Südkoreas Markt für Tiefkühlbackwaren erreicht geschätzte 1 Billion Won
Südkoreas Markt für tiefgekühlte Teiglinge und Backwaren wird auf rund 1 Billion Won geschätzt. Höhere Preise und Personalkosten sowie der Mangel an Bäckern treiben Hersteller zum Kapazitätsausbau und Betriebe zu industriell vorbereiteten Produkten.
Höhere Preise beschleunigen den Wechsel zu Tiefkühlware
Südkoreas Markt für tiefgekühlte Teiglinge und Backwaren ist auf schätzungsweise 1 Billion Won gewachsen. Steigende Brotpreise und Personalkosten sowie Schwierigkeiten bei der Suche nach qualifizierten Bäckern verändern Produktion und Verkauf. Verbraucher kaufen tiefgekühlte Sandwiches und Croissants in Supermärkten und Onlineshops. Cafés und Bäckereien beziehen zunehmend Teig, der im Werk bereits gemischt, geformt und teilweise auch gegärt wurde.
Nach Angaben der Korea Economic Daily erhöhte Paris Baguette zuletzt die Preise von 127 Produkten um durchschnittlich 5,0%. Betroffen waren 86 Brote sowie 41 Kuchen und Desserts. Das Sangmidang-Frischbrot verteuerte sich von 3.900 Won auf 4.100 Won, Castella von 2.400 Won auf 2.500 Won. Tous les Jours hob die Preise für 76 Brot- und Kuchenprodukte um durchschnittlich 8,2% an, Samlip die Preise von 59 Broten um durchschnittlich 9,4%.
Tiefgekühlte Teiglinge verringern den Arbeitsaufwand in der Filiale. Je nach Produkt mischen die Hersteller den Teig und übernehmen Formung oder Gärung vor dem Einfrieren. Die Beschäftigten tauen die Ware anschließend auf oder lassen sie fertig gären und backen sie. Standorte ohne eigenen Bäcker können so Croissants und Gebäck mit einheitlicher Form und gleichbleibendem Geschmack anbieten. Das Backen nach Bedarf kann zudem Ausschuss reduzieren.
Samyangsa baut Ready-to-bake-Kapazität aus
Die Hersteller erweitern als Reaktion auf die Verschiebung ihre Kapazitäten. Samyangsa investierte laut Korea Economic Daily 30,8 Milliarden Won in eine 5.280 Quadratmeter große Spezialanlage für Tiefkühlteiglinge in Incheon und nahm sie in diesem Jahr in Betrieb. Die Jahreskapazität beträgt 5.000 Tonnen und liegt damit mehr als viermal so hoch wie in der bisherigen Pilotfabrik.
Samyangsa will die Produktion backfertiger Waren im zweiten Halbjahr ausweiten. Bis zu 95% des Backprozesses werden im Werk abgeschlossen, bevor die Ware tiefgekühlt ausgeliefert wird. Cafés und Bäckereien müssen nur noch wenige letzte Schritte wie die abschließende Gärung und das Backen übernehmen.
Gegenüber einem herkömmlichen Backprozess kann das System die Zubereitungszeit um bis zu 95% und die Prozesskosten um 40% bis 50% senken, berichtete die Zeitung. Das ist besonders für unabhängige Cafés und größere Ketten relevant, die nur schwer qualifizierte Bäcker beschäftigen können. Die zentrale Vorbereitung erleichtert den Lieferanten außerdem, an vielen Standorten eine einheitliche Produktqualität zu sichern.
Privathaushalte schaffen einen zweiten Wachstumskanal
Neben dem Geschäft mit gewerblichen Kunden wächst die Nachfrage der Haushalte. Das Absatzvolumen der Tiefkühlsandwich-Marke Vecchia & Nuovo von Shinsegae Food stieg im vergangenen Jahr um 195% und übertraf 5 Millionen Stück. Das Basilikum-Käse-Ciabatta-Sandwich verkaufte sich bei Emart Traders im Monatsdurchschnitt mehr als 40.000 Mal. Im ersten Quartal legte der Umsatz mit Tiefkühlsandwiches gegenüber dem Vorjahr um weitere 58% zu.
Samlips Umsatz mit Tiefkühlbackwaren stieg im ersten Quartal um 16%. CJ CheilJedang und weitere Lebensmittelkonzerne erweitern ebenfalls ihre Sortimente und verschärfen damit den Wettbewerb. Shinsegae Food will das Sandwichgeschäft über Caféketten und ODM-Fertigung ausbauen. Das Unternehmen strebt in diesem Jahr 61 Milliarden Won Jahresumsatz an und will 2028 einen Wert von 73 Milliarden Won erreichen.
Die Entwicklung verändert auch die Bedeutung von „frisch gebacken“. Ein Produkt kann direkt aus dem Ofen der Filiale kommen, ohne dass der Teig dort gemischt oder geformt wurde. Für Hersteller und Gastronomiebetriebe signalisiert die Schätzung von 1 Billion Won einen beträchtlichen Absatzmarkt für industrielle Vorbereitung, Tiefkühllogistik und das abschließende Backen nahe am Verbraucher. Traditionelle Bäckereien konkurrieren damit stärker mit Betrieben, die standardisierte Backwaren mit weniger Personal, kürzeren Zubereitungszeiten und potenziell weniger Ausschuss anbieten können.
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