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Südkoreanische Schweinefleischhändler wegen Kartellverdachts angeklagt

Südkoreanische Staatsanwälte haben sechs Schweinefleischhändler und 12 Beschäftigte wegen mutmaßlicher Preisabsprachen bei Lieferungen an E-Mart angeklagt. Die betroffenen Geschäfte werden auf rund 1,2 Billionen Won geschätzt; Verbraucher sollen mindestens 20 % zu viel gezahlt haben.

Südkoreanische Schweinefleischhändler wegen Kartellverdachts angeklagt

Sechs Lieferanten und 12 Beschäftigte vor Gericht

Die südkoreanische Staatsanwaltschaft hat sechs Schweinefleischhändler und 12 Beschäftigte angeklagt. Sie sollen über mehr als sechs Jahre hinweg die Lieferpreise für den großen Einzelhändler E-Mart abgestimmt haben. Zu den Unternehmen gehören Dodram Food, das in koreanischen Medien als größter Schweinefleischhändler des Landes bezeichnet wird, und die Schweinezüchtergenossenschaft Bukyeong.

Die Staatsanwaltschaft des östlichen Bezirks von Seoul teilte am 4. mit, dass die Unternehmen und Beschäftigten ohne Untersuchungshaft wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das südkoreanische Gesetz über fairen Handel angeklagt wurden. Die Vorwürfe betreffen den Zeitraum von August 2017 bis November 2023. Schweinefleisch und insbesondere als Samgyeopsal bekannter Schweinebauch blieben in dieser Zeit wichtige Produkte für südkoreanische Haushalte.

Geschäfte im Wert von rund 1,2 Billionen Won

Laut Straight News schätzt die Staatsanwaltschaft das Volumen der betroffenen Geschäfte auf rund 1,2 Billionen Won. Verbraucher sollen für Schweinebauch und andere Teilstücke mindestens 20 % mehr gezahlt haben, als bei normalem Wettbewerb zu erwarten gewesen wäre. Damit betrifft der Fall neben den angeklagten Unternehmen auch Einzelhändler und Kunden, die den höheren Ladenpreisen ausgesetzt waren.

Die Lieferanten sollen ihre Preise für E-Mart im Voraus abgestimmt und vorgesehene Angebotspreise mit Wettbewerbern geteilt haben. Dadurch sei der Preiswettbewerb zwischen den großen Händlern eingeschränkt worden. Laut Asia News Agency umfasste die Untersuchung neun große Lieferanten im stark konzentrierten südkoreanischen Schweinefleischvertrieb. Angeklagt wurden schließlich sechs Unternehmen, darunter die Nummer eins und zwei des Marktes.

Geheime Chats und mutmaßliche Beweisvernichtung

Straight News berichtete, dass die Ermittler Hinweise auf Preisabsprachen in einem geheimen Telegram-Chat fanden. Die Staatsanwaltschaft stellte außerdem mutmaßliche Versuche fest, die Untersuchung der koreanischen Fair Trade Commission zu behindern. Dazu sollen die Löschung des Chats kurz nach Beginn der Untersuchung und die Vernichtung von Computerdaten gehört haben. Neben dem Kartellvorwurf geht es damit auch um den Umgang mit Beweismitteln.

Die Anklage ist kein Schuldspruch; die Vorwürfe müssen nun vor Gericht geprüft werden. Für Südkoreas Schweinefleischbranche rückt das Verfahren die Beschaffung zwischen führenden Verarbeitern, Händlern und großen Einzelhandelsketten stärker in den Blick. Der Ausgang könnte beeinflussen, wie Lieferanten Angebote erstellen, Marktinformationen austauschen und Verhandlungen mit Handelsunternehmen dokumentieren. Die Staatsanwaltschaft kündigte an, weiterhin konsequent gegen wettbewerbsverzerrende Kartelle und die Behinderung von Untersuchungen der Fair Trade Commission vorzugehen.

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