Türkische Molkereien sammeln im Juli 4,4 % mehr Kuhmilch
Kommerzielle Molkereien in der Türkei sammelten im Juli 4,4 % mehr Kuhmilch als ein Jahr zuvor, wie Daten des Türkischen Statistikinstituts zeigen. Gleichzeitig sank die Trinkmilchproduktion gegenüber dem Vormonat, womit sich Rohmilchaufnahme und eine wichtige Verarbeitungskategorie unterschiedlich entwickelten.
Kommerzielle Milchaufnahme nimmt zu
Kommerzielle Molkereien in der Türkei sammelten im Juli 4,4 % mehr Kuhmilch als im gleichen Monat des Vorjahres, wie Daten des Türkischen Statistikinstituts zeigen. Damit gelangte mehr Kuhmilch in das formelle Verarbeitungssystem als ein Jahr zuvor; eine absolute Sammelmenge wurde in den vorliegenden Angaben jedoch nicht genannt.
Der Vorjahresvergleich ist für Milcherzeuger, Verarbeiter und Einkäufer relevant, weil die kommerzielle Sammlung die von registrierten Molkereien übernommene Milch erfasst. Eine höhere Aufnahme kann den Verarbeitern mehr Rohstoff für Trinkmilch und andere Milchprodukte bereitstellen. Die Zahl allein zeigt jedoch nicht, ob höhere Milchleistungen, ein größerer Kuhbestand, veränderte Lieferungen an kommerzielle Betriebe oder mehrere Faktoren für den Anstieg verantwortlich waren.
Trinkmilchproduktion sinkt gegenüber dem Vormonat
Die Entwicklung war entlang der Milchverarbeitung nicht einheitlich. Die Trinkmilchproduktion ging gegenüber dem Vormonat zurück, während die kommerzielle Kuhmilchsammlung über dem Vorjahresniveau lag. Die verfügbaren Angaben nennen das Ausmaß des monatlichen Produktionsrückgangs nicht, sodass sich die Differenz zwischen den beiden Entwicklungen nicht beziffern lässt.
Zudem beruhen die Kennzahlen auf unterschiedlichen Vergleichszeiträumen. Das Plus von 4,4 % stellt die Sammlung im Juli dem Vorjahresmonat gegenüber, während die Trinkmilchproduktion mit dem unmittelbar vorhergehenden Monat verglichen wird. Daraus lässt sich weder ein jährlicher Rückgang der Trinkmilchproduktion noch ein Anstieg der Milchsammlung gegenüber Juni ableiten.
Verarbeiter bestimmen die Verwendung der zusätzlichen Milch
Der Unterschied ist relevant, weil gesammelte Kuhmilch in mehrere Verarbeitungskanäle fließen kann und nicht ausschließlich zu abgepackter Trinkmilch wird. Ein monatlicher Rückgang der Trinkmilchproduktion kann mit der Produktionsplanung oder einer anderen Verteilung des Rohstoffs zusammenhängen. Das Quellenmaterial enthält jedoch weder Zahlen zu weiteren Produktgruppen noch eine Erklärung, weshalb daraus kein Rückgang der gesamten Milchverarbeitung abgeleitet werden kann.
Für Erzeuger zeigt das jährliche Plus von 4,4 % eine höhere Aufnahme durch den formellen Sektor als ein Jahr zuvor. Für Verarbeiter und Marktanalysten rückt wegen des gleichzeitigen monatlichen Rückgangs der Trinkmilchproduktion der Produktmix in den Mittelpunkt. Weitere Monatsdaten sind nötig, um festzustellen, ob der Juli für ein anhaltend größeres Milchangebot, eine vorübergehende Verschiebung zwischen Milchprodukten oder eine übliche monatliche Schwankung steht.