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Überangebot an US-Hähnchen drückt Großhandelspreise bei stabiler Rindfleischnachfrage

US-Geflügelproduzenten weiteten das Angebot aus, weil sie wegen teuren Rindfleischs mit einem Wechsel zu günstigerem Protein rechneten. Eine stabile Rindfleischnachfrage, größere Bestände und schwerere Tiere führten stattdessen zu einem Überangebot und belasteten die Margen.

Überangebot an US-Hähnchen drückt Großhandelspreise bei stabiler Rindfleischnachfrage

Produktion wächst schneller als Nachfrage

US-Geflügelunternehmen liefern mehr Hähnchenfleisch, als der Binnenmarkt aufnehmen kann. Dadurch geraten Großhandelspreise und Erzeugermargen unter Druck. Farmer.pl berichtet unter Berufung auf The Wall Street Journal, dass größere Bestände und der Einsatz größerer Hühnerrassen die Fleischerzeugung erhöht haben. Gleichzeitig blieb die Nachfrage nach Rindfleisch robust. Die Erwartung, hohe Preise für Steaks und Burger würden einen breiten Wechsel zu günstigerem Geflügel auslösen, erfüllte sich damit nicht.

Tyson Foods, Pilgrim’s Pride und Wayne-Sanderson Farms erhöhten im vergangenen Jahr ihr Angebot an Hähnchenbrustfilets ohne Knochen, Flügeln und Schenkeln. Die Produzenten bereiteten sich auf eine stärkere Nachfrage nach Hähnchensandwiches, Strips und anderen Geflügelprodukten vor, weil Haushalte und Restaurantgäste mit teurem Rindfleisch konfrontiert waren. Der erwartete Wechsel reichte jedoch nicht aus, um die zusätzliche Produktion aufzunehmen. Die Anbieter konkurrieren nun auf einem Markt mit einem größeren Fleischangebot.

Preisdruck erreicht den Einzelhandel

Besonders schwierig ist das Ungleichgewicht für Geflügelerzeuger und Verarbeiter, die ihre Produktion auf Grundlage höherer Nachfrageprognosen ausgeweitet haben. Übersteigt das Angebot die Käufe, müssen Lieferanten stärker um Kunden konkurrieren. Das schwächt Großhandelspreise, Umsätze und Rentabilität. Da mehrere wichtige Teilstücke wie Brust, Flügel und Schenkel reichlich verfügbar sind, beschränkt sich der Druck nicht auf eine einzelne Produktkategorie.

Ein Teil des Preisrückgangs erreicht bereits die Verbraucher. Im Juni lagen die US-Einzelhandelspreise für Hähnchenbrust ohne Knochen dem Bericht zufolge rund 1,4 % unter dem Vorjahresniveau. Der Rückgang ist moderat, entlastet aber Haushalte, deren Lebensmittelbudgets in den vergangenen Jahren durch höhere Preise beansprucht wurden. Eine weitere Schwäche im Großhandel könnte dem Einzelhandel mehr Spielraum für Hähnchenaktionen geben. Die Quellen liefern allerdings keine Prognose zu Dauer oder Ausmaß des Abschwungs.

Restaurants profitieren, Lieferanten verlieren

Auch Restaurants können profitieren, denn Hähnchenfleisch ist eine zentrale Zutat vieler Gastronomieketten. Niedrigere Rohstoffkosten verringern den Aufwand für Sandwiches, Strips, Wings und andere Gerichte. Die Betreiber können die Einsparungen behalten, mit Aktionen die Kundenfrequenz stützen oder ihre Menüpreise stabilisieren. Die unmittelbaren Folgen schwächerer Großhandelspreise tragen dagegen die Geflügellieferanten.

Die Entwicklung zeigt das Risiko, die Agrarproduktion aufgrund einer erwarteten Änderung des Verbraucherverhaltens auszuweiten. Die Geflügelunternehmen erkannten zwar den deutlichen Preisabstand zwischen teurem Rindfleisch und günstigerem Hähnchen, doch die Rindfleischnachfrage blieb stabil. Größere Bestände und schwerere Tiere lieferten daraufhin mehr Fleisch, als der erwartete Wechsel aufnehmen konnte. Die Produzenten müssen nun Käufer für den Überschuss finden und ihre Erzeugung an den tatsächlichen Bestellungen ausrichten. Für Verarbeiter, Händler und Investoren ist entscheidend, wie schnell das Angebot angepasst werden kann, falls die Nachfrage hinter früheren Annahmen zurückbleibt. Verbraucher und Restaurants profitieren vorerst von günstigerem Hähnchenfleisch, doch anhaltender Preisdruck würde die Renditen entlang der gesamten Geflügelkette schmälern.

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