Uruguay startet EU-Rindfleischkampagne mit Fokus auf Deutschland und die Niederlande
Das uruguayische Nationale Fleischinstitut INAC bewirbt die Marke „Uruguay Beef“ in der EU und konzentriert sich dabei auf Deutschland und die Niederlande. Hintergrund ist ein starkes Handelsjahr: 2025 stiegen die uruguayischen Rindfleischexporte in die EU um fast 50 % auf 52.000 t – der höchste Wert seit einem Jahrzehnt.
Das uruguayische Nationale Fleischinstitut (INAC) hat auf dem europäischen Markt eine Werbekampagne gestartet, die die Marke „Uruguay Beef“ stärken soll. Erste Zielmärkte sind Deutschland und die Niederlande, wie topagrar.com berichtet.
Im Mittelpunkt der Kampagne stehen Herkunft, Rückverfolgbarkeit und Nachhaltigkeit – Eigenschaften, die nach Einschätzung des INAC bei europäischen Kaufentscheidungen immer stärker ins Gewicht fallen. Beide Märkte wurden ausgewählt, weil uruguayisches Rindfleisch dort bereits stark präsent ist, gestützt auf etablierte Netzwerke von Importeuren, Händlern, Einzelhändlern und Gastronomiebetrieben.
Die Werbebotschaft – „Dieses Fleisch entsteht auf den natürlichen Weiden Uruguays“ – rückt die Weidehaltung in den Vordergrund. Angesprochen werden sowohl Verbraucher als auch professionelle Einkäufer, die darüber entscheiden, welche Herkünfte in die Regale und auf die Speisekarten gelangen.
Deutschland: 3,5 Mio. Menschen erreicht
In Deutschland hat die Kampagne laut topagrar.com bereits mehr als 3,5 Mio. Menschen in den zehn größten Städten des Landes erreicht, darunter Berlin, Hamburg und München. Der Mediamix kombiniert digitale Werbung mit Außenwerbung:
- digitale Werbung auf Instagram, Facebook und YouTube;
- 150 digitale Bildschirme in großen Bahnhöfen;
- zwei großformatige Werbetafeln.
Einer der prominentesten Standorte ist „The Whale“, Deutschlands größter LED-Bildschirm am Hamburger Hauptbahnhof, der täglich von mehr als 500.000 Reisenden frequentiert wird. Die Bahnhofsplatzierungen bündeln die Kampagne an städtischen Hochfrequenzpunkten statt am Point of Sale.
Niederlande: Rotterdam als Eingangstor
Die Niederlande wurden wegen ihrer strategischen Rolle als wichtigstes Eingangstor für uruguayische Rindfleischexporte nach Europa ausgewählt. Rund 40 % der uruguayischen Lieferungen in die EU gelangen über den Hafen von Rotterdam ins Land, bevor sie auf andere Märkte des Kontinents verteilt werden, so topagrar.com.
Diese Konzentration macht niederländische Importeure und Distributeure zu einem entscheidenden Glied der Kette: Über sie laufen gekühlte wie gefrorene Ware, und sie bestimmen die Bedingungen, zu denen uruguayische Teilstücke nach Deutschland und in andere Mitgliedstaaten weitergehen.
Die Kampagne folgt auf ein starkes Handelsjahr. 2025 stiegen die uruguayischen Rindfleischexporte in die EU im Vergleich zum Vorjahr um fast 50 % auf insgesamt 52.000 t – das höchste Volumen des vergangenen Jahrzehnts.
Entwaldungsverordnung und Mercosur-Faktor
Das INAC hob zudem die Wettbewerbsposition Uruguays im Rahmen der neuen EU-Verordnung gegen Entwaldung hervor. Das Land gehört zu der kleinen Gruppe von Lieferanten, die von der EU als „risikoarm“ eingestuft wurden. Dieser Status steigert nach Angaben des INAC die Attraktivität uruguayischen Rindfleischs gegenüber anderen internationalen Anbietern.
Die Werbeoffensive fällt außerdem in eine Phase, in der sich Mercosur und Europäische Union auf eine vertiefte Handelsintegration zubewegen. Vom Abkommen zwischen den beiden Wirtschaftsräumen wird ein besserer Zugang für uruguayisches Rindfleisch zu einem der weltweit anspruchsvollsten und wertvollsten Importmärkte erwartet.
Was das für die Lieferkette bedeutet
Für Exporteure, Fleischverarbeiter und Logistikunternehmen unterstreicht die Kampagne die Bedeutung des europäischen Absatzmarktes im uruguayischen Rindfleischhandel sowie die Rolle Rotterdams als Vertriebsknotenpunkt für gekühltes und gefrorenes Fleisch, wie topagrar.com anmerkt.
Sie zeigt zudem, welch wachsende Bedeutung Markenbildung, Rückverfolgbarkeit, die Einhaltung hygienischer Standards und Nachhaltigkeitsnachweise im weltweiten Handel mit tierischen Proteinen haben. Neben Preis und Spezifikation entscheiden diese Faktoren zunehmend darüber, welche Herkünfte bei europäischen Handelsketten und Gastronomiegruppen gelistet werden.