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TÜRİB startet türkischen Terminmarkt mit Weizen- und Maiskontrakten

TÜRİB will seinen Terminmarkt bis zum Jahresende mit Weizen- und Maiskontrakten starten. ELÜS-basierte Kontrakte sollen physisch geliefert, indexbasierte Kontrakte bar abgerechnet werden.

TÜRİB startet türkischen Terminmarkt mit Weizen- und Maiskontrakten

TÜRİB peilt den Start bis zum Jahresende an

Die türkische Warenfachbörse TÜRİB will ihren Terminmarkt laut Anadolu Agency bis zum Jahresende mit Weizen- und Maiskontrakten eröffnen. Damit erhielte der türkische Agrarmarkt einen organisierten Handelsplatz für Derivate, über den Erzeuger, Verarbeiter und Händler ihre Preisrisiken bei zwei der wichtigsten Getreidearten des Landes steuern könnten.

TÜRİB-Generaldirektor Ali Kırali stellte die geplante Marktstruktur bei einer Informationsveranstaltung der Warenbörse İzmir vor. Ein genaues Startdatum, Kontraktgrößen, Laufzeiten und Handelsgebühren wurden nicht genannt. Das anfängliche Angebot steht jedoch fest: Weizen und Mais bilden die ersten Basiswerte. Die Infrastruktur soll später weitere Produkte und Lieferorte aufnehmen können.

Physische Lieferung und Barausgleich

Die Börse plant zwei Erfüllungsmodelle. Kontrakte auf Basis elektronischer Warenurkunden, die in Türkiye als ELÜS bezeichnet werden, sollen physisch erfüllt werden. Für indexbasierte Kontrakte ist ein Barausgleich vorgesehen. Kommerzielle Marktteilnehmer können ihre Futurespositionen damit an eingelagertes Getreide anbinden. Teilnehmer, die nur ein finanzielles Preisrisiko absichern wollen, müssen dagegen keine Ware übernehmen.

Konya wird zunächst als physischer Lieferort erwogen, weil dort viel Getreide erzeugt wird und die Region logistisch zentral liegt, sagte Kırali. Ein Lieferort in einem bedeutenden Anbaugebiet könnte dazu beitragen, dass die Futurespreise die Bedingungen am Kassamarkt widerspiegeln. Die Liquidität wird jedoch auch davon abhängen, ob Kontraktspezifikationen, zugelassene Bestände und Lieferverfahren zu den Abläufen von Landwirten, Lagerhaltern, Mühlen und Getreidehändlern passen.

Die Preisfindung wird zum entscheidenden Test

Işınsu Kestelli, Vorsitzende der Warenbörse İzmir, betonte die Bedeutung organisierter Märkte für die Steuerung von Preisrisiken bei Agrarprodukten. Ein wettbewerbsfähigerer Agrarsektor brauche ein besseres Preisrisikomanagement. Sie rief die Marktteilnehmer dazu auf, die Plattform gemeinsam zu entwickeln, verständlich zu erklären und an den tatsächlichen Bedürfnissen der Branche auszurichten.

Ein funktionsfähiger Terminmarkt könnte Käufern von Weizen und Mais Terminpreise für Einkauf, Bestandsführung und Verarbeitung liefern. Erzeuger und Inhaber von Lagerurkunden könnten sich vor einem Verkauf gegen fallende Preise absichern. Mehlhersteller, Futtermittelproduzenten und Getreidehändler könnten ihre Rohstoff- oder Bestandsrisiken ebenfalls steuern. Voraussetzung dafür sind eine dauerhafte Beteiligung und eine transparente Preisbildung. Die bloße Notierung von Kontrakten schafft noch keinen repräsentativen Referenzpreis.

An dem Treffen nahmen auch Vertreter von İş Yatırım Menkul Değerler, des türkischen Verbandes der Mehlindustrie und der Warenbörse İzmir teil. Das zeigt, wie viele Akteure für den Aufbau eines Agrarderivatemarktes erforderlich sind: Finanzintermediäre ebenso wie Verarbeiter und Betreiber des physischen Marktes. Weitere Basiswerte und Lieferorte könnten die Plattform später verbreitern. Zunächst entscheidet jedoch die kommerzielle Nutzung der Weizen- und Maiskontrakte darüber, ob eine belastbare Absicherung und Preisfindung entsteht.

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