Thailand nimmt sechs asiatische Märkte für Milchexporte ins Visier
Thailand will den Absatz von Milchprodukten in Vietnam, China, Malaysia, Singapur, den Philippinen und Indonesien ausbauen. Die Strategie soll überschüssige Rohmilch aufnehmen und zusätzliche Nachfrage für Erzeuger und Verarbeiter schaffen.
Thailand sucht neue Absatzwege für überschüssige Milch
Thailands Ministerium für Landwirtschaft und Genossenschaften entwickelt eine Strategie zur Ausweitung des Absatzes von Milchprodukten in Südostasien und China. Als Prioritäten gelten sechs Märkte: Vietnam, China, Malaysia, Singapur, die Philippinen und Indonesien. Die Initiative soll den Rohmilchüberschuss im Inland verringern und zusätzliche Absatzkanäle für Milchbauern, Verarbeiter und die staatliche Dairy Farming Promotion Organization of Thailand schaffen.
Nach Angaben von Prachachat steht die thailändische Milchwirtschaft sowohl auf Erzeuger- als auch auf Verarbeitungsseite unter Druck. Überschüssige Rohmilch belastet die Produzenten, während die Branchenorganisationen genügend Nachfrage für Fertigprodukte finden müssen. Auslandsmärkte könnten den Verarbeitern einen weiteren Kanal zum Ausgleich des inländischen Angebots eröffnen. Exportziele, Investitionsbudgets oder ein Zeitplan wurden in den vorliegenden Berichten jedoch nicht genannt.
Sechs Märkte bilden die erste Expansionskarte
Vietnam gehört neben China und fünf ASEAN-Staaten zu den sechs prioritären Zielen. Die vietnamesische Publikation Báo Tin Tức bezeichnete das Land als einen Schlüsselmarkt der Exportstrategie des Landwirtschaftsministeriums. Malaysia, Singapur, die Philippinen und Indonesien vervollständigen die Gruppe, die sowohl Nachbarländer als auch größere regionale Verbrauchermärkte umfasst.
Im Mittelpunkt stehen Milchprodukte aus 100% frischer thailändischer Kuhmilch, wie aus Berichten über Beratungen unter Leitung des stellvertretenden Landwirtschaftsministers Watcharaphon Khaokham hervorgeht. Die für ihre Marke Red Cow bekannte Dairy Farming Promotion Organization soll beim Aufbau der Auslandsnachfrage eine zentrale Rolle übernehmen. Einzelne Vertriebsgesellschaften, Importeure oder Handelspartner wurden nicht genannt.
Lokale Geschmacksrichtungen könnten das Angebot abheben
Ejan berichtete, dass Milchprodukte mit Durian- und Mangostangeschmack zu den Ideen für Auslandsmärkte gehören. Der Ansatz verbindet die thailändische Milchproduktion mit tropischen Früchten, die eng mit dem Land verbunden sind. Damit könnten sich Verarbeiter von Standardprodukten abheben. Die Berichte sagen jedoch nicht, ob die Varianten bereits kommerziell produziert werden oder Auslandsaufträge erhalten haben.
Die Bedingungen unterscheiden sich in den sechs Zielmärkten. China liegt außerhalb der ASEAN, während die übrigen fünf Länder Mitglieder des Staatenbundes sind. Für thailändische Verarbeiter stellen sich Fragen zur Produktpositionierung, Verbraucherakzeptanz und zum Aufbau von Vertriebskanälen. Angaben zu Preisen, Zöllen, Logistik oder Zertifizierung fehlen, sodass sich der kommerzielle Umfang der Initiative noch nicht bewerten lässt.
Die Umsetzung entscheidet über den Nutzen für Bauern
Das inländische Ziel ist eindeutig: Zusätzliche Auslandsverkäufe könnten Milch aufnehmen, für die in Thailand nicht genügend Nachfrage besteht. Für Milchbauern entsteht ein Vorteil, wenn Exportaufträge zu stabilen Rohmilchkäufen führen. Verarbeiter bekämen zudem einen Anreiz, Produkte gezielt für regionale Kunden zu entwickeln, anstatt sich ausschließlich auf den Heimatmarkt zu stützen.
Im nächsten Schritt müssen das Ministerium und die Dairy Farming Promotion Organization aus der Liste von sechs Ländern Verträge und Folgeaufträge machen. Für Produzenten, Händler und potenzielle Importeure sind bestätigte Marktzugangsvereinbarungen, benannte Geschäftspartner und tatsächliche Liefermengen entscheidend. Bis diese Angaben vorliegen, bleibt das Vorhaben eine Expansionsstrategie und keine bezifferte Exportzusage.