Spaniens Weinexportmenge fällt im ersten Halbjahr 2026 auf Zehnjahrestief
Spanien exportierte im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 1,1254 Milliarden Liter Weinbauerzeugnisse, den niedrigsten Wert der Jahre 2017 bis 2026. Der Umsatz sank weniger stark als die Menge, weil der rechnerische Durchschnittswert auf rund 1,39 € je Liter stieg.
Exporte verlieren 284,6 Millionen Liter
Spanien exportierte von Januar bis Juni 2026 Weinbauerzeugnisse im Wert von 1,5609 Milliarden € und mit einem Volumen von 1,1254 Milliarden Litern. Das zeigen Daten der spanischen Steuerbehörde, die vom Branchenverband OIVE ausgewertet wurden. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 sank der Exportwert um 10,2 %, die Menge ging um 20,2 % zurück.
Damit lieferte das Land 284,6 Millionen Liter weniger ins Ausland und nahm 176,5 Millionen € weniger ein als ein Jahr zuvor. Der deutlich stärkere Mengenrückgang prägte das Halbjahr und erhöhte zugleich den rechnerischen Durchschnittswert der ausgeführten Produkte.
Vinetur zufolge war das Volumen 2026 der niedrigste Halbjahreswert in der OIVE-Reihe von 2017 bis 2026. Es lag 85 Millionen Liter beziehungsweise rund 7 % unter dem bisherigen Tief von 1,210 Milliarden Litern aus dem Jahr 2020. Der Exportwert war der niedrigste seit 2020 und der viertniedrigste der gesamten Reihe.
Wein entwickelt sich besser als der Gesamtsektor
Die reinen Weinexporte ohne aromatisierten Wein, Traubenmost und Essig beliefen sich auf 1,3264 Milliarden € und 840 Millionen Liter. Das entsprach Rückgängen von 8,2 % beim Wert und 15,8 % bei der Menge und fiel damit weniger stark aus als bei der gesamten Produktgruppe.
Eine wesentliche Belastung war Traubenmost, dessen Exportwert in den sechs Monaten um 25 % und dessen Volumen um 36 % sank. Aromatisierter Wein verlor 7,4 % beim Wert und 10,5 % bei der Menge, Essig 5,5 % beziehungsweise 7,1 %. Aus den verfügbaren Gesamtdaten geht nicht hervor, welche einzelnen Absatzmärkte, Verpackungsformen oder Weinkategorien für die Veränderung verantwortlich waren.
Die Verschlechterung hatte bereits 2025 begonnen. Nach 1,798 Milliarden € und 1,459 Milliarden Litern im ersten Halbjahr 2024 gingen Wert und Menge ein Jahr später jeweils um 3,4 % zurück. 2026 beschleunigte sich die Korrektur, vor allem bei der physischen Liefermenge.
Höherer Literwert stützt den Umsatz
Der rechnerische durchschnittliche Exportwert erreichte im ersten Halbjahr 2026 rund 1,39 € je Liter und damit den Höchststand der Reihe. Im Jahr 2025 waren es etwa 1,23 € je Liter, was einem Anstieg von annähernd 12,6 % entspricht. Der bisherige Höchstwert von rund 1,30 € stammte aus dem Jahr 2023.
Der langfristige Vergleich zeigt, dass der Wert gegenüber der Menge an Gewicht gewonnen hat. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2021 lag der Umsatz 2026 nur um 27 Millionen € oder 1,7 % niedriger, obwohl die Liefermenge um 413 Millionen Liter oder 26,9 % zurückging. Gegenüber 2017 stieg der Exportwert um rund 78 Millionen €, während das Volumen um 246 Millionen Liter sank.
Für spanische Weingüter, Mostproduzenten und Exporteure bietet der höhere Durchschnittswert nur einen teilweisen Schutz. Der Umsatz hält sich besser als die Menge, doch der Verlust von mehr als einem Fünftel des Volumens binnen eines Jahres belastet Produktion, Lagerung und Logistik. Ohne Daten zu einzelnen Zielländern lässt sich noch nicht beurteilen, ob die Schrumpfung auf eine schwächere Nachfrage in bestimmten Ländern, einen veränderten Produktmix oder ein geringeres Angebot zurückgeht.