Südkorea kauft 1.300 Tonnen Hochlandkartoffeln bei steigender Ernte
Die staatliche Korea Agro-Fisheries & Food Trade Corporation will 1.300 Tonnen Hochlandkartoffeln der Ernte 2026 einlagern. Die Produktion soll gegenüber dem Vorjahr um 7,4 % auf rund 123.000 Tonnen steigen; der Ankauf soll den Markt stabilisieren und eine Notfallreserve schaffen.
Staatlicher Käufer bereitet Intervention vor
Die staatliche Korea Agro-Fisheries & Food Trade Corporation, kurz aT, will 1.300 Tonnen Hochlandkartoffeln der Ernte 2026 ankaufen und einlagern. Die Maßnahme erfolgt vor dem Hintergrund einer größeren erwarteten Ernte. Sie soll verhindern, dass umfangreiche Mengen gleichzeitig auf den Markt kommen und einen starken Preisrückgang auslösen.
Wie Newsis berichtete, veranstaltete aT am 7. September im landwirtschaftlichen Technologiezentrum des Landkreises Pyeongchang in der Sonderautonomieprovinz Gangwon eine Informationsveranstaltung für potenzielle Bieter. Die Gesellschaft prüfte die Bestandsentwicklung in den wichtigsten Anbaugebieten und erläuterte das Ausschreibungsverfahren, die Ankaufskriterien und weitere Vorgaben des Lagerprogramms.
Zum Termin gehörten außerdem eine Fragerunde und Gespräche mit Marktteilnehmern. Damit sollen die Regeln vor Beginn des Ankaufs geklärt und Unsicherheiten für Unternehmen und Lagerhalter verringert werden, die sich an der Ausschreibung beteiligen wollen.
Ernteprognose steigt um 7,4 %
Das Agricultural Outlook Center des Korea Rural Economic Institute erwartet für 2026 eine südkoreanische Hochlandkartoffelproduktion von rund 123.000 Tonnen. Das wären 7,4 % mehr als im Vorjahr. Gründe sind eine größere Anbaufläche und höhere Flächenerträge; auch die allgemeine Entwicklung der Bestände wird besser als im vergangenen Jahr beurteilt.
Der günstigere Ausblick erhöht allerdings die Gefahr eines vorübergehenden Überangebots, wenn große Mengen innerhalb kurzer Zeit vermarktet werden. Mit der Entnahme von 1.300 Tonnen aus dem unmittelbaren Angebot will die Regierung den Druck auf Erzeuger- und Großhandelspreise begrenzen und zugleich einen später nutzbaren Vorrat aufbauen.
Die Produktionsprognose bleibt jedoch wetterabhängig. Hitzewellen und lokale Starkregenfälle haben zuletzt die Unsicherheit über Produktion und Versorgung erhöht. Hohe Temperaturen und häufige Niederschläge im August haben laut dem Bericht bereits zu regional unterschiedlichen Veränderungen der Kartoffelqualität geführt.
Vorrat für Versorgungsengpässe
aT erklärte, die angekauften Kartoffeln bei wetterbedingten oder anderen Versorgungsstörungen frühzeitig einsetzen zu wollen. Die Bestände sollen zudem zum geeigneten Zeitpunkt in der angebotsärmeren Saison des kommenden Jahres freigegeben werden, wenn das Inlandangebot knapper ist und die Verbraucherpreise steigen könnten.
Das Programm erfüllt damit zwei unmittelbare Marktfunktionen. Es schafft einen zusätzlichen Absatzkanal für einen Teil der Ernte, die voraussichtlich über dem Vorjahresniveau liegt, und gibt den Behörden eine physische Reserve für spätere Engpässe. Der Freigabezeitpunkt entscheidet darüber, ob die Intervention Preisschwankungen begrenzt, ohne bereits eingelagerte Ware privater Händler und Lagerunternehmen zu verdrängen.
Lee Jae-wook, der bei aT für Angebot und Nachfrage zuständige Direktor, erklärte, zunehmend häufige Wetteranomalien machten eine frühzeitige und stabile Versorgungssteuerung wichtiger. aT werde den Ankauf reibungslos umsetzen und die erworbene Menge effizient zur Stabilisierung der Verbraucherpreise nutzen. Für Erzeuger, Verarbeiter und Großhändler sind nun die Ausschreibungsbedingungen, die tatsächliche Erntequalität und der Zeitplan für den Auf- und Abbau der staatlichen Reserve entscheidend.