Türkei gibt Weizenbestände frei, während Brotweizenpreise steigen
Die türkische Getreidebehörde TMO verkauft ab 1. September Weizenbestände über TÜRİB, nachdem der Brotweizenindex binnen einer Woche um 4,17 % gestiegen ist. Die täglichen Mengen richten sich nach Marktbedarf und regionaler Lage.
TMO öffnet Bestände für den freien Verkauf
Die staatliche türkische Getreidebehörde Toprak Mahsulleri Ofisi (TMO) verkauft ab 1. September Weizen aus ihren Beständen über die Warenbörse Türkiye Ürün İhtisas Borsası (TÜRİB). Damit kommt nach einem deutlichen Wochenanstieg des Brotweizenindex zusätzliches Angebot auf den Binnenmarkt.
Nach Angaben von Haberler.com wird der in lizenzierten Lagern gehaltene TMO-Weizen ohne Unterscheidung zwischen Privatpersonen und Organisationen angeboten. Die Verkaufsmenge wird täglich anhand des Marktbedarfs und der regionalen Entwicklung festgelegt. Den Anfang machen Gebiete, in denen die Ernte abgeschlossen ist und keine Ware mehr an TMO geliefert wird.
Laut TMO sind die Ankäufe aus der Ernte 2026 weitgehend beendet, die Beschaffungsperiode steht kurz vor dem Abschluss. Die Behörde beobachtet zudem die Entwicklung im In- und Ausland. Ein Gesamtvolumen, einen täglichen Freigabeplan und einen Zielpreis nannte sie nicht.
Brotweizenindex steigt um 4,17 %
Die Entscheidung folgt auf eine feste Woche am türkischen Weizenmarkt. Von Karamandan.com veröffentlichte TÜRİB-Daten zeigen, dass der Brotweizenindex vom 24. bis 28. August um 4,17 % von 7.613,88 auf 7.931,36 Punkte stieg. Im Jahresvergleich lag das Plus bei 27,10 %.
Roter Brotweizen der zweiten Klasse, die umsatzstärkste Kategorie, startete mit 16,90 TRY je Kilogramm in die Woche. Der gewichtete Durchschnittspreis betrug am Montag 16,89 TRY und am Freitag 17,03 TRY je Kilogramm. Über alle Brotweizenprodukte hinweg lag der durchschnittliche Wochenpreis bei 16,49 TRY je Kilogramm.
Hartweizen zeigte kurzfristig ein anderes Bild. Die meistgehandelte zweite Klasse eröffnete bei 17,20 TRY je Kilogramm und erreichte am Freitag einen gewichteten Durchschnitt von 17,15 TRY. Der Wochendurchschnitt aller Hartweizenprodukte betrug 16,68 TRY je Kilogramm. Der Hartweizenindex lag 26,62 % über dem Vorjahreswert, der allgemeine Weizenindex 24,93 %.
Mais schwächer, Gerstenindex höher
Am übrigen Getreidemarkt war die Entwicklung uneinheitlich. Mais begann die Woche bei 14,44 TRY je Kilogramm. Sein gewichteter Durchschnitt sank von 14,37 TRY am Montag auf 14,13 TRY am Freitag. Der Wochendurchschnitt betrug 14,32 TRY je Kilogramm, während der Jahresanstieg bei 27,78 % lag.
Gerste eröffnete bei 13,10 TRY je Kilogramm und verzeichnete am Freitag einen gewichteten Durchschnitt von 13,01 TRY. Im Wochenmittel wurden 12,89 TRY je Kilogramm erreicht. Dennoch stieg der Gerstenindex von 6.645,00 auf 6.817,66 Punkte und lag 20,09 % über dem Vorjahresniveau. Der gesamte Getreideindex legte binnen Jahresfrist um 24,70 % zu.
Tagesmengen entscheiden über die Wirkung
Die Verkäufe verschaffen Mühlen, Händlern und anderen Käufern Zugang zu staatlichen Vorräten, während Brotweizen auf Wochensicht stärker zulegt als die anderen erfassten Getreidearten. Da TMO keine festen Mengen genannt hat, hängt die unmittelbare Wirkung auf die physischen Preise von den täglichen Volumina, den Lagerstandorten und den angebotenen Qualitätsklassen ab.
Auch die regionale Reihenfolge ist relevant. Der Verkaufsstart in Gebieten mit abgeschlossener Ernte und beendeten TMO-Anlieferungen verringert das Risiko einer direkten Konkurrenz zu Landwirten, die andernorts noch ihre Ernte 2026 vermarkten. Verarbeiter erhalten einen zusätzlichen Beschaffungskanal über elektronische Lagerscheine. Für Erzeuger und Lagerhalter tritt unmittelbar nach dem Indexanstieg von 4,17 % staatliches Angebot in die Preisbildung ein.