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US-Maisethanol wird zum zentralen Streitpunkt im Handelskonflikt zwischen Brasilien und den USA

Der Zugang von US-Maisethanol zum brasilianischen Markt ist zu einem der wichtigsten ungelösten Punkte in der Section-301-Untersuchung des USTR zu brasilianischen Handelspraktiken geworden. Washington kritisiert den im Januar 2024 wieder eingeführten Einfuhrzoll von 18%, während Brasília auf die Vereinbarkeit mit den WTO-Regeln verweist.

US-Maisethanol wird zum zentralen Streitpunkt im Handelskonflikt zwischen Brasilien und den USA

Der Zugang von US-Maisethanol zum brasilianischen Markt ist laut noticiasagricolas.com.br zu einem der umstrittensten Themen der von den USA geführten Handelsuntersuchung geworden. Das Thema blieb ungelöst, als die technische Phase der Gespräche unter Leitung des Büros des US-Handelsbeauftragten (USTR) abgeschlossen wurde – im Rahmen einer Untersuchung auf Grundlage von Section 301 des US-Handelsrechts.

Wie der Zollkonflikt begann

Nach Einschätzung des USTR verfolgt Brasilien seit 2017 eine Zollpolitik, die Washington als nachteilig für die US-Ethanolexporte betrachtet. In jenem Jahr schuf Brasilien ein Einfuhrkontingent für ausländisches Ethanol mit reduziertem Zoll; sobald die Lieferungen die Grenze überschritten, wurde ein höherer Zoll fällig. In den Folgejahren wurden die Regeln geändert.

Im Januar 2024 führte Brasilien wieder einen Einfuhrzoll von 18% auf ausländisches Ethanol ein, eine Maßnahme, die weiterhin in Kraft ist. Genau diese Abgabe steht im Zentrum der Beschwerde von US-Branchenverbänden, die argumentieren, sie schwäche die Wettbewerbsfähigkeit von US-Maisethanol auf einem der größten Biokraftstoffmärkte der Welt. Brasilien entgegnet, die Maßnahme entspreche den internationalen Handelsregeln und sei Teil seiner nationalen Strategie zur Ordnung des Marktes für erneuerbare Kraftstoffe.

Maisbauern und die Frage der Gegenseitigkeit

Die Hauptbeschwerde der USA betrifft Ethanol aus Mais, dem Rohstoff, auf dem der Großteil der US-Produktion beruht. Nach Angaben der National Corn Growers Association (NCGA), die die amerikanischen Maisproduzenten vertritt, haben die brasilianischen Zollmaßnahmen die Wettbewerbsfähigkeit des US-Produkts erheblich verringert. In einem an den USTR gerichteten Dokument erklärte der Verband, der Zugang der US-Exporteure zum brasilianischen Markt sei nach den Änderungen der Einfuhrpolitik stark beeinträchtigt worden.

In seiner Schlussfolgerung erklärte der USTR selbst, Brasilien habe US-Ethanol keine seiner Ansicht nach reziproke Zollbehandlung gewährt. Diese Auslegung ist Teil der Begründung Washingtons für die Prüfung von Handelsmaßnahmen gegen Brasilien.

Ein abgelehntes Angebot: Zucker gegen Ethanol

In der Schlussphase der Gespräche versuchte die brasilianische Regierung, eine mögliche Vereinbarung im Zucker-Energie-Sektor zu eröffnen. Nach Angaben von Vertretern der brasilianischen Regierung schlug Brasília vor, über eine Senkung der Zölle auf importiertes Ethanol im Gegenzug für einen besseren Zugang von brasilianischem Zucker zum US-Markt zu verhandeln. Der Vorschlag kam nicht voran; der USTR schloss Verhandlungen auf dieser Grundlage aus und ließ die Pattsituation bestehen.

Die Episode zeigte, dass der Streit über die Zollfrage hinausgeht und strategische Interessen berührt, die mit Agrarhandel, Energiesicherheit und der Wettbewerbsfähigkeit von Biokraftstoffen verbunden sind.

Sich verschiebende Marktgrundlagen

Die Diskussion findet vor dem Hintergrund eines Wandels der brasilianischen Biokraftstoffindustrie statt. Obwohl Zuckerrohr weiterhin der wichtigste Rohstoff für die Ethanolproduktion in Brasilien ist, hat Maisethanol in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen – vor allem durch den Ausbau von Anlagen im Mittleren Westen und durch Investitionen in dedizierte und flexible Anlagen, die unterschiedliche Rohstoffe verarbeiten können. Dieses Wachstum hat das inländische Angebot erhöht und den Importbedarf gesenkt.

Der USTR nennt Brasiliens steigende Produktion nicht als Grund für die Untersuchung, doch sie hilft, das Marktumfeld zu erklären: Mit mehr verfügbarer heimischer Ware ist Brasilien weniger auf importiertes Ethanol angewiesen, was dem US-Produkt weniger Raum lässt. Brasilien und die USA sind die beiden größten Ethanolproduzenten der Welt, jedoch mit unterschiedlichen Modellen – die USA führen die weltweite Produktion vor allem mit Mais an, während Brasilien historisch auf Zuckerrohr setzt und den Maisethanol rasch ausbaut.

Die endgültige Empfehlung des USTR wurde bereits an Präsident Donald Trump weitergeleitet. Auch nach Abschluss der technischen Verhandlungen bleibt die Differenz über den Zugang von US-Maisethanol zum brasilianischen Markt ungelöst und dürfte die nächsten Verhandlungsrunden zwischen beiden Ländern weiter prägen.

Vollständige Marktanalyse

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