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Türkische Pfirsichschwemme drückt Erzeugerpreise unter die Produktionskosten

Die Einkaufspreise für türkische Pfirsiche und Nektarinen liegen bei 15–17 Lira je Kilogramm, während die Erzeugung fast 20 Lira kostet. Schwächere Exporte, hohe Arbeitskosten und kurze Lagerzeiten belasten die Betriebe, obwohl der Einzelhandel bis zu 100 Lira verlangt.

Türkische Pfirsichschwemme drückt Erzeugerpreise unter die Produktionskosten

Große Ernte folgt auf die Ausfälle der Vorsaison

Türkische Erzeuger von Pfirsichen und Nektarinen verkaufen unter ihren Produktionskosten, nachdem eine ergiebige Ernte das Inlandsangebot erhöht hat und die Exportnachfrage nachließ. Türkiye Gazetesi zufolge zahlen große Einzelhändler 15–17 türkische Lira je Kilogramm, während die Erzeugungskosten fast 20 Lira erreichen. Laut der Überschrift der Zeitung können für 15 Lira eingekaufte Früchte im Geschäft 100 Lira kosten. Damit wächst die Preisspanne zwischen Erzeugern und Verbrauchern.

Das aktuelle Überangebot folgt auf schwere Frostschäden in der Saison 2025/2026. Nach Angaben von Türkiye Gazetesi und Mynet Finans sank die türkische Pfirsich- und Nektarinenproduktion damals um bis zu 45% auf 649.000 Tonnen. In einzelnen Anlagen lagen die Ernteverluste über 90%. In diesem Jahr tragen die Bäume deutlich mehr Früchte, doch die Mengenerholung trifft auf höhere Betriebskosten und einen kleineren Exportmarkt.

Arbeit verursacht fast die Hälfte der Ausgaben

Nach Angaben der Betriebe sind die Tagelöhne auf 2.000 Lira und die Kosten für Schnittarbeiten auf 2.500 Lira gestiegen. Der Arbeitsanteil an den Gesamtausgaben nähert sich damit 50%. Der Pfirsicherzeuger Mehmet Yılmaz aus Bursa sagte Türkiye Gazetesi, allein die Arbeit in einer zwei Dekar großen Anlage mit rund 100 Bäumen koste etwa 70.000 Lira. Pflanzenschutzmittel, Dünger, Diesel und Bewässerung erhöhen die Gesamtkosten auf fast 150.000 Lira.

Bei einem durchschnittlichen Ertrag von 80 Kilogramm je Baum kostet die Erzeugung laut Yılmaz etwa 19–20 Lira je Kilogramm. Ein Einkaufspreis von 15–17 Lira bedeutet deshalb bei Einsatz bezahlter Arbeitskräfte einen Verlust mit jedem Kilogramm. Familienbetriebe, die die Arbeit selbst erledigen, können sich möglicherweise halten. Kommerzielle Anlagen mit angestellten Pflückern stehen wesentlich stärker unter Druck.

Schwächere Exporte überlasten den Binnenmarkt

Die Türkei exportiert nach Schätzung von Türkiye Gazetesi normalerweise 15–20% ihrer Pfirsich- und Nektarinenproduktion. Das entspricht etwa 150.000–200.000 Tonnen Frischware. Russland ist der größte Absatzmarkt, gefolgt von Deutschland, Rumänien, Irak und weiteren Ländern des Nahen Ostens. Die übrigen 80–85% werden im Inland frisch konsumiert oder von der Saftindustrie verarbeitet.

Von der Zeitung befragte Erzeuger führen an, dass Inflation und der kontrollierte Wechselkurs türkische Früchte im Ausland verteuert haben. Mit den rückläufigen Exporten gelangt mehr Ware auf einen Binnenmarkt, der diese Mengen nicht aufnehmen kann. Der Nektarinenerzeuger Ahmet Demir aus Adana sagte, große Käufer stünden kurz vor einem Einkaufsstopp. Nicht als Frischware verkäufliche Früchte gehen an Safthersteller. Dort lag der Preis bei 7 Lira je Kilogramm und könnte wegen des Überangebots Berichten zufolge auf 5 Lira fallen.

Kurze Lagerfähigkeit erhöht das Verlustrisiko

Pfirsiche und Nektarinen lassen sich nicht so lange lagern wie Äpfel oder Birnen. Den Berichten zufolge halten sie im Kühlhaus höchstens ein bis zwei Monate. Bis zum Saisonende sind es noch mehrere Monate, während die Käufe bereits abnehmen. Den Betrieben bleibt daher kaum Zeit, auf bessere Preise zu warten, und sie geraten unter Verkaufsdruck.

Türkiye Gazetesi bezeichnet Bursa als wichtigstes türkisches Zentrum für Tafel- und Verarbeitungspfirsiche. Mersin und Adana führen bei frühen Sorten, der Landkreis Lapseki in Çanakkale ist auf große Exportpfirsiche spezialisiert und Selçuk in İzmir ist ein bedeutendes Nektarinenzentrum. Ohne schnelle Unterstützung oder einen leichteren Zugang zu Exportmärkten könnten in den kommenden Wochen Tausende Tonnen selbst unter den Produktionskosten keine Käufer finden und an den Bäumen verderben, warnen die Berichte.

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