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SOMDIA plant 153 Millionen Euro für Zucker und Mais in Côte d’Ivoire

Der französische Agrarkonzern SOMDIA will über SUCAF-CI binnen fünf Jahren fast 153 Millionen Euro in Côte d’Ivoire investieren. Das Programm umfasst mehr Zuckerproduktion, eine neue Alkoholdestillerie mit 12 Millionen Litern Jahreskapazität und die Wiederaufnahme eines Projekts zur industriellen Maisverarbeitung.

SOMDIA plant 153 Millionen Euro für Zucker und Mais in Côte d’Ivoire

Fünfjahresprogramm soll Zuckerproduktion ausbauen

Der französische Agrarindustriekonzern SOMDIA bereitet über seine Tochtergesellschaft Sucrerie Africaine de Côte d’Ivoire, kurz SUCAF-CI, einen neuen Investitionszyklus in Côte d’Ivoire vor. Nach Angaben von La Tribune sollen im Rahmen einer neuen Vereinbarung mit der ivorischen Regierung binnen fünf Jahren fast 153 Millionen Euro beziehungsweise 100 Milliarden CFA-Franc investiert werden. Die Vereinbarung wurde am 10. Juli angekündigt.

Das Programm soll die führende Position von SUCAF-CI auf dem ivorischen Zuckermarkt festigen. Das Unternehmen produziert jährlich mehr als 120.000 Tonnen Zucker und betreibt zwei Zuckerkomplexe in Ferkessédougou im Norden des Landes. Der Absatz erfolgt unter der Marke Princesse Tatie.

La Tribune zufolge sollen die neuen Ausgaben die Zuckerproduktion erhöhen und die Stellung des Unternehmens bei Folgeprodukten wie Alkohol stärken. SOMDIA verbindet damit den Kapazitätsausbau im etablierten Kerngeschäft von SUCAF-CI mit einer stärkeren Nutzung von Reststoffen aus der Zuckerverarbeitung.

Neue Destillerie schafft Absatz für Melasse

SUCAF-CI nahm im Mai am Standort Ferké 2 in der Region Hambol eine Zuckerrohrdestillerie in Betrieb. Die Anlage erforderte Investitionen von mehr als 27 Millionen Euro beziehungsweise 18 Milliarden CFA-Franc und ist laut La Tribune die erste ihrer Art in Côte d’Ivoire.

Die Destillerie kann jährlich 12 Millionen Liter extra-neutralen Alkohol produzieren. Sie verarbeitet Melasse, ein Nebenprodukt der Zuckerrohrverarbeitung, zu Alkohol für lokale Industriekunden. Die Anlage soll 50 % des derzeitigen landesweiten Bedarfs decken. Damit könnte sie die Abhängigkeit von extern bezogenem Industriealkohol verringern und zugleich die Wertschöpfung je verarbeiteter Tonne Zuckerrohr erhöhen.

Für SUCAF-CI schafft die Destillerie neben dem Zuckergeschäft eine zweite Erlösquelle. Lokale Hersteller erhalten eine näher gelegene Bezugsquelle für extra-neutralen Alkohol. La Tribune nennt allerdings weder einen Zeitplan für die Auslastung noch Kundenverträge oder erwartete Preise.

Mais kehrt auf die Diversifizierungsagenda zurück

Der Fünfjahresplan sieht zudem ein bedeutendes Vorhaben im Maissektor vor, dessen technische Einzelheiten noch nicht feststehen. Bereits 2019 erwog SUCAF-CI die Gründung der Compagnie fermière ivoirienne für eine industrielle Maisproduktion. Im Rahmen des Programms Cap 2027 kündigte SOMDIA 2024 außerdem eine Maisverarbeitungsanlage in Côte d’Ivoire mit einer geplanten Jahreskapazität von 15.000 Tonnen an. Damaligen Berichten zufolge verzögerte sich das Projekt unter anderem wegen der Covid-19-Pandemie.

Die neue Vereinbarung macht Mais erneut zu einer zentralen Diversifizierungspriorität des Konzerns. Côte d’Ivoire importiert im Durchschnitt 200.000 Tonnen Mais pro Jahr. Das Volumen ist vergleichsweise begrenzt, doch die Nachfrage für menschliche Ernährung und Tierfutter steigt und erhöht den Druck auf Produktion, Erfassung, Verarbeitung und industrielle Lieferketten.

SOMDIA verfügt bereits über einschlägige Betriebserfahrung in Kamerun. Über die Compagnie Fermière Camerounaise betreibt der Konzern eine 2021 eröffnete Anlage, die Mais zu Grieß für Brauereien, Speisemehl und Tierfutterprodukten verarbeitet. Ein ähnliches Modell könnte ivorische Erzeuger mit mehreren Industriemärkten verbinden. Umfang, Zeitplan und Finanzierung des Projekts in Côte d’Ivoire müssen jedoch noch konkretisiert werden.

Die Investition fällt in eine Phase, in der die Agrarindustrie Côte d’Ivoires neben Nigeria, Ghana und Senegal zu den dynamischsten in Westafrika zählt. Für Erzeuger und Verarbeiter hängt die konkrete Wirkung davon ab, welcher Anteil der 153 Millionen Euro in landwirtschaftliche Produktion, Fabrikkapazitäten und Beschaffungsnetze fließt und ob das Maisprojekt von der Planung in die Bauphase übergeht.

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