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Spaniens Schaf- und Ziegenfleischsektor schrumpft bei sinkenden Beständen und Konsum

Spaniens Schaf- und Ziegenbestände gingen 2025 zurück, während Schlachtungen und Inlandsverbrauch 2026 weiter sanken. Höhere Fleischpreise stützen den Umsatz, doch steigende Futterkosten und veränderte Exportmärkte belasten Erzeuger und Verarbeiter.

Spaniens Schaf- und Ziegenfleischsektor schrumpft bei sinkenden Beständen und Konsum

Spaniens Bestände sinken stärker als im EU-Durchschnitt

Spanien beendete das Jahr 2025 laut AgroCLM mit rund 12,81 Millionen Schafen, 5% weniger als im Vorjahr, und 2,21 Millionen Ziegen, einem Rückgang um 6%. Damit fiel die Abnahme stärker aus als im EU-Durchschnitt, wo die Schafbestände um 1% und die Ziegenbestände um 4% sanken. Spanien blieb dennoch das EU-Land mit dem größten Schafbestand und einem Anteil von 24%. Bei Ziegen lag es mit 22% auf Platz zwei.

Im Land gibt es rund 110.000 Schaf- und 70.000 Ziegenbetriebe. Davon sind 66% beziehungsweise 73% überwiegend auf die Fleischerzeugung ausgerichtet. Der schwindende Tierbestand wirft deshalb Fragen zur künftigen Versorgung der Schlachthöfe und zum Fortbestand extensiver Tierhaltung im ländlichen Raum auf.

Fleischerzeugung und heimische Nachfrage geben nach

Die Schaffleischerzeugung blieb 2025 mit 98.751 Tonnen weitgehend stabil, während die Ziegenfleischerzeugung um 16% auf 7.276 Tonnen sank. Bei Schafen beschleunigte sich die Anpassung 2026. Von Januar bis Juli gingen die Schlachtungen um 8% auf 3,97 Millionen Tiere zurück, die Fleischerzeugung sank um 6% auf 54.018 Tonnen. Bei Ziegen war der Rückgang der Schlachtungen auf 3% begrenzt.

Trotz der geringeren physischen Erzeugung erreichte der Produktionswert von Schaf- und Ziegenfleisch 2025 insgesamt 1,4466 Milliarden Euro, 5% mehr als im Vorjahr. Damit entfielen 5% des gesamten spanischen Tierproduktionswerts auf den Sektor. Höhere Preise stützten den Wert, trafen jedoch auf anhaltend schwachen Konsum. Spanische Haushalte kauften im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 11.256 Tonnen Schaf- und Ziegenfleisch, 13% weniger als ein Jahr zuvor. Im rollierenden Jahr sank der Verbrauch um 10%.

Die Abnahme ist kein kurzfristiger Ausschlag. Bereits 2025 ging der Konsum in Privathaushalten um 12% und außer Haus um 10% zurück. Schaf- und Ziegenfleisch machten lediglich 3,6% des außer Haus verzehrten Frischfleischs aus. Der Branchenverband Interovic verstärkt unter Beteiligung von ASAJA Werbeinitiativen wie die Kampagne „el paquito“, um die Nachfrage nach Schaffleisch anzukurbeln.

Lebendtierexporte verlagern sich weg von Marokko

Auch im Außenhandel kam es zu deutlichen Verschiebungen. Zwischen Januar und Juni 2026 exportierte Spanien kein einziges lebendes Tier nach Marokko, verglichen mit 243.000 Tieren im Vorjahreszeitraum. Algerien wurde mit 273.268 Tieren und einem Zuwachs von 10% zum wichtigsten Zielmarkt. Die Lieferungen nach Italien sanken um 41%, jene nach Frankreich um 30%.

Insgesamt gingen die Exporte lebender Schafe im Halbjahr um 37,7% auf 443.642 Tiere zurück, während die Importe um 38,1% zunahmen. Die Fleischexporte sanken mengenmäßig um 2,5%, doch der Erlös stieg dank höherer Preise um 7% auf 240 Millionen Euro. Frankreich blieb der wichtigste Abnehmer für spanisches Lammfleisch. Weniger Lebendtierexporte bei gleichzeitig steigenden Importen verändern die Beschaffungsbedingungen für Erzeuger, Viehhändler und Schlachthöfe.

Hohe Lammpreise treffen auf steigende Futterkosten

In Woche 35 des Jahres 2026 wurden Lämmer unter 7 Kilogramm mit 1.523,90 Euro je 100 Kilogramm Schlachtgewicht notiert. Die Preise der Kategorien 10–13 Kilogramm und 7–10 Kilogramm lagen 17,6% beziehungsweise 14% über dem Vorjahresniveau. Zicklein mit 7–9 Kilogramm kosteten 6,99 Euro je Kilogramm Lebendgewicht. Spanien zählte bei leichten wie schweren Lämmern weiter zu den EU-Ländern mit den höchsten Preisen.

Der Kostendruck begrenzt den Vorteil für die Erzeuger. Mastfutter für Lämmer kostete 302,76 Euro je Tonne, 14,17% mehr als ein Jahr zuvor und 12,69% mehr als zu Beginn des Jahres 2026. Hinzu kommt politische Unsicherheit. Der vorgeschlagene EU-Rahmen für 2028–2034 würde die Gemeinsame Agrarpolitik in nationale und regionale Pläne integrieren. Für einen Sektor mit sinkenden Beständen und erheblicher Abhängigkeit von gekoppelten Beihilfen wird die endgültige Ausgestaltung über die Rentabilität der Betriebe, die Versorgung der Verarbeiter und die Verfügbarkeit heimischen Fleisches mitentscheiden.

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