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Serbiens große Weizenernte trifft auf schwächere Exporte und Transportengpässe

Serbien hat zwischen 3,8 Millionen und 3,966 Millionen Tonnen Weizen erzeugt; vorläufige amtliche Daten zeigen ein Plus von 7,7%. Die Ausfuhren sanken von rund 120.000 Tonnen im Juli auf 90.000 Tonnen im August.

Serbiens große Weizenernte trifft auf schwächere Exporte und Transportengpässe

Ernte übersteigt den Inlandsbedarf

Serbien hat eine der größten Weizenernten der vergangenen Jahre eingebracht, doch Transportprobleme bremsen den Abfluss der Überschüsse in die Exportmärkte. Nach vorläufigen Daten des serbischen Statistikamtes, über die B92 berichtete, lag die Produktion zum 5. September bei 3,966 Millionen Tonnen. Das waren 7,7% mehr als im Vorjahr und 31,8% mehr als im Durchschnitt der Jahre 2016-2025.

UNA nennt mit rund 3,8 Millionen Tonnen eine etwas niedrigere Schätzung für die Saison. Grundlage ist ein landesweiter Durchschnittsertrag von etwa sechs Tonnen je Hektar. Diese Menge reicht laut der Publikation aus, um den Inlandsbedarf zu decken und Weizen für den Export bereitzustellen. Die Abweichung beruht auf den von den Quellen verwendeten Schätzungen; endgültige amtliche Daten zur Erzeugung von Feldfrüchten, Obst und Trauben im Jahr 2026 sollen im März 2027 erscheinen.

Monatliche Ausfuhren verlieren an Tempo

Nach Beginn des landwirtschaftlichen Vermarktungsjahres schwächte sich das Exportgeschäft ab. Serbien führte im Juli rund 120.000 Tonnen Weizen aus, im August waren es laut UNA nur noch etwa 90.000 Tonnen. Zdravko Šajatović, Direktor von Žitounija, sagte gegenüber Dnevnik, für Serbien wäre über das Vermarktungsjahr hinweg ein Export von rund 100.000 Tonnen pro Monat wünschenswert.

Italien bleibt der wichtigste Käufer von serbischem Weizen, doch auch die Lieferungen dorthin gingen zurück. Im Juli wurden etwa 50.000 Tonnen nach Italien ausgeführt, im August nur 40.000 Tonnen. Für Erzeuger, Lagerhalter und Händler ist das relevant: Die große Ernte erhöht die zu vermarktende Menge, während die Inlandspreise dem internationalen Wettbewerb und den Logistikkosten ausgesetzt bleiben.

Fluss- und Bahnprobleme verteuern den Transport

Wegen des niedrigen Wasserstands der Donau können Lastkähne ihre Kapazität nicht vollständig nutzen. Šajatović zufolge müssen die Ladungen nahezu halbiert werden. Gleichzeitig machen Bauarbeiten an Bahnstrecken in Kroatien und Slowenien den Transport nach Italien langsamer und teurer. Serbischer Weizen wird deshalb per Lastwagen nach Italien gebracht, was die Kosten weiter erhöht und seine Wettbewerbsfähigkeit schwächt.

Auch das große regionale Angebot begrenzt Serbiens Möglichkeiten im Ausland. Nach Angaben von Šajatović sind die Silos in Rumänien und Bulgarien voll. Durch die Nähe zum Hafen Constanța erreichen Exporteure aus beiden Ländern ausländische Käufer leichter. Kriegsbedingte Risiken rund um Russland und die Ukraine belasten weiterhin Häfen, Schifffahrt und Versicherungsaufwendungen. Das USDA bezifferte die weltweite Weizenproduktion in seinem Septemberbericht auf rund 822 Millionen Tonnen.

Preise geben kein klares Wintersignal

An der Warenbörse in Novi Sad wurde Weizen zu rund 22,5 Dinar je Kilogramm gehandelt. UNA nannte zudem einen Preis für Weizenfutures in Chicago von etwa 268 $ je Tonne und einen Pariser Preis von rund 244 € je Tonne. Ob Weizen im Winter 2026/2027 teurer wird, lässt sich nach Einschätzung von Šajatović nur schwer vorhersagen.

Für serbische Exporteure ist damit nicht die Verfügbarkeit des Getreides das Hauptproblem, sondern ein verlässlicher und bezahlbarer Marktzugang. Ein höherer Wasserstand der Donau und niedrigere Transportkosten würden gleichmäßigere Ausfuhren ermöglichen. Bis dahin müssen Händler einen großen Überschuss bei starkem regionalem Angebot, unsicherer globaler Nachfrage und begrenzter Transportkapazität vermarkten.

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