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Spaniens Handelsüberschuss mit Fahrzeugen sinkt wegen Asien-Importen um 41,2 %

Spaniens Handelsüberschuss mit fertigen Fahrzeugen sank im ersten Halbjahr 2026 auf 3,344 Milliarden Euro, weil die Importe wesentlich schneller zunahmen als die Exporte. Lieferungen aus China und Japan stiegen kräftig, während Produktionsumstellungen die heimische Fertigung belasteten.

Spaniens Handelsüberschuss mit Fahrzeugen sinkt wegen Asien-Importen um 41,2 %

Importe wachsen schneller als Exporte

Spaniens Handelsüberschuss mit fertigen Fahrzeugen sank im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahr um 41,2 % auf 3,344 Milliarden Euro. Das zeigen Daten der spanischen Steuerbehörde und der Zollverwaltung, die der Herstellerverband ANFAC ausgewertet hat. Ausschlaggebend war, dass der Wert der Fahrzeugimporte wesentlich schneller stieg als die Exporterlöse.

Die Fahrzeugexporte legten laut El Independiente um 1,3 % auf rund 20,503 Milliarden Euro zu. Die Importe erhöhten sich dagegen um 17,8 % auf mehr als 17,159 Milliarden Euro. Diese stark unterschiedlichen Wachstumsraten schmälerten den Beitrag des Fahrzeughandels zur spanischen Außenbilanz deutlich, obwohl der Exportwert weiter zunahm.

China und Japan gewinnen Marktanteile

Ein großer Teil des zusätzlichen Einkaufs entfiel auf asiatische Lieferanten, begünstigt insbesondere durch die Nachfrage nach Elektroautos. Chinas Fahrzeugexporte nach Spanien stiegen um 51,8 % auf 1,913 Milliarden Euro. Damit erreichte China einen Anteil von 11,1 % an den spanischen Fahrzeugimporten. Die Lieferungen aus Japan wuchsen um 37,7 % auf 1,450 Milliarden Euro und kamen auf 8,5 % Marktanteil.

Die Zahlen zeigen, wie schnell asiatische Hersteller ihre Position ausbauen, während in Spanien die Pkw-Neuzulassungen weiter steigen. Für Importeure und Händler helfen die zusätzlichen Lieferungen, die Binnennachfrage zu bedienen. Hersteller mit spanischen Werken geraten dagegen in einem Markt, der zugleich auf elektrifizierte Modelle umstellt, stärker unter Wettbewerbsdruck.

Werksumstellungen begrenzen die Produktion

Die spanische Fahrzeugproduktion ging im ersten Halbjahr um 1,7 % zurück. El Independiente führt dies hauptsächlich auf zeitweilige Stillstände und Anpassungen von Montagelinien für neue elektrifizierte Modelle zurück. Dadurch standen vorübergehend weniger Fahrzeuge aus spanischer Produktion für den Export und den heimischen Verkauf zur Verfügung. Händler und Käufer deckten die Lücke verstärkt mit Importen.

Europa blieb der wichtigste Absatzmarkt für Fahrzeuge aus spanischer Fertigung. Der Exportwert nach Deutschland stieg um 6,1 % auf 3,841 Milliarden Euro und entsprach 18,7 % des gesamten Exportwerts, obwohl die Stückzahl um 2,4 % zurückging. Die Ausfuhren nach Frankreich sanken im Wert um 3,3 % auf 3,676 Milliarden Euro und nach Stückzahl um 17 %. Die unterschiedliche Entwicklung zeigt, dass Modellmix oder Preise die Einnahmen stützten, nicht höhere Liefermengen.

SAIC plant Fertigung in Galicien

Auf den importgetriebenen Wandel könnte künftig mehr chinesisch kontrollierte Produktion in Spanien folgen. El Independiente berichtet, dass SAIC Motor 2028 in Ferrol in Galicien ein Werk mit einer Investition von 200 Millionen Euro eröffnen will. Die Regionalregierung Galiciens und die spanische Zentralregierung unterstützen das Projekt. Die staatliche Eigentümerschaft des chinesischen Konzerns und die Nähe des Standorts zu wichtigen Marineanlagen haben jedoch in Teilen der Sicherheits- und Verteidigungskreise Bedenken ausgelöst. Bei einer Umsetzung würde ein großer chinesischer Hersteller Teil der spanischen Produktionsbasis, während die Branche nach dem laufenden Modellwechsel ihre Fertigung wieder steigern will.

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