USA kürzen Brasiliens bevorzugte Zuckerquote um 35,9 % und knüpfen Rückgabe an Gespräche
Brasiliens US-Importquote für Zucker zum ermäßigten Zollsatz soll von 155.993 Tonnen auf 100.000 Tonnen sinken. Der stellvertretende US-Landwirtschaftsminister Stephen Vaden stellte eine Rückgabe der gestrichenen Menge in Aussicht, falls Brasília akzeptable Handelsvorschläge vorlegt.
Bevorzugte Menge sinkt auf 100.000 Tonnen
Die USA haben Brasiliens Anteil an ihrer Zuckerimportquote mit ermäßigtem Zollsatz um 35,9 % gekürzt. Die Menge fällt im nächsten, im Oktober beginnenden Handelszyklus von 155.993 Tonnen auf 100.000 Tonnen, berichtete Brasil 247 unter Berufung auf O Globo und eine Mitteilung der brasilianischen Agrarattachée in Washington.
Damit entfallen 55.993 Tonnen aus Brasiliens bevorzugter Zuteilung. Innerhalb der Quote gelangt Zucker zu einem niedrigeren Zollsatz in die USA. Lieferungen oberhalb der Grenze bleiben erlaubt, werden jedoch höher verzollt und verlieren dadurch an Wettbewerbsfähigkeit. Metrópoles zufolge würden überschüssige brasilianische Ausfuhren mit 37,5 % belastet.
Laut Metrópoles gilt die Zuteilung ab dem im Oktober beginnenden US-Haushaltsjahr 2027 und umfasst Rohrohrzucker, raffinierten Zucker sowie zuckerhaltige Erzeugnisse. Brasilien sei zudem das einzige Land, für das die Trump-Regierung eine Verringerung der Zuckerquote angekündigt habe.
Gestrichene Menge dient als Verhandlungshebel
Die aus der brasilianischen Quote entfernten 55.993 Tonnen wurden bislang keinem anderen Lieferland zugeteilt. Der stellvertretende US-Landwirtschaftsminister Stephen Vaden erklärte laut der von Brasil 247 zitierten diplomatischen Mitteilung, Brasilien könne die Menge zurückerhalten, wenn es Washington zufriedenstellende Handelsvorschläge unterbreite.
Brasilianische Vertreter betrachten die noch nicht zugeteilte Menge als mögliches Druckmittel in den bilateralen Verhandlungen. Ohne eine Verständigung könnte sie vor dem Beginn des neuen US-Haushaltsjahres am 1. Oktober an andere Exportländer vergeben werden. Aus der diplomatischen Mitteilung geht nicht hervor, welche Zugeständnisse oder Vorschläge Washington konkret erwartet.
Das brasilianische Ministerium für Landwirtschaft und Viehzucht schränkte die Tragweite der Aussagen jedoch ein. Gegenüber Metrópoles bezeichnete es Vadens Äußerungen als zusätzliches politisches Signal, das zu diesem Zeitpunkt noch keine formelle Entscheidung des Büros des US-Handelsbeauftragten dargestellt habe. Der USTR hatte Brasilien zuvor mitgeteilt, über die offiziell veröffentlichten Daten hinaus keine Angaben machen zu können, künftige Änderungen aber bekannt zu geben.
Zuckerzugang trifft auf Ethanolstreit
Ethanol gehört seit Langem zu Washingtons Prioritäten in den Agrarhandelsgesprächen mit Brasilien. Die USA drängen Brasília, den Einfuhrzoll auf in den USA hergestellten Kraftstoff zu senken. Brasilien hatte Gesprächsbereitschaft signalisiert, sofern die USA eine Gegenleistung anbieten, etwa einen besseren Marktzugang für brasilianischen Zucker. Eine Einigung kam jedoch nicht zustande.
Die Quotenkürzung fällt mit einer breiteren US-Debatte über den Schutz der heimischen Zuckerwirtschaft zusammen. Beim International Sweetener Symposium in Michigan sagte Vaden, die US-Zölle auf ausländischen Zucker oberhalb der Quote seien seit 26 Jahren nicht angepasst worden. Brasil 247 zufolge erwägen US-Vertreter, die bereits hohe Barriere anzuheben, weil sie im Laufe der Zeit an Wirkung verloren habe.
Metrópoles berichtet außerdem, dass brasilianischer Zucker von einem im Juli angekündigten US-Aufschlag von 12,5 % ausgenommen wurde und damit lediglich der ursprüngliche Zollsatz von 25 % bestehen blieb. Brasilien verwies gegenüber dem USTR darauf, seine vorherige Quote vollständig ausgeschöpft zu haben, was sowohl Lieferfähigkeit als auch US-Nachfrage belege. Für brasilianische Mühlen und Händler geht es daher nicht um einen vollständigen Verlust des Marktzugangs, sondern um die Menge, die zu bevorzugten Bedingungen geliefert werden kann, und um die Frage, ob die verbleibenden 55.993 Tonnen an Brasilien zurückgehen oder konkurrierenden Anbietern zufallen.
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