Türkische Tomatenexporte steigen in neun Monaten um 4,19 % auf 304,2 Millionen $
Die Türkei exportierte von Januar bis September 2026 Tomaten im Wert von 304,171 Millionen $ in 49 Märkte, 4,19 % mehr als im Vorjahr. Rumänien war der größte Abnehmer vor Russland und Bulgarien; beim derzeitigen Tempo könnte das Gesamtjahr 2025 übertroffen werden.
Exporterlöse steigen trotz weniger Zielmärkte
Die türkischen Erlöse aus Tomatenexporten erreichten von Januar bis September 2026 insgesamt 304,171 Millionen $ und lagen damit 4,19 % über den 291,912 Millionen $ des Vorjahreszeitraums. Grundlage sind Daten der südostanatolischen Exportverbände, über die Yeni Alanya und Memurlar.net berichteten. In den neun Monaten wurden 49 Märkte beliefert.
Damit nähert sich die Türkei bereits ihrem Ergebnis für das Gesamtjahr 2025. Damals exportierte sie mehr als 402.000 Tonnen Tomaten in 51 Länder und erzielte 401,193 Millionen $. Obwohl die Zahl der Ziele in den ersten neun Monaten 2026 unter dem Wert des gesamten Vorjahres lag, nahmen die Erlöse im vergleichbaren Zeitraum weiter zu.
Rumänien liefert den höchsten Umsatz
Rumänien war mit Käufen von 67,637 Millionen $ zwischen Januar und September der wichtigste Absatzmarkt. Russland folgte mit 32,618 Millionen $, Bulgarien mit 30,438 Millionen $. Zusammen standen die drei Märkte für 130,693 Millionen $ und unterstrichen damit die Bedeutung nahe gelegener europäischer und regionaler Käufer für türkische Erzeuger, Gewächshausbetriebe und Exporteure.
Allein Rumänien machte mehr als ein Fünftel der ausgewiesenen Exporterlöse aus. Der deutliche Abstand zu den beiden folgenden Abnehmern zeigt zugleich, wie stark das Neunmonatsergebnis von der Nachfrage des größten Marktes abhing. Russland und Bulgarien blieben dennoch bedeutende Absatzkanäle mit jeweils mehr als 30 Millionen $ Umsatz.
Murat Yılmaz, stellvertretender Vorsitzender des Verbands der Gewächshausinvestoren und -produzenten, bezeichnete die Entwicklung gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu als positiv für die Branche und die Volkswirtschaft. Klimatische Bedingungen und Produktionsprobleme hätten die Exportleistung 2025 beeinträchtigt.
Aktuelles Tempo könnte Vorjahreswert übertreffen
In den ersten neun Monaten 2026 lagen die monatlichen Tomatenexporte laut Yılmaz im Durchschnitt bei rund 33,8 Millionen $. Um die 401,193 Millionen $ des Gesamtjahres 2025 zu übertreffen, wären im Schlussquartal noch etwa 97 Millionen $ erforderlich. Das entspricht durchschnittlich rund 32,3 Millionen $ pro Monat. Bleibt das derzeitige Tempo bestehen, würde der Jahreswert somit über dem Vorjahresergebnis liegen.
Für die Branche ist auch der Exportwert je Kilogramm entscheidend. Nach Angaben von Yılmaz stieg er im ersten Halbjahr 2026 auf etwa 1,56 $ je Kilogramm. Dies zeige, dass sich türkische Tomaten zu höheren Preisen vermarkten ließen. Mengen und Stückerlöse müssten jedoch gemeinsam mit dem Gesamtumsatz beurteilt werden.
Moderne Gewächshausinvestitionen bilden einen wichtigen Teil der Expansionspläne. Technisch ausgestattete Anlagen ermöglichen laut Yılmaz über längere Zeiträume im Jahr die Lieferung standardisierter, hochwertiger Ware und erleichtern die regelmäßige Versorgung ausländischer Kunden. Mehr Qualität und Produktivität könnten die Wettbewerbsposition stärken, ohne dass das Wachstum allein von größeren Mengen abhängt.
Die Branche will sich zudem breiter als in ihren etablierten europäischen Märkten aufstellen. Yılmaz nannte den Fernen Osten, den Nahen Osten, das Vereinigte Königreich und Nordamerika als Regionen, in denen die Türkei stärker präsent sein sollte. Ziel sei nicht nur mehr Absatz in bestehenden Märkten, sondern auch der Aufbau dauerhafter Absatzkanäle für höherwertige Exporte.