Teures US-Rindfleisch setzt Japans Gyudon für ¥500 unter Druck
Sinkende US-Rinderbestände und der schwache Yen verteuern Japans Rindfleischimporte. Der Wettbewerb mit China um amerikanische und australische Teilstücke erhöht den Druck auf günstige Gyudon-Ketten und andere Gastronomiebetriebe.
Sinkender US-Rinderbestand treibt Importpreise
Japans Gastronomie verliert den Zugang zu günstigem Importfleisch, das Gyudon, Yakiniku, Hacksteaks und Hamburger für den Massenmarkt ermöglicht hat. PRESIDENT Online berichtete unter Berufung auf das japanische Landwirtschaftsministerium, dass die Preise für importiertes Rindfleisch im Juni um 27 % gegenüber dem Vorjahr stiegen. Laut Nikkei kostete US-Short-Plate, das häufig für Gyudon verwendete Bauchstück, rund 40 % mehr als im Geschäftsjahr 2025.
Der schwache Yen erhöht die Einkaufskosten, doch das grundlegende Angebotsproblem liegt in den USA. Eine Dürre in den wichtigsten Rinderregionen verringerte von 2020 bis 2022 die Verfügbarkeit von Weideland und Heu. Die Erzeuger reduzierten deshalb ihre Zuchtkuhbestände. Der Wiederaufbau einer Rinderherde dauert mehrere Jahre und ist deutlich langsamer als eine Produktionssteigerung bei Schweinen oder Geflügel.
Der US-Rinderbestand sank 2026 auf 86,2 Millionen Tiere und damit auf den niedrigsten Stand seit rund 75 Jahren, wie von PRESIDENT Online zitierte Daten des Economic Research Service des US-Landwirtschaftsministeriums zeigen. Beschränkungen für die Einfuhr lebender Rinder aus Mexiko infolge der Ausbreitung der Neuwelt-Schraubenwurmfliege verschärfen die Lage. Einige US-Verarbeiter reduzierten zudem Schichten oder schlossen Werke, nachdem ihre Margen eingebrochen waren; in einzelnen Wochen 2025 überstieg der Verlust 200 $ je verarbeitetem Tier.
Japans Importe sinken, Ersatzlieferungen werden knapper
Von PRESIDENT Online angeführte japanische Zolldaten zeigen, dass die gesamten Rindfleischimporte 2025 auf 496.000 Tonnen fielen. Das waren rund 18 % beziehungsweise 110.000 Tonnen weniger als 2020. Die Einfuhren aus den USA sanken um 30 % auf 178.000 Tonnen. Auch hochwertige Restaurantstücke wurden knapper: Die gemeinsamen Importe von US-Filet, Sirloin und Rib-Eye-Roll gingen von 8.685 Tonnen im Jahr 2020 auf 2.900 Tonnen im Jahr 2025 zurück.
Australien, Japans größter Rindfleischlieferant, kann die Lücke nur begrenzt schließen, weil Käufer aus anderen Märkten um dieselbe Ware konkurrieren. China führte 2026 länderspezifische Einfuhrquoten für Rindfleisch ein. Nach Überschreiten der jeweiligen Quote wird für den Rest des Jahres ein zusätzlicher Zoll von 55 % erhoben. Chinesische Importeure zogen ihre Käufe vor; laut PRESIDENT Online war Australiens Quote bereits im Juni ausgeschöpft.
Der Wettbewerb könnte sich nach der Einigung zwischen den USA und China vom Mai 2026 über erneuerte und zusätzliche Registrierungen amerikanischer Rindfleischexporteure weiter verschärfen. Eine umfassende Wiederaufnahme chinesischer Käufe würde Japan direkte Konkurrenz um Short Plate bringen, das sowohl für Gyudon als auch für chinesischen Feuertopf verwendet wird. Zugleich dürfte der Druck auf australische Lieferungen steigen, obwohl das globale Angebot bereits knapp ist.
Günstige Restaurants haben kaum heimische Alternativen
Die japanische Produktion kann die ausgefallenen Importe nicht kurzfristig ersetzen. Heimische Landwirte kämpfen mit teurem Futter, Arbeitskräftemangel, einem schwachen Yen und höheren Kälberpreisen. Japan produzierte 2020 insgesamt 333.000 Tonnen Rindfleisch und 2025 rund 340.000 Tonnen. Gleichzeitig stiegen die Exporte von etwa 4.800 auf 11.800 Tonnen. Der geringe Produktionszuwachs führte deshalb nicht zu einem vergleichbaren Plus für den Binnenmarkt.
Restaurants reagieren mit höheren Preisen, kleineren Portionen, anderen Teilstücken und weniger rindfleischabhängigen Gerichten. Laut PRESIDENT Online mischen Gyudon-Anbieter Short Plate mit benachbarten Bauchstücken; Curry und Ölnudeln verringern ebenfalls die Abhängigkeit. Der Druck erfasst die gesamte Branche: Tokyo Shoko Research verzeichnete im Geschäftsjahr 2025 insgesamt 57 Insolvenzen von Yakiniku-Restaurants, den zweiten Rekord in Folge. Steak Gusto beendete nach dem 29. Mai 2026 seine monatliche Flatrate für Steaks. Eine nachhaltige Erholung der US-Rindfleischproduktion wird nicht vor 2028 erwartet, sodass Importeure und Restaurantketten noch mehrere Jahre hohen Preisen und harter Beschaffungskonkurrenz ausgesetzt bleiben.