Spaniens Fahrzeugexporte brechen im August um 15,3 % ein, Lieferungen nach Großbritannien minus 64,2 %
Die Fahrzeugexporte aus Spanien sanken im August um 15,3 % auf 57.878 Einheiten, die Lieferungen nach Großbritannien brachen um 64,2 % ein – das zeigen Anfac-Daten, über die ABC berichtet. In den ersten acht Monaten gingen die Ausfuhren um 2,8 % auf 1.235.865 Einheiten und die Produktion um 1,8 % auf 1.452.791 Fahrzeuge zurück. Anfac erwartet für das Gesamtjahr weiterhin rund 2,25 Millionen Fahrzeuge.
Die Exporte von in Spanien gefertigten Fahrzeugen sind im August um 15,3 % gegenüber dem Vorjahr auf 57.878 Einheiten gefallen. Damit drückt der Sommer die Bilanz der nationalen Automobilindustrie seit Jahresbeginn ins Minus – das geht aus Daten des spanischen Verbands der Automobil- und Lkw-Hersteller (Anfac) hervor, über die ABC berichtet.
In den ersten acht Monaten 2026 wurden insgesamt 1.235.865 Fahrzeuge ausgeführt, 2,8 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Produktion folgte dem Trend: Zwischen Januar und August liefen in Spanien 1.452.791 Fahrzeuge vom Band, 1,8 % weniger als ein Jahr zuvor.
Juli-Erholung im August ausgelöscht
Der Juli deutete noch auf eine Stabilisierung hin. Die spanischen Werke bauten in diesem Monat 193.806 Fahrzeuge, ein Plus von 3,3 % gegenüber dem Vorjahr, und exportierten 162.958 Einheiten, ein Zuwachs von 3,2 %. Im August kehrte sich der Trend um: Die Produktion sank auf 59.443 Einheiten (minus 15,5 %), die Ausfuhren auf 57.878 Einheiten (minus 15,3 %).
Treiber des Einbruchs waren die Pkw. Ihre Fertigung fiel im August um 26,9 % auf 46.295 Einheiten, nach 144.677 Einheiten und einem Plus von 1,9 % im Juli. Nutz- und Industriefahrzeuge entwickelten sich gegenläufig: plus 7,6 % im Juli auf 49.129 Einheiten und plus 88 % im August auf 13.148 Einheiten.
Einbruch in Großbritannien, anhaltender Rückgang in der Türkei
Europa bleibt der dominierende Absatzmarkt für Fahrzeuge aus spanischer Fertigung: 90,8 % der Lieferungen im Juli und 89 % im August. Der Anteil gab allerdings um 0,3 beziehungsweise 1,2 Prozentpunkte gegenüber den Vorjahresmonaten nach, weil die Nachfrage mehrerer europäischer Partner schwächelte.
Deutschland und Frankreich blieben in beiden Monaten die größten Abnehmer. Der Schaden im August entstand in den nachgelagerten Märkten. Die Lieferungen nach Großbritannien brachen um 64,2 % ein, nachdem das Land im Juli noch auf Platz drei der europäischen Zielmärkte gelegen hatte. Die Türkei setzte ihren Abwärtstrend fort, mit minus 28,6 % im Juli und minus 39,9 % im August, Belgien verlor im August 30,7 %. Lichtblicke gab es im Juli: Die Ausfuhren nach Italien stiegen um 59,7 %, die in die Niederlande um 35,9 %.
Elektrifizierter Anteil wächst auf schmaler Basis
Neue Modellvergaben haben die elektrifizierte Fertigung angeschoben. Die Produktion von batterieelektrischen Fahrzeugen und Plug-in-Hybriden stieg seit Jahresbeginn bis August um 6,6 % auf 154.797 Einheiten oder 10,7 % der Gesamtproduktion – 0,8 Prozentpunkte mehr als im Vorjahreszeitraum.
Die Sommermonate fielen noch stärker aus. Im Juli legte die elektrifizierte Produktion um 46 % auf 30.067 Einheiten zu, das entsprach 15,5 % der Monatsproduktion und lag 4,5 Punkte über Juli 2025. Im August wurden 11.586 Einheiten erreicht, ein Plus von 71,1 %, womit der Anteil auf 19,5 % stieg: Jedes fünfte in Spanien gebaute Fahrzeug war in diesem Monat elektrifiziert. Anfac weist darauf hin, dass das geringe Gesamtvolumen im August diesen Anteil konjunkturell aufbläht, und erwartet für die kommenden Monate eine Normalisierung.
Rechnet man die übrigen alternativen Technologien hinzu – nicht ladbare Hybride, Autogas und Erdgas –, kamen alternativ angetriebene Fahrzeuge in den acht Monaten auf 643.130 Einheiten (plus 14,5 %) und damit auf 44,3 % der Gesamtproduktion.
Anfac fordert Nachfrage- und Produktionspolitik
Anfac betont, die Entwicklung liege im Rahmen der Erwartungen der Hersteller, und hält an der Prognose von rund 2,25 Millionen Fahrzeugen für das Gesamtjahr fest – ein Rückgang von etwa 1 % gegenüber 2025.
José López-Tafall, Generaldirektor von Anfac, erklärte, die Branche sei „weit davon entfernt, die wünschenswerten Produktionsniveaus und die Werte von 2019 oder zumindest die von 2023 zurückzugewinnen“. Er appellierte an die öffentlichen Stellen, die Hersteller nicht allein zu lassen: „Es ist wichtig, dass Nachfragepolitik und Produktionsförderung die Anstrengungen der europäischen Hersteller begleiten, um sowohl den konkreten Dekarbonisierungsprozess zu festigen als auch die Wettbewerbsfähigkeit unserer Fabriken und der Zulieferer zu erhalten.“ Er drängte auf eine Fortführung der Kaufanreize und der industriepolitischen Linien des Plan Auto+.
López-Tafall forderte zudem eine Überarbeitung der europäischen Vorschriften im Einklang mit den Schlussfolgerungen des jüngsten Draghi-Berichts. Die Anstrengungen der Branche könnten „nutzlos sein, wenn die Europäische Union – mit aktivem Antrieb und einer Führungsrolle Spaniens – nicht parallel ihre Emissionsvorschriften, die regulatorische Vereinfachung und die Förderung der europäischen Produktion kohärent und mutig anpasst und die begangenen Fehler überprüft und korrigiert“.