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Südkoreas Rinderhalter protestieren gegen mehr Importe und möglichen Brasilien-Zugang

Südkoreas Rindfleischimporte stiegen im Juli um 21,8 % auf 56.000 Tonnen, vor allem wegen höherer Lieferungen aus Australien. Hanwoo-Erzeuger kündigen Proteste gegen einen möglichen Marktzugang Brasiliens und neue Mercosur-Gespräche an.

Südkoreas Rinderhalter protestieren gegen mehr Importe und möglichen Brasilien-Zugang

Erzeuger bereiten stufenweise Proteste vor

Südkoreanische Rinderhalter bereiten gemeinsame Aktionen gegen eine weitere Öffnung des heimischen Rindfleischmarktes vor. Gleichzeitig steigen die Importe, und die Regierung erwägt eine Wiederaufnahme der Handelsgespräche mit dem Mercosur. Laut Newsis beschloss der Vorstand des Hanwoo-Erzeugerverbands stufenweise Gegenmaßnahmen, darunter eine Pressekonferenz und möglicherweise eine große Bauernkundgebung.

Der Verband sieht ein wachsendes Risiko, weil Seoul parallel neue Mercosur-Verhandlungen anstrebt und eine Vor-Ort-Prüfung für die sanitären Einfuhrbedingungen brasilianischen Rindfleischs durchführt. Brasilien ist der weltweit größte Rindfleischexporteur. Lieferungen nach Südkorea setzen jedoch den Abschluss des Quarantäneverfahrens voraus; ein späteres Handelsabkommen könnte zusätzlich die Zollbehandlung verändern.

Australien treibt das Juli-Wachstum

Südkorea importierte im Juli 56.000 Tonnen Rindfleisch, 21,8 % mehr als im Vorjahresmonat. Das geht aus dem von Newsis zitierten August-Bericht des Korea Rural Economic Institute hervor. Von Januar bis Juli erreichten die Einfuhren 304.689 Tonnen und lagen damit 7,7 % höher.

Australien lieferte den größten Teil des Zuwachses. Die australischen Mengen sprangen um 69,0 % auf 34.000 Tonnen, während die Einfuhren aus den USA um 13,3 % auf 20.000 Tonnen sanken. Trotz rückläufiger US-Lieferungen nahm das gesamte Auslandsangebot damit weiter zu.

Auch höhere Preise bremsten die Mengen nicht. Der durchschnittliche Einfuhrpreis stieg um 13,2 % auf 9,39 $ je Kilogramm. US-Rindfleisch verteuerte sich um 11,7 % auf 10,86 $ je Kilogramm, australische Ware um 17,8 % auf 8,30 $.

Sinkende Zölle verschärfen den Wettbewerb

Der Hanwoo-Verband warnt, dass brasilianische Ware zusätzlichen Druck in einem Markt erzeugen würde, in dem die Zölle für etablierte Lieferländer bereits auslaufen. Der Zoll auf US-Rindfleisch wurde dieses Jahr abgeschafft; für australische Ware gilt ein Satz von 5,3 %. Dieser entfällt 2028, die Zölle auf kanadisches und neuseeländisches Rindfleisch folgen 2029.

Gleichzeitig ist das heimische Angebot gesunken. Im Juli wurden 68.754 Hanwoo-Rinder klassifiziert, 13,3 % weniger als ein Jahr zuvor. Das knappere Angebot trieb den Großhandelspreis um 20,8 % auf 21.778 Won je Kilogramm. Die Erzeuger befürchten, dass anhaltende Produktionskosten und mehr Wettbewerb durch günstigere Importware ihre Betriebe trotz höherer Inlandspreise belasten.

Mercosur-Gespräche erweitern den Konflikt

Die Regierung erörtert die Wiederaufnahme der zuvor ausgesetzten Handelsverhandlungen mit dem Mercosur. Südkorea und Brasilien verabschiedeten zudem einen Vierjahresplan für eine breitere Zusammenarbeit, unter anderem bei kritischen Mineralien, Verteidigung und Automobilen.

Die sanitäre Prüfung für brasilianisches Rindfleisch läuft getrennt von den Handelsgesprächen. Der Erzeugerverband fordert vor einer Marktöffnung eine Folgenabschätzung und konkrete Hilfen für Hanwoo-Betriebe. Entscheidend sind daher zwei eigenständige Verfahren: die gesundheitliche Einfuhrzulassung für Brasilien und mögliche Zollzugeständnisse in einem Mercosur-Abkommen.

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