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Ukraines Milchverarbeitung steigt im ersten Halbjahr 2026 um 6%

Die ukrainische Milchverarbeitung stieg im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahr um 6%, nachdem 2025 bereits 3,6 Millionen Tonnen verarbeitet worden waren. Investitionen und eine höhere Erzeugung gewerblicher Betriebe stützen die Molkereien, während Fälschungen und der Schattenmarkt erhebliche Risiken bleiben.

Ukraines Milchverarbeitung steigt im ersten Halbjahr 2026 um 6%

Verarbeitung liegt über dem Vorkriegsniveau

Die ukrainischen Molkereien haben im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 6% mehr Milch verarbeitet als im Vorjahreszeitraum. Das berichteten Ukrinform und Delo.ua unter Berufung auf Vadym Chaharovskyi, den Vorsitzenden des Verbands der ukrainischen Milchunternehmen. Die Marktteilnehmer rechnen bis zum Jahresende mit einer weiteren Beschleunigung.

Damit setzt sich eine Erholung fort, durch die die Verarbeitung trotz des Krieges über das Vorkriegsniveau gestiegen ist. 2025 verarbeiteten ukrainische Betriebe 3,6 Millionen Tonnen Milch, nach 3,2 Millionen Tonnen im Jahr 2021. Das Halbjahresergebnis zeigt, dass die Unternehmen nun von der bereits höheren Basis des Jahres 2025 aus wachsen und nicht nur verlorene Mengen zurückgewinnen.

Gewerbliche Milchviehbetriebe liefern mehr Rohstoff

Chaharovskyi nannte die höhere Erzeugung gewerblicher Milchviehbetriebe als Hauptgrund. Investitionen in den Bau neuer Betriebe schlagen sich zunehmend in einem größeren Rohmilchangebot nieder. Das ist besonders relevant, weil die Zahl der Kühe in privaten Haushalten wegen niedriger Milchpreise und hoher Futterkosten zurückgeht.

Der industrielle Sektor entwickelt sich dagegen positiv. Laut Ukrinform vergrößerte er seinen Kuhbestand innerhalb eines Jahres um 3%. Die Verlagerung zu größeren Betrieben kann den Molkereien eine gleichmäßigere Versorgung sichern und ihre Kapazitätsauslastung verbessern. Eine absolute Verarbeitungsmenge für das erste Halbjahr 2026 nannten die Quellen allerdings nicht.

Zusätzliche Milch wird außerdem zu exportfähigen Standardprodukten verarbeitet. Angaben zu Produktgruppen, Zielmärkten oder Ausfuhrmengen wurden nicht veröffentlicht. Im Inland bleiben Rabattaktionen des Einzelhandels ein wichtiger Absatzkanal: Einige Molkereiunternehmen verkaufen laut Chaharovskyi bis zu 60% ihrer Waren über Sonderangebote.

Schattenmarkt belastet reguläre Anbieter

Parallel zum Wachstum der registrierten Verarbeitung sorgen gefälschte Milchprodukte und unkontrollierte Anbieter für Besorgnis. Nach Angaben Chaharovskyis erteilte der ukrainische Lebensmittel- und Verbraucherschutzdienst 726 Betriebsgenehmigungen für die Milchproduktion. 2025 meldeten jedoch nur 243 Unternehmen eine Tätigkeit bei den Steuerbehörden. Rund 500 Genehmigungsinhaber seien tatsächlich nicht aktiv gewesen; ihre Namen würden für gefälschte Produkte verwendet, erklärte er.

Der ukrainische Abgeordnete Bohdan Kytsak führte das Problem teilweise auf das 2022 eingeführte Moratorium für planmäßige und außerplanmäßige Kontrollen zurück. Das Parlament, der Branchenverband und staatliche Stellen arbeiten an Gesetzesänderungen, um den Schattenmarkt einzudämmen.

Geplant ist unter anderem eine Überprüfung der Verordnung Nr. 434, die Grenzübertritte von Privatpersonen regelt. Vertreter des Staates und der Branche erklären, die aktuellen Regeln ermöglichten organisierten Gruppen, erhebliche Warenmengen ohne Steuern, Lebensmittelkontrolle oder angemessene Labortests in die Ukraine zu bringen. Auch die vereinfachten Verfahren für humanitäre Lebensmittelimporte ohne veterinär- und pflanzenschutzrechtliche Zertifikate sollen überprüft werden. Für reguläre Molkereien kann eine wirksamere Kontrolle ebenso wichtig sein wie zusätzliches Rohmilchangebot: Eine höhere Verarbeitung verbessert die Auslastung, doch Fälschungen und unversteuerte Waren drücken auf Preise und Marktanteile.

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