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Ukraine: Buchweizenangebot bei 275.000 Tonnen, Einzelhandelspreise steigen weiter

Das ukrainische Ministerium für Agrarpolitik bemisst das Buchweizenangebot dieser Saison auf 275.000 Tonnen bei einem Inlandsbedarf von höchstens 220.000 Tonnen. Dennoch verteuerte sich ein Kilogramm Grütze im September in großen Handelsketten um 10 bis 23 Hrywnja, einzelne Artikel haben sich binnen eines Jahres mehr als verdoppelt. Branchenexperten schließen einen Mangel aus, erwarten aber dauerhaft hohe Preise.

Ukraine: Buchweizenangebot bei 275.000 Tonnen, Einzelhandelspreise steigen weiter

Der Buchweizen in der Ukraine reicht in dieser Saison für den Inlandsverbrauch – darin sind sich Ministerium und Branchenexperten einig. Die Einzelhandelspreise für die Grütze stiegen im September dennoch weiter. Das Ministerium für Agrarpolitik bemisst das Buchweizenangebot dieses Jahres auf 275.000 Tonnen bei einem Inlandsbedarf von höchstens 220.000 Tonnen; bei dieser Bilanz gebe es weder Anlass für einen Mangel noch für weitere Preiserhöhungen, berichtet ipress.ua. Dasselbe erklärte das Ministerium zu Zucker.

Die Regale zeigen ein anderes Bild. In den Ketten Novus, Silpo und ATB verteuerte sich ein Kilogramm Buchweizengrütze im vergangenen Monat um 10 bis 23 Hrywnja, wie socportal.info und Kontrakty.UA unter Berufung auf UNIAN berichten; einzelne Artikel haben sich binnen eines Jahres mehr als verdoppelt.

Auf dem Papier deckt das Angebot die Nachfrage

Der Agrarmarktanalyst Andriy Kytaiev sagte ipress.ua, der Ukraine sei es in diesem Jahr gelungen, Produktion und Verbrauch von Buchweizen in Einklang zu bringen; das Angebot am Markt sei ausreichend, objektive Gründe für die aktuelle Verteuerung gebe es nicht. Serhiy Hromovyi, Geschäftsführer der Internationalen Buchweizen-Vereinigung, beurteilt die Mengen ähnlich: In von agropolit.com wiedergegebenen Äußerungen gegenüber UNIAN sagte er, die neue Ernte komme bereits an und werde den Binnenmarkt bis in den Winter versorgen, ein Mangel sei daher nicht zu erwarten.

Den Anstieg im September führt Hromovyi auf das Saisonende, geringe Übertragsbestände, Panikkäufe und die Logistik zurück. „Das ist gewöhnliche Hysterie im Zusammenhang mit der instabilen Lage im Land und nicht die allgemeine Marktsituation“, sagte er UNIAN in einem von Kontrakty.UA veröffentlichten Gespräch. „Jetzt ist Saisonende, dazu kommt die Panikstimmung in der Gesellschaft – deshalb steigen die Preise. Dazu Logistikprobleme. Irgendwo wurden Lager zerstört – daher die Lieferunterbrechungen.“ Buchweizen sei die erste Getreideart, die Ukrainer für den Haushaltsvorrat kaufen, und sie lagere gut.

Der Preispfad nach einer Rekordtiefernte

Die strukturelle Ursache entstand früher: Im Vorjahr fuhr die Ukraine nach Angaben Hromovyis die kleinste Buchweizenernte seit der Unabhängigkeit ein. Der von ihm beschriebene Verlauf:

  • vor einem Jahr rund 35 Hrywnja pro Kilogramm;
  • zu Sommerbeginn 60 bis 70 Hrywnja pro Kilogramm, einzelne Sorten etwa 80 Hrywnja;
  • im September weitere 10 bis 23 Hrywnja pro Kilogramm bei Novus, Silpo und ATB;
  • mehr als eine Verdoppelung des Preises bei einzelnen Artikeln binnen zwölf Monaten.

Teigwaren, eine der wichtigsten Alternativen zu Buchweizen in der ukrainischen Ernährung, verteuerten sich im selben Jahr deutlich weniger, berichtet agropolit.com. Mehl wird dagegen weiter teurer, weil begrenzte Getreideexportkapazitäten große Mengen im Inland halten.

Warum die neue Ernte die Preise nicht dreht

Gedroschen wurde Ende August und im September, doch ein sichtbarer Angebotszuwachs blieb aus: Die Anbauflächen blieben etwa auf Vorjahresniveau, die Ernte selbst ist klein. „Das Angebot am Markt reicht, um den Bedarf der Ukrainer zu deckenaber es so weit zu erhöhen, dass die Preise deutlich nachgeben, gelingt bisher nicht“, sagte Hromovyi in einer von socportal.info veröffentlichten Stellungnahme. Auch UkrAgroConsult berichtet, die neue Ernte werde die Preise in der Ukraine kaum wesentlich senken.

Der zweite Grund ist das Verhalten der Landwirte. Hromovyi erwartet, dass Erzeuger Buchweizen zurückhalten und nicht in großen Mengen auf den Markt bringen, weil viele Kulturen in dieser Saison nur minimale Rentabilität oder Verluste liefern: Die Preise für Mais, Weizen, Sojabohnen und Sonnenblumen sind angesichts fehlender Exporte bei vielen Positionen bereits gefallen oder werden deutlich nachgeben, und mit Buchweizen wollen die Betriebe diese Verluste ausgleichen. Stark gestiegene Dieselkosten verschärfen den Druck. agropolit.com berichtete, Buchweizen werde nicht knapp, die Preise könnten aber um 15% steigen.

Auch die Einkommen haben sich bewegt: Im August 2026 stieg der Durchschnittslohn in der Ukraine um 23,1% gegenüber dem Vorjahr auf fast 31.900 Hrywnja, gegenüber Juli gab er leicht nach, wie Kontrakty.UA berichtet.

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