Türkiyes Exporte von Getreide, Hülsenfrüchten und Ölsaaten sinken um 1,7 %
Türkiye exportierte von Januar bis September Getreide, Hülsenfrüchte, Ölsaaten und daraus hergestellte Produkte im Wert von 8,88 Milliarden $. Das waren wertmäßig 1,7 % weniger als im Vorjahreszeitraum; Sonnenblumenöl führte die Produktliste an, der Irak blieb wichtigster Absatzmarkt.
Exporterlöse sinken trotz breiter Produktpalette
Türkiye exportierte in den ersten neun Monaten des Jahres Getreide, Hülsenfrüchte, Ölsaaten und daraus hergestellte Produkte im Wert von 8,88 Milliarden $. Das geht aus Angaben hervor, die die Nachrichtenagentur Anadolu aus Daten der Türkischen Exporteursversammlung zusammengestellt hat. Von Januar bis September lieferte die Branche 7,89 Millionen Tonnen ins Ausland.
Der genaue Exportwert lag bei 8,880522 Milliarden $ und damit 1,7 % unter dem Vorjahreszeitraum. Die Statistik umfasst sowohl Agrarrohstoffe als auch verarbeitete Nahrungsmittel. Das verbreitert die Erlösbasis, macht die Branche aber zugleich von Rohstoffkosten, Verbrauchernachfrage, Frachtraten und dem Zugang zu regionalen Märkten abhängig.
Sonnenblumenöl führt die Produktliste an
Sonnenblumenöl war mit Erlösen von 931,949 Millionen $ die größte Exportkategorie. Schokolade und Kakaoerzeugnisse folgten mit 780,791 Millionen $, süße Kekse und Waffeln mit 764,962 Millionen $. Zusammen brachten die drei Kategorien rund 2,48 Milliarden $ ein, fast 28 % der gesamten Exporterlöse des Sektors.
Die Rangfolge zeigt das Gewicht verarbeiteter Erzeugnisse neben Agrarrohstoffen. Sonnenblumenöl steuerte rund 10,5 % zum Gesamterlös bei. Schokolade und Kakaoerzeugnisse sowie süße Kekse und Waffeln kamen jeweils auf knapp 9 %. Die Exportleistung hängt daher nicht nur von der Ernteverfügbarkeit ab, sondern auch von Raffinerie- und Verarbeitungskapazitäten, Verpackung sowie dem Zugang zu Einzel- und Großhandelskanälen.
Der Irak bleibt größter Absatzmarkt
Der Irak war mit Käufen im Wert von 1,117 Milliarden $ und einem Anteil von 12,6 % das wichtigste Zielland. Die USA folgten mit 668,158 Millionen $, Syrien belegte mit 402,439 Millionen $ den dritten Rang. Die Zahlen verdeutlichen die anhaltende Bedeutung benachbarter Märkte im Nahen Osten. Zugleich sorgen die beträchtlichen Verkäufe in die USA für eine gewisse geografische Diversifizierung.
Nihat Uysallı, Vorsitzender des Fachrats für Getreide, Hülsenfrüchte, Ölsaaten und deren Erzeugnisse bei der Türkischen Exporteursversammlung, sagte der Nachrichtenagentur Anadolu, Klimawandel, Dürre und Logistikstörungen belasteten die globalen Lebensmittel-Lieferketten. Käufer achteten zunehmend stärker auf Versorgungssicherheit und pünktliche Lieferung als allein auf den Preis.
Logistik verändert den Wettbewerb im Lebensmittelhandel
Uysallı zufolge haben die Umleitung von Waren auf neue Routen, unzureichende Straßen- und Schienenkapazitäten sowie stark gestiegene Frachtkosten den Preisvorteil von Schwarzmeergetreide weitgehend aufgezehrt. Auf dem Papier günstige Waren können in Häfen festliegen oder hohe zusätzliche Transportkosten verursachen. Das verändert die Einkaufsentscheidungen internationaler Abnehmer.
Als Vorteile Türkiyes nannte Uysallı eine funktionierende Hafeninfrastruktur, alternative Netze für die Rohstoffbeschaffung und die Fähigkeit, schnell auf Marktveränderungen zu reagieren. Damit können Verarbeiter über Liefertreue konkurrieren. Der Rückgang des Exportwerts um 1,7 % zeigt jedoch, dass die logistische Position schwächere Erlöse nicht vollständig ausgeglichen hat. Für Erzeuger, Verarbeiter und Händler bleiben der Produktmix und die Nachfrage aus dem Irak, den USA und Syrien entscheidend.
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