Thailand nimmt Chinas Markt für frische Snacks mit bis zu 50 Milliarden Yuan ins Visier
Thailand will Lebensmittelhersteller beim Einstieg in Chinas schnell wachsenden Markt für frische Snacks unterstützen. Das Segment hatte 2025 einen Wert von rund 18 Milliarden Yuan und könnte 2026 auf 40–50 Milliarden Yuan wachsen.
Chinas Markt könnte 50 Milliarden Yuan erreichen
Thailands Handelsministerium ermuntert heimische Lebensmittelunternehmen, Chancen im wachsenden chinesischen Markt für frische Snacks zu nutzen. Die Nachfrage wird von jüngeren Verbrauchern geprägt, die Wert auf Frische, Qualität, Gesundheit und bequemen Verzehr legen. Das Department of International Trade Promotion, kurz DITP, hat seine Auslandsbüros beauftragt, neue Märkte für thailändische Waren und Dienstleistungen zu erschließen und deren internationale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.
Wie Khaosod berichtet, bezifferte das DITP-Handelsbüro in Nanning den chinesischen Markt 2025 auf rund 18 Milliarden Yuan, nach einem Wachstum von mehr als 40 %. Im Jahr 2026 könnte das Volumen auf 40–50 Milliarden Yuan steigen, entsprechend etwa 200–250 Milliarden Baht. Damit eröffnet das Segment potenziell erhebliche Absatzchancen für thailändische Verarbeiter, Obstlieferanten und Konsummarken.
Frische Produkte erreichen den breiten Einzelhandel
Zur Kategorie gehören getrocknetes und gefriergetrocknetes Obst, verzehrfertiges Frischobst, frische Backwaren, Nüsse, Getreideprodukte, Molkereiprodukte, Getränke und gesundheitsorientierte Snacks. Das Geschäftsmodell verbindet Lebensmittelhandel mit verzehrfertigen Angeboten und setzt auf frisch hergestellte Waren, einfache Zutaten und relativ kurze Haltbarkeit. Es entspricht zudem dem Interesse an Clean-Label-Produkten und einer gesünderen Lebensweise.
Der Wettbewerb nimmt zu, weil große Handelsunternehmen in ein bislang stärker von Fachgeschäften geprägtes Segment einsteigen. Am 22. Juli 2026 führte 7-Eleven in der Provinz Jiangsu das Format „7 Fresh Snacks“ ein. Das Sortiment reicht von Getreideprodukten, Trockenobst und Nüssen bis zu Fleischwaren. Die Einführung zeigt, dass frische Snacks in breitere Vertriebskanäle mit Zugang zu größeren Verbrauchergruppen vordringen.
Thailändische Anbieter erhalten dadurch Zugang zu großvolumigem Vertrieb, müssen aber zugleich höhere Anforderungen an gleichbleibende Qualität, Verpackung, Frischemanagement und Markenbekanntheit erfüllen. Kurze Haltbarkeiten machen Logistik und Bestandssteuerung besonders wichtig. Aufgrund der breiten Produktpalette konkurrieren sie sowohl mit spezialisierten Herstellern als auch mit etablierten Lieferanten der Convenience-Ketten.
Thailand setzt auf Tropenfrüchte und Markenprodukte
DITP-Generaldirektorin Sunanta Kangvalkulkij nannte Durian, Mango, Kokosnuss, Banane, verarbeitete Tropenfrüchte und gesunde Lebensmittel als aussichtsreiche thailändische Angebote. Unternehmen sollten durch Innovation und Verarbeitung Mehrwert schaffen, Verpackungen an moderne Lebensweisen anpassen und unverwechselbare Marken und Produktgeschichten entwickeln. Ziel ist der Übergang vom Export landwirtschaftlicher Rohprodukte zu höherwertigen Waren.
Die Behörde empfiehlt außerdem, chinesische Digitalplattformen und den Onlinehandel mit dem Vertrieb über Convenience-Stores, Supermärkte, moderne Handelsformate und spezialisierte Snackgeschäfte zu verbinden. Dieser Mehrkanalansatz soll thailändische Produkte an mehr Punkten der Kaufentscheidung sichtbar machen und die Abhängigkeit von traditionellen Vertriebswegen verringern. Für Hersteller und Exporteure geht es daher nicht nur um zusätzliche Obstmengen: Erfolg verlangt Produktformate, Markenführung und Distribution, die auf bequemen Verzehr und häufige Käufe zugeschnitten sind.