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Türkei erwartet Apfelernte von 4,5 Millionen Tonnen und plant Vermarktungs- und Exportoffensive

Die türkische Apfelproduktion dürfte in dieser Saison rund 4,5 Millionen Tonnen erreichen, nach 2.258.000 Tonnen im Vorjahr, als Frost die Ernte einbrechen ließ. Das sagte Şemsi Bayraktar, Präsident des Verbands der türkischen Landwirtschaftskammern (TZOB). Vermarktung und Angebots-Nachfrage-Balance rücken nun in den Vordergrund, Exportunterstützung wird geprüft.

Türkei erwartet Apfelernte von 4,5 Millionen Tonnen und plant Vermarktungs- und Exportoffensive

Erholung nach einer Frostsaison

Die Apfelproduktion in der Türkei dürfte in dieser Saison rund 4,5 Millionen Tonnen erreichen, nach 2.258.000 Tonnen im Vorjahr, als Frostschäden die Ernte stark verringert hatten. Die Prognose nannte Şemsi Bayraktar, Präsident des Verbands der türkischen Landwirtschaftskammern (TZOB), bei einem Besuch von Apfelanlagen im Ortsteil İğdir des Kreises Çivril in der westtürkischen Provinz Denizli.

Bayraktar kam nach Terminen in Uşak nach Çivril, beteiligte sich gemeinsam mit Erzeugern und Saisonkräften an der Ernte, besichtigte die Anlagen und nahm die Anliegen der Produzenten auf. Die Frostkatastrophe der vergangenen Saison habe zu einem deutlichen Produktionsrückgang geführt, sagte er; der erwartete Anstieg gehe auf die günstigeren Witterungsbedingungen in diesem Jahr zurück. Beide Zahlen zusammengenommen bedeuten annähernd eine Verdopplung der nationalen Erntemenge innerhalb einer Saison.

Das Gewicht von Çivril in Denizli

Bayraktar bezeichnete Denizli als eines der wichtigsten Apfelanbauzentren der Türkei und erklärte, auf Çivril entfielen rund 95 Prozent der Apfelproduktion der Provinz. Er führte die Stellung des Kreises auf die natürlichen Bedingungen zurück: Ökosystem und Bodenstruktur seien für den Apfelanbau sehr gut geeignet, und die dort erzeugten Früchte fänden sowohl im Inlandsmarkt als auch auf Exportmärkten Abnehmer.

  • Nationale Apfelernte der Vorsaison: 2.258.000 Tonnen, durch Frost gemindert
  • Erwartete Erntemenge dieser Saison: rund 4,5 Millionen Tonnen
  • Anteil von Çivril an der Apfelproduktion Denizlis: rund 95 Prozent
  • Zum Zeitpunkt des TZOB-Besuchs lief die Ernte

Vermarktung und Exportunterstützung

Eine höhere Produktion sei für die Erzeuger positiv, so Bayraktar, doch mit der größeren Ernte gewännen Vermarktung und das Verhältnis von Angebot und Nachfrage an Bedeutung. Der TZOB habe mit den Vorsitzenden der örtlichen Kammern bereits bewertet, ob der starke Produktionsanstieg dieses Gleichgewicht stören könne.

Nach seinen Angaben wird der Verband in den kommenden Tagen daran arbeiten, wie die Vermarktung zu bewältigen ist und welche Unterstützung für den Export zu erreichen wäre. Konkrete Maßnahmen, Mittel oder ein Zeitplan wurden nicht genannt, ebenso wenig Zielmengen für Auslandslieferungen. Für Erzeuger, Verarbeiter und Exporteure lautet die praktische Frage, wie viel der zusätzlichen Menge über Lagerung, Verarbeitung und Auslandsabsatz untergebracht werden kann, bevor sie auf die Erzeugerpreise drückt.

Mehr als nur Äpfel

Denizli sei für die Türkei nicht nur bei Äpfeln wichtig, sondern in der Agrarproduktion insgesamt, sagte Bayraktar; in der Provinz werde unter anderem Getreide angebaut, dazu kämen Obstbau und Tierhaltung. Die Landwirte der Provinz leisteten einen erheblichen Beitrag zur Ernährungssicherheit des Landes; er dankte den Erzeugern für die Qualität und Effizienz ihrer Produktion.

Das Ausmaß der Erholung verlagert das Saisonergebnis von der Ernte selbst auf das, was danach geschieht. Eine fast doppelt so große Menge muss durch dieselbe Inlandsnachfrage, dieselben Lagerkapazitäten und dieselben Exportkanäle. Von diesem Tempo hängt ab, ob sich der Mengenzuwachs in höheren Einkommen der Erzeuger niederschlägt oder in Preisdruck für die gesamte Branche.

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