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Vietnams Legehennensektor im Überangebot: Eierproduktion bei 21,4 Milliarden, Hofpreise fast halbiert

Vietnams Eierproduktion stieg von rund 19,22 Milliarden Stück 2023 auf etwa 21,4 Milliarden 2025 und legte im ersten Halbjahr 2026 um weitere 4,8 bis 5 Prozent zu. Die Hofpreise fielen von 2.500 bis 3.000 Dong je Ei auf 1.200 bis 1.500 Dong und damit unter die Produktionskosten. Der Einzelhandel liegt weiter über 2.700 Dong je Ei, rund 56 Prozent über dem Hofpreis.

Vietnams Legehennensektor im Überangebot: Eierproduktion bei 21,4 Milliarden, Hofpreise fast halbiert

Vietnams Eiermarkt steht zwischen zwei gegenläufigen Kräften: Die Produktion steigt weiter, während die Hofpreise stark unter Druck stehen. Nach Angaben der Zeitung Thanh Nien erreichte die nationale Eierproduktion 2023 rund 19,22 Milliarden Stück, überschritt 2024 die Marke von 20 Milliarden und lag 2025 bei etwa 21,4 Milliarden. Der Anstieg hält 2026 an: Im ersten Halbjahr wurden mehr als 10,8 Milliarden Eier erzeugt, ein weiteres Plus von rund 4,8 bis 5 Prozent.

Ein Angebot, das sich nicht abschalten lässt

Tierhaltungsunternehmen erklärten gegenüber Thanh Nien, dass die Biologie der Legeherden eine schnelle Anpassung nahezu unmöglich macht: Sobald die Hennen in der Legephase sind, lässt sich die Menge auch bei deutlichen Überschusssignalen nicht kurzfristig senken. Die Kaufkraft wächst nicht schnell genug, um die zusätzlichen Eier aufzunehmen, sodass das Angebot den Markt dauerhaft belastet, besonders in Phasen schwachen Verbrauchs.

Die Preisentwicklung der vergangenen zwei Jahre zeigt das Ausmaß dieses Drucks. Ende 2025 erreichten die Hofpreise für Hühnereier zeitweise 2.500 bis 3.000 Dong je Ei. Anfang 2026 begannen sie zu fallen, im Mai und Juni lagen sie in einigen Regionen nur noch bei etwa 1.200 bis 1.500 Dong je Ei und damit fast halb so hoch wie Ende 2025. Billige Eier wurden landesweit an Straßenrändern verkauft, während Betriebe und Unternehmen täglich Verluste schrieben. „Ein Preisrückgang von nur 500 Dong bedeutet für ein Unternehmen mit 1 Million Eiern pro Tag einen Verlust von einer halben Milliarde Dong täglich", sagte ein Unternehmensvertreter der Zeitung.

Der Nachfrageschock aus Kambodscha

Truong Chi Thien, Generaldirektor des Lebensmittelunternehmens Vinh Thanh Dat, führt den Zyklus auf einen einzigen Exportkanal zurück. „Die Eierpreise stiegen 2025, weil der kambodschanische Markt mehr in Vietnam einkaufte. Viele sahen die steigenden Preise und investierten in größere Herden. Doch Kambodscha deckte seinen Bedarf anschließend selbst und beschränkte die Einfuhren, sodass der Inlandsmarkt überversorgt war. Je stärker die Produktion wächst, desto größer der Absatzdruck, denn frische Eier lassen sich nicht lange lagern", sagte er.

Die Erzeuger räumen ein, dass der Großteil der vietnamesischen Eier weiterhin im Inland abgesetzt werden muss und die Exportfähigkeit sehr begrenzt bleibt. Übersteigt das Angebot die Nachfrage, wirkt der Hofpreis als erstes Überdruckventil: Die Betriebe senken die Preise, um die Ware zu bewegen, obwohl Futter, Eintagsküken, Strom, Löhne, Tierarzneimittel und Kapitalkosten nicht im gleichen Maß sinken.

Preise unter den Kosten in der gesamten Geflügelhaltung

Ein Vertreter des vietnamesischen Geflügelverbands nannte als unmittelbarste Ursache der Turbulenzen, vor allem im ersten Halbjahr 2026, die fortlaufende Ausweitung der Gesamtbestände und Produktionskapazitäten durch Unternehmen mit Auslandsinvestitionen, große Tierhaltungskonzerne und Futtermittelhersteller seit Ende des vorigen Jahres. Am Tiefpunkt fielen weißfedrige Masthühner auf 22.000 bis 24.000 Dong je Kilogramm, farbfedrige Tiere auf 45.000 bis 48.000 Dong je Kilogramm, und die Hofpreise für Eier sanken auf 1.200 bis 1.300 Dong je Ei – alles unter den Produktionskosten. Im August und September 2026 verbesserte sich die Lage leicht, doch die Binnennachfrage erholt sich langsam und die Absatzwege bleiben instabil: Kantinen in Industriezonen, Großküchen und Schulen fragen nur schwach nach.

Hofpreise fallen schneller als der Einzelhandel

Eine zweite Verzerrung besteht darin, dass die Hofpreise deutlich stärker gefallen sind als die Verbraucherpreise. Im Mai 2026, auf dem Tiefpunkt, lagen die Hofpreise für Hühnereier im Süden überwiegend bei etwa 1.400 bis 1.500 Dong je Ei, während der Einzelhandel 2.200 bis 2.800 Dong verlangte – eine Differenz von 700 bis 1.400 Dong je Ei. Am 2. Oktober lag der Hofpreis im Süden bei 1.730 Dong je Ei, 448 Dong unter dem Vorjahreszeitraum, während der Einzelhandelspreis über 2.700 Dong blieb: eine Spanne von rund 970 Dong beziehungsweise etwa 56 Prozent über dem Hofpreis.

Nguyen Thanh Son, Vorsitzender des vietnamesischen Geflügelverbands, erklärte, bei Überangebot, niedrigen Verkaufspreisen und anhaltend hohen Vorleistungskosten könne der Geflügelsektor nicht länger über zusätzliche Größe wachsen. Er forderte eine Verlagerung auf die Leistung je Tier durch Genetik, präzise Fütterung und bessere Krankheitsprävention sowie den Umbau der gesamten Wertschöpfungskette von Elterntieren, Futter und Haltung über Schlachtung, Verarbeitung bis zur Distribution. Große Unternehmen sollten geschlossene Verbundketten mit Abnahmeverträgen aufbauen und Betrieben gleichzeitig Zuchtmaterial, Futter und Tierarzneimittel liefern, was Qualitätskontrolle und Rückverfolgbarkeit verbessere. Son mahnte zudem weniger Zwischenhandelsstufen und mehr Weiterverarbeitung an, um den Produktwert zu erhöhen und den Abstand zwischen Hof- und Einzelhandelspreis zu verringern, begleitet von einer Professionalisierung der Halter und der Erschließung von Exportmärkten.

Einige Unternehmen forderten zusätzlich strengere Standards für Eier im Handel: Auf dem Markt würden abgelaufene Eier verbilligt an Arbeiter und Verbraucher mit geringem Einkommen abgegeben; auch aus Qualitätsgründen zurückgewiesene Exportpartien bedürften engerer Kontrolle, um einen Verkauf im Inland zu verhindern.

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