr aus Phu Tho nach Südkorea exportiert. Für 2026 plant das Unternehmen Lieferungen von rund 100 Tonnen in diesen Markt.
Erste Lieferung erschließt den südkoreanischen Markt
Der vietnamesische Verarbeiter Tien Ngan Investment Trading hat erstmals 24 Tonnen gefrorenes Zuckerrohr nach Südkorea exportiert. Damit erhält die verarbeitete Agrarproduktion der Provinz Phu Tho einen neuen Absatzkanal. Laut Soha stammt die Rohware aus Anbaugebieten in der Gemeinde Dai Dong und dem Stadtbezirk Thong Nhat. Die Lieferung ist Teil einer Kooperation mit dem südkoreanischen Partner Tomas.
Tien Ngan will im Verlauf des Jahres 2026 rund 100 Tonnen gefrorenes Zuckerrohr nach Südkorea liefern. Zuvor hatte das Unternehmen das Produkt bereits erfolgreich in die USA exportiert und damit erste kommerzielle Erfahrungen außerhalb der näher gelegenen asiatischen Märkte gesammelt.
Nach Angaben der provinziellen Behörde für Landwirtschaft und Umwelt arbeitet das Unternehmen weiter an seinen Produktionsabläufen, den pflanzengesundheitlichen Kontrollen und der Einhaltung der Lebensmittelsicherheitsregeln. Südkorea stellt hohe Anforderungen an Qualität, Rückverfolgbarkeit und Hygiene. Tien Ngan testete das Produkt, verbesserte den Produktionsprozess und erhielt vor dem Markteintritt eine HACCP-Zertifizierung.
Tiefkühltechnik verändert das Vermarktungsmodell
Frisches Zuckerrohr hat nur ein begrenztes Verkaufsfenster und ist stark an den Erntezeitpunkt gebunden. Gefrorenes Zuckerrohr wird kurz nach der Ernte verarbeitet, wodurch es länger lagerfähig und für weite Transporte geeigneter wird. Im Werk werden die Stangen gereinigt, geschält, in Stücke geschnitten und von den Augen befreit. Danach wird das Produkt nach den Vorgaben des Zielmarktes verpackt und für den Export zu einem Umschlaglager in Hanoi gebracht.
Das Verfahren soll die Frische und die natürliche Süße erhalten und zugleich ein bequem handhabbares Produkt schaffen. Die Kontrollen reichen vom Anbaugebiet über die erste Verarbeitung bis zur Verpackung. Fachbehörden überwachen gemeinsam mit dem Unternehmen, ob die vietnamesischen Vorschriften sowie die Lebensmittel- und Pflanzenschutzanforderungen der Importmärkte eingehalten werden.
Durch die Verarbeitung ist Zuckerrohr nicht mehr ausschließlich ein frisches Agrarerzeugnis, das schnell verkauft werden muss. Die längere Haltbarkeit verringert die Abhängigkeit vom sofortigen Absatz während der Ernte. Standardisierte Abläufe ermöglichen zudem die Belieferung weiter entfernter Märkte. Entwickeln sich die Bestellungen zu wiederkehrenden Verträgen, könnten auch die Erzeuger verlässlichere Absatzmöglichkeiten erhalten.
Größere Rohstoffbasis und weitere Zielmärkte
Tien Ngan will die Zusammenarbeit mit Anbaugebieten in Tan Lac, Cao Phong, Muong Bi und Muong Thang ausbauen, um genügend Rohware für Exportaufträge zu sichern. Die geplante Kette umfasst Anbau, Einkauf, Vorverarbeitung, Gefrieren und Auslandsvertrieb. Stabile Abnahmen könnten den Landwirten Investitionen in Bestandsführung, Produktivität und Rohstoffqualität erleichtern.
Soha berichtete unter Berufung auf die Zeitung Phu Tho und die provinzielle Unterbehörde für Pflanzenbau und Pflanzenschutz außerdem, dass die Behörde in den ersten 6 Monaten 2026 den Export mehrerer Agrarprodukte unterstützte. Dazu gehörten 24 Tonnen gefrorenes Zuckerrohr für Märkte wie die EU, Südkorea, China, Japan und das Vereinigte Königreich. Der gesamte Exportwert der unterstützten Agrarlieferungen lag bei mehr als 335.000 $. Dieser Betrag umfasst sämtliche beteiligten Produkte und nicht nur Zuckerrohr.
Tien Ngan betrachtet Südkorea als Ausgangspunkt für eine Expansion nach Japan, Taiwan und Europa. Weiteres Wachstum hängt davon ab, ob das Unternehmen auch bei einer größeren Lieferbasis Rückverfolgbarkeit, Pflanzenschutzvorgaben und einheitliche Verarbeitung gewährleisten kann. Für vietnamesische Zuckerrohrerzeuger eröffnet das Segment die Möglichkeit, durch Aufbereitung und Konservierung zusätzliche Wertschöpfung zu erzielen, statt sich allein auf Frischverkäufe oder die herkömmliche industrielle Verarbeitung zu stützen.