Spaniens Verkäufe gebrauchter E-Autos steigen wegen hoher Spritpreise um 45%
In Spanien wechselten im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 18.677 gebrauchte batterieelektrische Pkw den Besitzer, 45% mehr als im Vorjahr. Nach 15 Monaten Preisrückgang stiegen die durchschnittlichen Angebotspreise wieder, während Ladeinfrastruktur und Bezahlbarkeit den Markt bremsen.
Transaktionen erreichen 18.677 Fahrzeuge
Auf Spaniens Markt für gebrauchte batterieelektrische Pkw wurden in den ersten sechs Monaten 2026 insgesamt 18.677 Fahrzeuge übertragen. Das waren 45% mehr als die 12.855 Transaktionen im Vorjahreszeitraum. Die Zahlen stammen laut ABC aus dem ElectricarVO-Bericht des Verbands der Fahrzeughändler und Reparaturbetriebe GANVAM und von coches.net.
Die Beschleunigung hing eng mit den Kraftstoffkosten zusammen. Der Preis für 95-Oktan-Benzin erreichte in Spanien im März infolge der geopolitischen Instabilität im Nahen Osten ein Rekordhoch von 1,629 € je Liter. Im April stieg die Nachfrage nach gebrauchten Elektroautos im Jahresvergleich um 106,7% und damit so stark wie in keinem anderen Monat des Jahres 2026.
Das Kaufinteresse entwickelte sich regional unterschiedlich. In der Extremadura stieg die Nachfrage um 83,3%, in Asturien um 74,1% und in Aragonien um 64,5%. Nur die Balearen, Kantabrien und La Rioja meldeten Rückgänge gegenüber dem Vorjahr.
Preise beenden 15-monatigen Rückgang
Der durchschnittliche Angebotspreis eines gebrauchten Elektroautos lag Ende Juni bei 31.661 €, 6% über dem Vorjahreswert. Damit endeten 15 aufeinanderfolgende Monate mit rückläufigen Preisen im Jahresvergleich. ABC führte die Trendwende teilweise auf das wachsende Angebot junger und technisch hochwertiger Fahrzeuge aus Miet- und Unternehmensflotten zurück.
Die regionalen Unterschiede blieben erheblich. In der Extremadura lag der Durchschnittspreis bei 37.850 €, in Murcia bei 35.807 €. Am günstigsten war La Rioja mit 26.460 €. In Madrid erhöhte sich der durchschnittliche Angebotspreis um 12,35% auf 30.309 €.
Fahrzeuge im Alter von bis zu drei Jahren stellten mehr als 55% aller Verkäufe, was die Präferenz für junge Modelle zeigt. Das Tesla Model 3 führte mit 1.324 Transaktionen, einem Plus von 9,6% und einem Anteil von mehr als 7% am Markt für gebrauchte reine Elektroautos. Das Model Y folgte mit 676 Einheiten und einem Wachstum von 106,7%, gestützt durch Rückläufer aus Mietverträgen.
Vom Renault Zoe wurden 624 Fahrzeuge übertragen, vom Mercedes-Benz EQA 617. Der Dacia Spring erreichte 614 Transaktionen und verzeichnete mit 211,7% gegenüber dem Vorjahr das stärkste Wachstum der Rangliste.
Ladenetz und Bezahlbarkeit begrenzen Wachstum
Die Verbraucherbefragung des Berichts ergab, dass 98% der derzeitigen E-Auto-Besitzer erneut ein Elektrofahrzeug kaufen würden. 82% verfügten über einen Ladepunkt zu Hause. Unter potenziellen Käufern betrachteten 42% den Gebrauchtmarkt als bevorzugten Einstieg in die Elektromobilität. Umweltzonen beeinflussten die Kaufentscheidung von 58% der Befragten.
Infrastruktur und Preise bleiben jedoch wesentliche Hindernisse. 70% der Nutzer hielten das öffentliche Ladenetz in ihrer Gemeinde für unzureichend. Potenzielle Käufer planten im Durchschnitt 20.415 € ein, während das tatsächliche Marktangebot bei durchschnittlich 30.588 € lag — eine Lücke von rund 10.000 €. Zudem kannten 22% die staatlichen Förderungen für saubere Fahrzeuge nicht. GANVAM und coches.net forderten einen nationalen Plan zur Flottenerneuerung mit direkten Anreizen für bis zu fünf Jahre alte Gebrauchtwagen.