Südkorea nutzt Malaysia zur Ausweitung seiner Halal-Lebensmittelexporte
Südkorea präsentierte auf der MAHA 2026 insgesamt 22 aussichtsreiche Halal-Produkte, um K-Food-Exporte über Nudeln und Snacks hinaus auszubauen. Zertifizierung, Verbraucherbefragungen und Käuferkontakte sollen Malaysia zum Zugangstor für den weltweiten muslimischen Markt mit 2 Milliarden Menschen machen.
K-Food-Kampagne erweitert das Sortiment
Südkorea nutzt Malaysia als strategischen Einstiegspunkt für eine breitere Offensive auf dem globalen Halal-Lebensmittelmarkt. Die Kampagne soll die Ausfuhren über etablierte K-Food-Kategorien wie Instantnudeln und Snacks hinaus erweitern. Im Mittelpunkt stehen zertifizierte Getränke, verarbeitete Lebensmittel und frische Agrarerzeugnisse für malaysische Verbraucher und Einkäufer.
Nach Angaben von Dongponews betrieben die Korea Agro-Fisheries & Food Trade Corporation, kurz aT, und die südkoreanische Botschaft in Malaysia erstmals einen koreanischen Pavillon auf der MAHA 2026. Die Messe für Landwirtschaft, Gartenbau und Agrotourismus gilt als Malaysias größte Veranstaltung dieser Art und verzeichnete rund 4,3 Millionen Besucher.
Auf der MAHA 2026 wurden 22 Halal-Produkte vorgestellt
Im Zentrum des Pavillons stand das Projekt NEXT K-Food. Fünf Unternehmen, die als aussichtsreiche Exporteure im Halal-Segment der ASEAN ausgewählt wurden, präsentierten 22 verarbeitete Lebensmittel. Dazu gehörten Obst- und Gemüsegetränke sowie croissantförmige Snacks aus geröstetem Reis, sogenannte Crungji. Außerdem wurden etablierte Exportwaren wie Nudeln, Süßwaren und Getränke sowie frische Trauben und Pfirsiche gezeigt.
Malaysias Premierminister Anwar Ibrahim besuchte am letzten Messetag den Bereich NEXT K-Food und informierte sich unter anderem über Halal-Getränke. Sein Besuch verschaffte der Kampagne zusätzliche Aufmerksamkeit. In Malaysia ist die Einhaltung der Halal-Vorgaben entscheidend, um große Teile des heimischen Verbrauchermarktes zu erreichen, und kann zugleich den Zugang zu Einkäufern erleichtern, die weitere muslimisch geprägte Länder beliefern.
Die südkoreanische Regierung betrachtet Malaysia als strategische Basis für den Zugang zu einem globalen muslimischen Verbrauchermarkt mit geschätzt 2 Milliarden Menschen. Botschafter Yeo Seung-bae kündigte aktive Unterstützung für eine breitere lokale Verbreitung wettbewerbsfähiger koreanischer Halal-Lebensmittel an. aT will weiterhin Produkte mit Exportpotenzial auf Grundlage lokaler Konsumtrends identifizieren und die marktspezifische Werbung in der ASEAN verstärken.
Verbraucherdaten sollen die Lokalisierung steuern
Der Auftritt auf der MAHA war nicht nur als Produktschau, sondern auch als Markttest angelegt. aT führte rund 3.000 Verbraucherbefragungen durch, vor allem zu Produkten, die in Malaysia noch nicht in größerem Umfang erhältlich sind. Angaben zu Geschmack und Kaufinteresse sollen in die Produktanpassung und künftige Exportplanung einfließen.
Die Ergebnisse können Exporteuren zeigen, welche Geschmacksrichtungen, Formate und Kategorien weitere Investitionen rechtfertigen, bevor sie eine breitere Distribution aufbauen. Eine Halal-Zertifizierung ermöglicht den Marktzugang, doch der wirtschaftliche Erfolg hängt ebenso von lokalen Vorlieben, Preisvorstellungen und Anforderungen des Einzelhandels ab. Malaysia bietet koreanischen Herstellern die Möglichkeit, Zertifizierung, Verbrauchernachfrage und Käuferinteresse gleichzeitig zu prüfen.
Zur verbraucherorientierten Kampagne gehörte auch Durian Kimchi, ein koreanisch-malaysisches Influencer-Ehepaar, das vom südkoreanischen Landwirtschaftsministerium zu ASEAN-K-Food-Ehrenbotschaftern ernannt wurde. Bei einer Dessert-Kochshow demonstrierte das Duo zusätzliche Verwendungsmöglichkeiten koreanischer Lebensmittel. Verkostungen, Produktvorführungen, Umfragen und Käuferkontakte zeigen, dass Südkorea ein breiteres Exportportfolio aufbauen und sich nicht allein auf die internationale Beliebtheit von Nudeln und Snacks stützen will.