Südkoreas Export von verarbeitetem Hühnerfleisch nach Europa steigt um 721 %
Südkoreas Ausfuhr von verarbeitetem Hühnerfleisch in die EU und das Vereinigte Königreich erreichte im ersten Halbjahr 5,2 Millionen $. Das Plus von 721 % wurde durch die gesundheitliche Zulassung, knochenlose Tiefkühlprodukte und große Handelsketten ermöglicht.
Ausfuhr steigt auf mehr als das Achtfache
Südkorea exportierte im ersten Halbjahr verarbeitetes Hühnerfleisch im Wert von 5,2 Millionen $ in die Europäische Union und das Vereinigte Königreich, teilte das Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und ländliche Angelegenheiten mit. Gegenüber 630.000 $ im Vorjahreszeitraum war das ein Anstieg um 721 % und damit auf mehr als das Achtfache.
Absolut bleibt der Handelswert überschaubar, für südkoreanische Geflügellieferanten bedeutet die Entwicklung jedoch einen deutlichen Fortschritt beim Marktzugang. Wegen der Sorge vor Geflügelpest sowie strenger Vorgaben für Lebensmittelsicherheit und Veterinärkontrollen war Europa für tierische Erzeugnisse aus Südkorea lange weitgehend verschlossen. With Buyer berichtet, Südkorea habe die EU erstmals 1996 um eine Einfuhrgenehmigung für Hühnerfleisch gebeten; die Verhandlungen über die Hygieneauflagen dauerten 27 Jahre.
Hitzebehandlung ermöglicht Marktzugang
Die südkoreanischen Behörden für Lebensmittelsicherheit und Landwirtschaft reagierten auf verschärfte EU-Kontrollen beim Antibiotikamanagement für Lebensmittel tierischen Ursprungs. Anschließend bestand das Land die für zugelassene Lieferstaaten erforderliche EU-Bewertung. Zu den ersten Produkten gehörte sterilisierter Samgyetang in einer haltbaren Retortenverpackung, eine Suppe mit einem ganzen Huhn, deren Verarbeitung die einschlägigen Hygienekontrollen erfüllte.
Diese erste Zulassung schuf einen Weg für ein breiteres Sortiment an verarbeitetem Hühnerfleisch. Für Exporteure ist sie entscheidend, weil der Zugang zum europäischen Einzelhandel eine gesundheitliche Genehmigung voraussetzt. Importeure erhalten zugleich eine zusätzliche Bezugsquelle für zubereitete Geflügelprodukte. Dauerhafte Handelsströme erfordern weiterhin regelkonforme Produktion, zugelassene Betriebe und verlässliche Dokumentation.
Knochenlose Tiefkühlware verbreitert die Nachfrage
Die Lieferanten passen ihr Sortiment an europäische Verbraucher an. Samgyetang half beim Markteintritt, doch ein ganzes Huhn mit Knochen und Kräuteraromen stellte für manche Käufer eine Hürde dar. Südkoreanische Lebensmittelunternehmen setzen deshalb stärker auf knochenloses Dakgangjeong, ein süß-salzig-scharfes frittiertes Hühnergericht, und andere Tiefkühlprodukte. Laut With Buyer gelangen diese Waren in große europäische Handelsketten wie Carrefour und Costco.
Zusätzliche Nachfrage entsteht durch die Bekanntheit von koreanischem frittiertem Hühnerfleisch aus Fernsehformaten und koreanischen Restaurants. Die Anbieter haben Tiefkühlprodukte für Heißluftfritteusen entwickelt, um zu Hause eine knusprige Außenseite und saftiges Fleisch zu erreichen. Restauranterfahrung, Verfügbarkeit im Supermarkt und einfache Zubereitung eröffnen einen Absatzweg jenseits asiatischer Fachgeschäfte. Für europäische Importeure und Händler bleibt allerdings wichtig, dass das Wachstum von 721 % von einer niedrigen Basis ausgeht. Die weitere Entwicklung hängt von Wiederholungskäufen, zusätzlichen Listungen und der fortlaufenden Einhaltung der Hygienevorgaben der EU und des Vereinigten Königreichs ab.