Ukraine steigert Rindfleischexporte im August bei knapperem Weltangebot
Die Ukraine lieferte im August 2026 474 Tonnen frisches und gekühltes Rindfleisch im Wert von 3,95 Mio. $ ins Ausland, fast das 25-Fache des Vorjahreswerts. Die Exporte von Gefrierfleisch erreichten 1.820 Tonnen für 8,16 Mio. $, Lebendrinder wurden gar nicht importiert. Rabobank erwartet 2026 ein um 2 bis 3 % geringeres Weltangebot.
Die Ukraine hat ihre Rindfleischexporte im August 2026 vor dem Hintergrund eines knapperen Weltangebots deutlich ausgeweitet: Die Lieferungen von frischer und gekühlter Ware stiegen im Jahresvergleich um fast das 25-Fache. Das berichtet Glavcom unter Berufung auf Daten des Verbands der Milcherzeuger.
Frisch- und Kühlfleisch treibt den Zuwachs
Im August lieferten ukrainische Exporteure 474 Tonnen frisches und gekühltes Rindfleisch auf Auslandsmärkte, 38 % mehr als im Juli und annähernd das 25-Fache der Menge vom August 2025. Der Exporterlös erreichte 3,95 Mio. $, ein Plus von 44 % gegenüber dem Vormonat und das 37-Fache des Vorjahreswerts.
Von Januar bis August exportierte die Ukraine 3.040 Tonnen Frischrindfleisch im Wert von 24,36 Mio. $. Mengenmäßig stiegen die Lieferungen um das 25-Fache, die Deviseneinnahmen um fast das 34-Fache gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Aus den Augustzahlen ergibt sich für diese Kategorie ein Durchschnittswert von rund 8.300 $ je Tonne.
Gefrorenes Rindfleisch wächst langsamer
Die Exporte von Gefrierrindfleisch erreichten im August 1.820 Tonnen, 8 % mehr als im Juli und 34,2 % mehr als im August 2025. Der Erlös belief sich auf knapp 8,16 Mio. $, ein Plus von 7 % zum Vormonat und 32 % im Jahresvergleich.
In den acht Monaten summierten sich die Gefrierfleischexporte auf 12.750 Tonnen im Wert von 57,56 Mio. $. Die Menge legte um 1 % zu, der Erlös um 12 % - deutlich schwächer als im Frisch- und Kühlsegment und überwiegend preis- statt mengengetrieben. Der rechnerische Durchschnittswert der Augustlieferungen lag bei etwa 4.500 $ je Tonne, rund der Hälfte des Niveaus von Kühlware.
Weltproduktion dürfte 2026 sinken
Der ukrainische Zuwachs fällt mit einem enger werdenden Weltmarkt zusammen. Nach Einschätzung von Rabobank könnte die globale Rindfleischproduktion 2026 um fast 2 % zurückgehen, das Gesamtangebot um 2 bis 3 %. Produktionsrückgänge werden unter anderem in der EU, den USA, Brasilien und China erwartet, während hohe Rinderpreise und Handelsbeschränkungen große Exporteure zur Suche nach neuen Absatzmärkten zwingen.
Australien schöpfte im Juni die von China festgelegte Jahresquote für Rindfleischimporte von 205.000 Tonnen aus, sodass ein Teil der australischen Ware auf andere Märkte umgeleitet werden musste. In Brasilien steigt der Zollsatz auf Mengen oberhalb der Quote für Lieferungen nach China von 12 % auf 67 %.
Importe schrumpfen, Handelssaldo positiv
Die eigenen Einkäufe der Ukraine entwickelten sich gegenläufig. Lebendrinder wurden im August überhaupt nicht eingeführt. Die Importe von gekühltem Rindfleisch beliefen sich auf 9 Tonnen, 40 % weniger als im Juli und als im August des Vorjahres. Bei Gefrierrindfleisch lagen die Einfuhren bei 84 Tonnen, 32 % unter dem Juliwert, aber 38 % über August 2025.
Die kumulierten Importdaten für Januar bis August zeigen:
- Lebendrinder: minus 82 % auf 93 Tonnen;
- Gefrierrindfleisch: minus 25 % auf 754 Tonnen;
- Kühlrindfleisch: plus 4 % auf 99 Tonnen.
Der Außenhandelssaldo des Segments war im August mit 14,95 Mio. $ positiv. Da die Mengen an Frisch- und Kühlware weiterhin in Hunderten Tonnen pro Monat gemessen werden, bleibt die Ukraine global ein Randanbieter. Die Richtung beider Ströme - steigende Ausfuhren bei sinkenden Einfuhren - unterscheidet sich jedoch klar von der Lage vor einem Jahr.