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Türkische Feigenproduktion führt weltweit, doch in Aydın steigen die Kosten

Die Türkei stellt 28 % der weltweiten Feigenproduktion und ist ein bedeutender Exporteur getrockneter Feigen. Erzeuger in Aydın berichten, dass Preise von etwa 150–160 Lira für Qualitätsware nicht mit den Kosten für Diesel, Dünger und Arbeit Schritt halten.

Türkische Feigenproduktion führt weltweit, doch in Aydın steigen die Kosten

Weltmarktführung sichert noch keine Erzeugermarge

Die Türkei steht mit einem Anteil von 28 % an der weltweiten Feigenproduktion an erster Stelle, erklärte Landwirtschafts- und Forstminister İbrahim Yumaklı. Zugleich ist das Land ein bedeutender Exporteur getrockneter Feigen. Die Lage in den türkischen Obstanlagen ist damit unmittelbar für Verarbeiter, Händler und internationale Käufer relevant.

Auf Erzeugerebene gerät diese führende Position jedoch unter Druck. In Aydın, einem der wichtigsten türkischen Feigenanbaugebiete, läuft die Ernte weiter. Landwirte in Nazilli berichten, dass die Ausgaben für Diesel, Dünger, Arbeitskräfte und andere Betriebsmittel schneller steigen als die Erlöse. Damit wächst die Kluft zwischen der internationalen Bedeutung der Branche und dem Einkommen der Produzenten.

Qualitätsware erzielt nicht den erwarteten Preis

Der Erzeuger Osman Toparlak sagte der Nachrichtenagentur ANKA, dass die Früchte bereits im Obstgarten nach Qualität sortiert werden. Dennoch finde selbst gute Ware nur zu niedrigeren Preisen als in früheren Jahren Käufer. Qualitätsfeigen könnten beim Verkauf an Händler in diesem Jahr etwa 150–160 Lira erzielen. Diesel koste zugleich 84 Lira, und auch Dünger sei teuer.

Das bergige Gelände verursacht zusätzliche Kosten. Toparlak nutzt nach eigenen Angaben wegen der Geländeverhältnisse ein Tier zum Pflügen; ein Arbeitstag koste inzwischen 8.000 Lira. Hinzu kommen höhere Lohnkosten. Außerdem müssen die Betriebe das örtlich als Ilek bezeichnete Material für die zur Fruchtbildung erforderliche Bestäubung beschaffen.

Ein Feigenpreis von 200–250 Lira würde den Landwirten nach Toparlaks Einschätzung genügend Spielraum für Diesel, Dünger und den täglichen Bedarf geben. Zwischen dem oberen Ende der genannten aktuellen Spanne und dem unteren Ende des aus Erzeugersicht tragfähigen Bereichs liegen somit mindestens 40 Lira. Das ist kein offizieller Marktwert, sondern die Einschätzung eines Landwirts, zeigt aber den Druck auf die Margen der Obstbaubetriebe.

Qualitätssicherung und zusätzliche Produkte

İbrahim Kılıç, Ortsvorsteher von Eycelli, erklärte, die lokale Wirtschaft hänge stark von Feigen und Oliven ab. Abzüge führten seiner Darstellung zufolge zu einer Differenz zwischen dem Preis im Dorf und dem später in der Handelskette erzielten Wert. Landwirte, die ihre Feigen selbst sortieren und lagern, könnten im Winter teilweise höhere Preise erzielen. Der sofortige Verkauf an Händler bringe dagegen wesentlich geringere Einnahmen.

Kılıç behauptete außerdem, minderwertige oder verdorbene Feigen würden verarbeitet und als Qualitätsware vermarktet. Eine Vermischung von Früchten aus anderen Gebieten mit Feigen aus Aydın könne dem Ruf der Region schaden. Er forderte deshalb, lokale und ökologische Ware getrennt zu halten und entsprechend zu vergüten. Die verfügbaren Berichte enthalten keine Kontrolldaten zu diesen Vorwürfen; sie verdeutlichen jedoch die Sorgen der Produzenten über Rückverfolgbarkeit und Qualitätsabgrenzung.

Einige Betriebe erschließen bereits zusätzliche Einnahmequellen. Die Erzeugerin Gamze Toparlak erklärte, ihre Familie stelle Feigenchips her und verarbeite frische grüne Feigen. Hinzu kämen Bio-Tomatenmark und Olivenöl. Diese Diversifizierung kann mehr Wertschöpfung in der Region halten, doch kurzfristig verlangen die Landwirte vor allem bessere Erzeugerpreise und staatliche Unterstützung. Anhaltender Druck auf die Anlagen in Aydın könnte Investitionen, Pflege und die für Verarbeiter und Auslandskunden verfügbare Qualität beeinträchtigen.

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