Südkoreas Halbleiterausbau schafft Bauaufträge jenseits der Chipfabriken
Staatlich unterstützte Investitionen in Halbleiter und KI schaffen in Südkorea Aufträge für Fabriken, Umspannwerke und begleitende Infrastruktur. Mittelgroße Bauunternehmen profitieren von Projekten außerhalb der Kernfabriken, müssen aber mit langen Vorlaufzeiten und starkem Preiswettbewerb rechnen.
Samsung-HVAC-Werk erweitert den Industriebau
Südkoreas geplanter Ausbau der Halbleiter- und KI-Infrastruktur vergrößert die Baupipeline über die eigentlichen Fertigungsanlagen hinaus. Opinion News berichtet, dass mittelgroße und regionale Unternehmen erste Aufträge für Produktionsgebäude, Umspannwerke und Nebenanlagen erhalten. Bei technisch anspruchsvollen Chipfabriken und Hyperscale-Rechenzentren bleiben dagegen die größten Baukonzerne im Vorteil.
Kumho Engineering & Construction hat nach eigenen Angaben mit Samsung Electronics einen Vertrag über den Bau eines koreanischen Werks für FläktGroup geschlossen. Opinion News bezeichnet das von Samsung übernommene deutsche Unternehmen als Europas größten Anbieter von Klimaanlagen. Das Werk entsteht an der Amco-ro 70 im Bezirk Buk-gu von Gwangju. Es umfasst ein oberirdisches Geschoss und 23.588 Quadratmeter Bruttogeschossfläche; die Fertigstellung ist für Februar 2028 vorgesehen.
Zum Projekt gehören das HVAC-Hauptwerk, Büros, ein Lager, ein Labor und Pausenräume. HVAC-Systeme verbinden Kühlung, Heizung, Lüftung und Luftqualitätskontrolle. Ihre Bedeutung wächst, weil KI-Rechenzentren und Halbleiterfabriken umfangreiche Kühl- und Umwelttechnik benötigen. Samsung will den Standort Gwangju zu einer globalen Produktionsbasis für KI-Haushaltsgeräte und HVAC-Anlagen entwickeln.
Mittelgroße Unternehmen gewinnen Aufträge für Nebenanlagen
Weitere Bauunternehmen beteiligen sich bereits am Investitionszyklus. IS Dongseo schloss kürzlich mit SK Ecoplant einen Bauvertrag über 63,5 Milliarden Won für das Projekt Cheongju P&T7 von SK hynix. Die Packaging- und Testfabrik soll die steigende Nachfrage nach KI-Speicher bedienen. IS Dongseo erhielt Berichten zufolge einen Unterauftrag für die Montage von Betonfertigteilwänden.
Dongbu Corporation gewann als Generalunternehmer einen Auftrag über rund 192,4 Milliarden Won für eine Gemeinschaftseinrichtung auf dem SK-hynix-Campus in Yongin. HL D&I Halla baut im Direktauftrag von Samsung Electronics ein 345-Kilovolt-Umspannwerk in Pyeongtaek. Die Projekte zeigen, wie sich Halbleiterausgaben auf Strominfrastruktur, Nebengebäude und spezialisierte Baupakete ausweiten.
Samsung C&T, Hyundai E&C, Daewoo E&C, DL E&C, GS E&C, POSCO E&C, SK Ecoplant und Samsung E&A kommen als Bieter für Chip- und Batteriefabriken, Rechenzentren und Infrastruktur infrage. Kernanlagen erfordern Erfahrung mit Sicherheit, Prozessstabilität, Präzisionsbau, Stromanschlüssen, Kühlung, Kommunikation und Reinräumen. Mittelgroße und lokale Firmen dürften eher um Kraftwerke, Übertragungsnetze, Umspannwerke, Wasserleitungen, Abwasseranlagen, Zufahrtsstraßen, Logistikgebäude, Wohnheime und Büros konkurrieren.
Nationale Großprojekte wirken erst mit Verzögerung
Die Pipeline folgt einem im Juni angekündigten Regierungsplan, der die Halbleiterproduktion breiter über das Land verteilen soll. Laut Opinion News sind für Gwangju Investitionen von 800 Billionen Won vorgesehen. Samsung Electronics und SK hynix sollen dort jeweils zwei Speicherfabriken errichten. Busan und Gumi sind als Zentren für Materialien, Komponenten und Ausrüstung vorgesehen, die Region Chungcheong als Standort für HBM-Packaging.
Auch die Investitionen im Hauptstadtgebiet sollen steigen. Samsung plant 360 Billionen Won für sechs Systemhalbleiterfabriken im nationalen Industriekomplex Yongin und will das Fertigstellungsziel von 2047 auf 2040 vorziehen. SK hynix beabsichtigt, die Investitionen im Halbleitercluster Yongin von 122 Billionen auf 600 Billionen Won zu erhöhen und die Fertigstellung von sechs Fabriken von 2045 auf 2033 vorzuziehen.
Die Aufträge werden schrittweise vergeben. Standortwahl, Genehmigungen, Grundstücksentschädigungen sowie Strom- und Wassernetze müssen vielfach zuerst abgeschlossen werden. Regionale Arbeitsgemeinschaften und Vergabepräferenzen könnten lokalen Firmen mehr öffentliche Infrastrukturprojekte bringen. Private Auftraggeber lassen sich jedoch kaum zur Beteiligung lokaler Unternehmen verpflichten, Nebenlose können klein oder als Unterauftrag vergeben werden und im Tiefbau herrscht starker Preiswettbewerb. Die lange Vorlaufzeit wird daher den aktuellen Liquiditätsdruck kleiner regionaler Unternehmen kaum kurzfristig mindern.
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