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Spaniens Agrar- und Fischereiimporte aus Marokko erreichen 2,456 Milliarden Euro

Spanien importierte 2025 Agrar- und Fischereierzeugnisse im Wert von 2,456 Milliarden Euro aus Marokko, vor allem Gemüse und Weichtiere. Vor neuen Verhandlungen über Landwirtschaft, Fischerei und die Westsahara verlangen spanische Erzeuger gleichwertige Produktionsstandards.

Spaniens Agrar- und Fischereiimporte aus Marokko erreichen 2,456 Milliarden Euro

Marokkanische Lieferungen gewinnen Marktanteile

Spanien importierte 2025 Agrar- und Fischereierzeugnisse im Wert von 2,456 Milliarden Euro aus Marokko, berichtet El Español. Das Wachstum erhöht den Druck auf spanische Landwirte und Fischereibetriebe. Sie sehen in niedrigeren Arbeitskosten sowie weniger strengen Umwelt- und Sozialauflagen einen Preisvorteil für marokkanische Anbieter.

Besonders deutlich ist die Entwicklung bei Tomaten. Von den mehr als 65.000 Tonnen, die Spanien in den ersten fünf Monaten des Jahres importierte, kamen 42.000 Tonnen aus Marokko. Zwischen September 2025 und Mai 2026 erreichten die spanischen Einfuhren von frischem marokkanischem Obst und Gemüse 205.777 Tonnen, 6,4% mehr als in der Vorsaison. Die Einfuhr von Paprika stieg um 18,8% auf 102.951 Tonnen, die von Tomaten um 2,2% auf 77.614 Tonnen.

Marokko hat seine Tomatenfläche in den vergangenen Jahren um 5.000 Hektar auf 12.090 Hektar erweitert, schätzt der Branchenverband Cohexpal aus Almería. In Almería sind noch rund 8.000 Hektar übrig, nachdem Spanien binnen fünf Jahren 4.000 Hektar verloren hat. An jedem Hektar hängen sechs Arbeitsplätze, wodurch der Flächenrückgang unmittelbar die Beschäftigung in der Provinz trifft.

Erzeuger verlangen gleiche Regeln

Andrés Góngora, Generalsekretär des Bauernverbands COAG und Tomatenerzeuger in Almería, sagte El Español, dass Arbeit, die in Marokko 1 Euro koste, in Almería 10 Euro koste. Spanische Landwirte halten Preiswettbewerb angesichts dieses Unterschieds und der strengeren EU-Vorgaben für kaum möglich. Sie fordern Spiegelklauseln, die Importe Produktionsbedingungen unterwerfen, die mit den Auflagen für EU-Betriebe vergleichbar sind.

Der Wettbewerb betrifft nicht nur Tomaten. Spanien kauft in Marokko auch Erdbeeren, Gurken, Zucchini, Auberginen und grüne Bohnen. Die Produktionszyklen auf beiden Seiten der Straße von Gibraltar überschneiden sich häufig. Der Beerenimport überstieg im vergangenen Jahr 500 Millionen Euro und belastete Huelva, Europas führende Erdbeerregion. Erzeugerverbände kritisieren zudem, dass von Spanien und der EU unterstützte Entsalzungsprojekte neue marokkanische Anbauflächen bewässern, während spanische ländliche Regionen weiter Wasserinfrastruktur fordern.

Fischerei und Westsahara prägen die Verhandlungen

Weichtiere gehörten 2025 mit einem Wert von 622 Millionen Euro zu Spaniens wichtigsten Importen aus Marokko, wie aus dem von El Español zitierten Außenhandelsbericht 2025 hervorgeht. Marokko zählt zu den 25 führenden Fischereinationen und ist Spaniens größter Lieferant. Spanien hat dagegen innerhalb eines Jahrzehnts 25% seiner Fischereikapazität verloren; seine Flotte arbeitet derzeit nicht in marokkanischen Gewässern.

Der Gerichtshof der Europäischen Union erklärte die Agrar- und Fischereiabkommen zwischen der EU und Marokko im Oktober 2024 für nichtig, weil sie ohne Zustimmung des Volkes der Westsahara geschlossen worden waren. Die EU betrachtet die Westsahara als ein von Marokko getrenntes Gebiet und verlangt Zustimmung zu Handelsabkommen, die das Territorium betreffen. Marokko will, dass dortige Agrarproduktion und die Gewässer vor der Küste in künftigen Vereinbarungen anerkannt werden.

Die EU und Marokko wollen voraussichtlich im Herbst neue Abkommen aushandeln. Spanische Agrargenossenschaften, Fischereiorganisationen und der Verband Cepesca erwarten nicht, dass die aktuellen Spannungen um Ceuta das Importvolumen oder die Gespräche bestimmen. Das Ergebnis betrifft dennoch unmittelbar spanische Erzeuger, marokkanische Lieferanten und EU-Unternehmen, besonders spanische und französische Firmen, die mit lokalem Kapital in Marokkos Landwirtschaft und Fischerei tätig sind.

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