Thailand will Schulmilchprogramm ausweiten und Milliardenverluste der DPO angehen
Thailand will das Schulmilchprogramm auf weitere Altersgruppen ausdehnen, um mehr überschüssige Rohmilch von den Erzeugern abzunehmen. Zugleich sollen über 1,9 Millionen Kartons der staatlichen DPO verteilt und ein Sanierungsplan für deren aufgelaufene Verluste von mehr als 4,5 Milliarden Baht erstellt werden.
Regierung sucht kurzfristigen Absatz für überschüssige Milch
Thailand bereitet eine Ausweitung seines Schulmilchprogramms vor, um überschüssige Rohmilch aufzunehmen, Milchviehhalter zu stützen und die Finanzprobleme der staatlichen Branchenorganisation zu lösen. Siam Rath berichtete am 22. Juli 2026, die Maßnahmen sollten Produktionsengpässe, unverkaufte Bestände, Milchpreise und die Folgen von Freihandelsabkommen für die heimische Branche erfassen.
Der stellvertretende Ministerpräsident und Minister für Hochschulbildung, Wissenschaft, Forschung und Innovation, Yodchanan Wongsawat, erklärte, die Regierung arbeite entlang der gesamten Wertschöpfungskette. In seiner Aufsichtsfunktion für das Ministerium für Landwirtschaft und Genossenschaften lasse er Hindernisse in der Produktion prüfen und zugleich Lagerbestände abbauen. Kurzfristig soll dies den Druck auf die Erzeuger mindern, solange das Milchangebot die Nachfrage übersteigt.
Schulen und Behörden sollen Lagerbestände aufnehmen
Die Regierung stimmt sich mit dem Bildungsministerium über eine Erweiterung der Altersgruppen ab, die im Rahmen des schulischen Ergänzungsprogramms subventionierte Milch erhalten. Mehr teilnehmende Schüler würden den Ankauf von Rohmilch bei den Erzeugern erhöhen. Zusätzlich werden Kredite und Mittel aus staatlichen Fonds als erste Hilfen geprüft, um die Belastung der Betriebe durch den Überschuss zu begrenzen.
Die dringendste operative Aufgabe betrifft die Bestände der Dairy Farming Promotion Organization of Thailand, kurz DPO. Laut Siam Rath lagern dort mehr als 1,9 Millionen Kartons Milch, deren Verzehrfrist näher rückt. Regierung und DPO versuchen, die Produkte noch rechtzeitig über öffentliche Einrichtungen zu verteilen.
Mit dem Ministerium für soziale Entwicklung und menschliche Sicherheit haben bereits Gespräche stattgefunden. Das Ressort hat zugesagt, die Verteilung dieser Charge über seine Aktivitäten zu unterstützen. Damit entsteht ein kurzfristiger Absatzweg für abgepackte Milch. Der Bericht nennt jedoch weder einen Zeitplan noch die Mengen je Behörde oder den Finanzierungsbedarf. Davon hängt ab, wie schnell die Lager geräumt werden und wann Verarbeiter wieder mehr Rohmilch annehmen können.
Mehr Verarbeitung soll die finanzielle Sanierung ergänzen
Langfristig will die Regierung zusätzliche Verwendungszwecke für Rohmilch schaffen. Sie untersucht die Erfahrungen Südkoreas mit der Verarbeitung zu Kosmezeutika und Zutaten für die Lebensmittelindustrie. Auch Milchviehbetriebe als touristische Ziele sollen zusätzliche Nachfrage und Einnahmen schaffen und die Abhängigkeit vom Verkauf als Getränk verringern. Lokale Verarbeitungsanlagen und die Nutzung von Milch bei Aktivitäten verschiedener Ministerien könnten ebenfalls Teil des Programms werden.
Die Initiative ist eng mit der Finanzlage der DPO verbunden, deren aufgelaufene Verluste mehr als 4,5 Milliarden Baht betragen. Yodchanan zufolge benötigt die Organisation einen umfassenden Sanierungsplan. Die Regierung will Fachleute mit Erfahrung bei der Restrukturierung großer Organisationen hinzuziehen und die Ausgaben mehrerer Ministerien koordinieren. Für Erzeuger, Verarbeiter und Abnehmer ist entscheidend, ob aus dem Notverkauf eine stabile Nachfrage entsteht. Eine breitere Schulmilchversorgung kann kurzfristig Volumen schaffen. Um einen erneuten Aufbau von Milchbeständen und Verlusten zu vermeiden, braucht es jedoch Verarbeitungsinvestitionen und einen belastbaren Sanierungsplan für die DPO.