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Türkische Zuckerermittlungen erfassen im Branchenverband NİSAD vertretene Firmen

Die Behörden durchsuchten 26 Adressen von 25 Unternehmen wegen mutmaßlicher Inlandsverkäufe und falscher Bezeichnung stärkebasierter Zuckerprodukte. Laut Patronlar Dünyası sind fünf betroffene Firmen im Vorstand des Branchenverbands NİSAD vertreten.

Türkische Zuckerermittlungen erfassen im Branchenverband NİSAD vertretene Firmen

Durchsuchungen folgen auf Aufsichts- und Steuerprüfungen

Ermittlungen am Zuckermarkt mit Schwerpunkt Istanbul haben Unternehmen erreicht, die in der türkischen Stärkeindustrie eine bedeutende Stellung einnehmen. Nach Angaben von Patronlar Dünyası führten die Behörden in acht Provinzen Durchsuchungen und Beschlagnahmungen an 26 Adressen von 25 Unternehmen durch. Eine Liste mit 47 Personen ist für Befragungen Teil des Verfahrens.

Ausgelöst wurden die Ermittlungen durch Kontrollen der Zuckerabteilung des Ministeriums für Land- und Forstwirtschaft sowie Prüfungen des Steuerprüfungsausschusses. Laut der vom Medium zitierten offiziellen Darstellung besteht der Verdacht, dass einige Unternehmen stärkebasierte Zuckerprodukte auf dem Inlandsmarkt verkauft haben, obwohl diese dort nicht angeboten werden durften.

Die Ermittler prüfen außerdem, ob bestimmte Waren unter abweichenden Bezeichnungen wie Maltodextrin, Glukose, Stärke und Fruktose fakturiert wurden. Die Behörden stellten mögliche Unterschiede zwischen den Angaben auf Rechnungen und den tatsächlich gelieferten Produkten fest. Es handelt sich weiterhin um zu prüfende Vorwürfe; eine abschließende Feststellung strafrechtlicher Verantwortung von Unternehmen oder Führungskräften wurde nicht gemeldet.

Fünf Unternehmen sind im NİSAD-Vorstand vertreten

Patronlar Dünyası nennt Tat Nişasta, Sunar Mısır, Beşan Nişasta, Ak Nişasta und GSF Gıda unter den Unternehmen des Verfahrens. Alle fünf sind zugleich im Vorstand von NİSAD vertreten, dem Dachverband der türkischen Stärkeindustrie. Diese Überschneidung verleiht dem Fall größere Bedeutung für einen Sektor, der zahlreiche Lebensmittelhersteller mit Zutaten versorgt.

Die Unternehmensvertreter bei NİSAD sind nicht immer dieselben Personen wie auf der Ermittlungsliste. Sunar Mısır wird im Verband von Hakan Yüzer vertreten, während Mustafa Nuri Çomu auf der Liste steht. Für Beşan Nişasta sitzt Hayrettin Hafif im Vorstand, in den Ermittlungen wird dagegen Mehmet Emin Hafif genannt. Ak Nişasta wird durch Hüseyin Eviz vertreten, während Ahmet Eviz in der Liste erscheint.

Bei Tat Nişasta steht Hamit Tezcan sowohl auf der Ermittlungsliste als auch im NİSAD-Vorstand. Patronlar Dünyası berichtet, dass sieben Personen von Tat Nişasta zur Befragung geladen wurden: Hamit Tezcan, Eyüp Bulut, Hasan Demircioğlu, Mehmet Tezcan, Nihat Ceylan, Nuh Demircioğlu und Osman Filik. Nihat Ceylan wird in der Liste sowohl Tat Nişasta als auch Sunar Mısır zugeordnet.

Folgen könnten die gesamte Lebensmittelkette erreichen

Sunar ist eine bedeutende türkische Agrarindustriegruppe mit Aktivitäten in den Bereichen Stärke, Mehl, Futtermittel, Öl und Agrarprodukte. Dass der Spitzenmanager Mustafa Nuri Çomu auf der Liste steht, verdeutlicht die wirtschaftliche Größenordnung der Ermittlungen. Der Fall betrifft daher nicht nur die rechtliche Lage einzelner Manager, sondern auch Unternehmen mit erheblicher Bedeutung für die Verarbeitung landwirtschaftlicher Rohstoffe.

Stärkebasierter Zucker wird als industrielle Zutat in vielen Bereichen der Lebensmittelherstellung eingesetzt. Sollten Verstöße bei der Produktklassifizierung oder der Belieferung des Inlandsmarktes bestätigt werden, könnten Stärkeverarbeiter, Süßungsmittelhändler und Lebensmittelhersteller ihre Beschaffung, Dokumentation und Compliance-Prüfungen anpassen müssen. Mögliche Abweichungen zwischen Rechnungen und Lieferungen werfen zudem Fragen zur Vergleichbarkeit von Preisen und zur Markttransparenz auf, obwohl noch keine behördlichen Schlussfolgerungen vorliegen.

Von Patronlar Dünyası zitierte Unterlagen der Wettbewerbsbehörde zeigen, dass Tat Nişasta früher gemeinsam von den Familien Tezcan und Tosmur kontrolliert wurde. Nachdem die Familie Tosmur ihre Anteile 2019 übertragen hatte, ging die alleinige Kontrolle an die Familie Tezcan. Heute sitzt Fatih Tosmur für Omnia Nişasta im NİSAD-Vorstand. Nach Angaben des Mediums gibt es keine Hinweise auf einen Zusammenhang dieser früheren Partnerschaft mit den aktuellen Ermittlungen. Der nächste wesentliche Schritt ist die Entscheidung der Staatsanwaltschaft, welche Vorwürfe, Unternehmen und Personen weitere Maßnahmen rechtfertigen.

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