Südkoreas Erzeugerpreise steigen im August um 0,2 % – Spinat verteuert sich um 51,9 %
Südkoreas Erzeugerpreisindex stieg im August um 0,2 % auf 129,64 nach 129,43 im Juli und machte damit den Rückgang des Vormonats wett, wie die Bank of Korea mitteilte. Eine Hitzewelle trieb die Preise für Spinat um 51,9 % und für Schweinefleisch um 5,4 % nach oben, während höhere Ölpreise die Kosten für Strom, Gas, Wasser und Abfall anhoben.
Südkoreas Erzeugerpreisindex ist im August um 0,2 % auf 129,64 gestiegen, nach 129,43 im Juli, und hat damit den Rückgang des Vormonats wettgemacht. Das teilte die Bank of Korea am 18. September mit. Die Notenbank führte die Erholung auf zwei voneinander unabhängige Kostenschocks zurück: eine sommerliche Hitzewelle, die Erzeugnisse aus Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei verteuerte, und höhere internationale Rohölpreise, die die Kosten für Strom, Gas, Wasser und Abfallentsorgung anhoben.
Der Anstieg fällt insgesamt gering aus, konzentriert sich jedoch auf wenige Warengruppen. Spinat verteuerte sich um 51,9 %, Schweinefleisch um 5,4 % – beides Positionen, die in der Veröffentlichung eigens genannt werden. Keine davon bewegt für sich genommen einen nationalen Index aus Tausenden Preisnotierungen, weshalb der Gesamtanstieg bei zwei Zehntel Prozentpunkten blieb, obwohl einzelne Agrarerzeugnisse zweistellig zulegten.
Hitzewelle trifft vor allem Frischgemüse
Blattgemüse ist der schnellste Übertragungskanal vom Wetter in die Erzeugerpreise. Spinat wird in Wochen statt Monaten geerntet, frisch und praktisch ohne Lagerpuffer vermarktet und lässt sich nicht aus Beständen ersetzen, wenn ein Feld der Hitze zum Opfer fällt. Ein Monatsplus von 51,9 % spiegelt damit ausgefallene Mengen wider, nicht eine veränderte Nachfrage. Solche Ausschläge bilden sich üblicherweise zurück, sobald sich die Anbaubedingungen normalisieren und eine neue Pflanzung den Markt erreicht.
Bei Schweinefleisch liegt der Fall anders. Das Plus von 5,4 % entsteht in einem Markt, in dem hohe Temperaturen die Zunahmen in der Mast bremsen und die Kühlkosten in den Ställen erhöhen, während der sommerliche Verbrauch die Nachfrage stützt. Anders als Spinat ist Schweinefleisch tiefgekühlt lagerfähig und handelbar. Hält die Preisdifferenz im Inland an, können Verarbeiter, Caterer und Einkäufer des Einzelhandels auf importierte Gefrierteilstücke ausweichen – das begrenzt Höhe und Dauer eines heimischen Preisschubs.
Ölkosten schlagen auf Versorger und Entsorgung durch
Der zweite Treiber ist strukturell anders gelagert. Südkorea ist Nettoimporteur von Rohöl und Erdgas. Bewegungen an den internationalen Energiemärkten schlagen deshalb mit Verzögerung auf die heimischen Strom- und Gaskosten durch und von dort auf jene Indexkomponente, auf die die Bank of Korea verweist.
Für die Industrie wiegt diese Komponente schwerer als ihr Gewicht: Versorgungskosten stecken in der Kostenbasis nahezu jedes Produzenten im Land – von Lebensmittelverarbeitung und Kühlhäusern über Petrochemie und Stahl bis zu Halbleitern und Logistik. Ein Gemüsepreisschock ist sichtbar und vorübergehend; ein Anstieg der Energiekosten fällt im einzelnen Monat weniger auf, ist aber deutlich schwerer umzukehren. Für Abnehmer in der Wertschöpfungskette ist die Zusammensetzung der Augustdaten aussagekräftiger als ihr Ausmaß.
Worauf Abnehmer achten sollten
Erzeugerpreise laufen den Verbraucherpreisen voraus; die Weitergabe vom Hof- und Werkstor bis ins Regal dauert üblicherweise Wochen bis Monate. Drei Fragen entscheiden, ob der August Rauschen war oder ein Trendbeginn:
- Ob der September-Index das Augustniveau hält – das spräche dafür, dass die Energiekomponente und nicht das Wetter den Ausschlag gibt.
- Ob sich der Gemüseanstieg mit der Herbstpflanzung zurückbildet, wie es nach hitzebedingten Ernteausfällen üblich ist.
- Ob Schweinefleisch lange genug teuer bleibt, damit koreanische Verarbeiter und Caterer auf importierte Tiefkühlware umstellen.
Vorerst steht ein Plus von 0,2 % bei einem Index, der im Vormonat gefallen war. Ein Teil dieser Bewegung ist vorübergehend und heimisch, gebunden an Felder, die sich mit besserem Wetter erholen. Der andere ist importiert und hängt an Ölmärkten, die koreanische Produzenten nicht steuern – und genau dieser Teil wird zum Jahresende noch in der Kostenbasis stecken.