Saudi-Arabien verschiebt Saudi GAP für Thailands Geflügelbranche bis März 2027
Thailändische Geflügelbetriebe im laufenden Saudi-GAP-Zertifizierungsverfahren dürfen unter festgelegten Bedingungen weiter exportieren. Die Vorgaben für Farmen, Schlachthöfe und Verarbeitungsbetriebe greifen nun am 17. März 2027.
Saudi-Arabien verlängert die Übergangsfrist
Saudi-Arabien hat die Anwendung seiner Saudi Good Agricultural Practices, kurz Saudi GAP, auf thailändische Geflügelfarmen, Schlachthöfe und Verarbeitungsbetriebe bis zum 17. März 2027 verschoben. Farmen, deren Zertifizierung noch läuft, dürfen unter festgelegten Bedingungen weiter exportieren. Damit sinkt das unmittelbare Risiko einer Unterbrechung der Lieferungen.
Thailands Minister für Landwirtschaft und Genossenschaften, Suriya Juangroongruangkit, erklärte, die saudische Regierung habe den Vorschlag der thailändischen Seite angenommen. Nach Angaben von Daily News können berechtigte Exporteure während der Prüfung und Zertifizierung ihrer Farmen weiterhin Einfuhrgenehmigungen nutzen, die vor Inkrafttreten der neuen Regelung ausgestellt wurden.
Zusätzliche Zertifizierung vorgeschrieben
Saudi GAP führt eine zusätzliche Prüfung und Zertifizierung für Geflügelfarmen ein, die den saudischen Markt beliefern. Die Verschiebung gilt auch für Geflügelschlachthöfe und Verarbeitungsanlagen. Unternehmen entlang der gesamten Produktionskette erhalten somit ein weiteres Jahr für die erforderlichen Verfahren.
Die Übergangsregelung folgte auf Verhandlungen unter Führung des thailändischen National Bureau of Agricultural Commodity and Food Standards und des Department of Livestock Development. Thailand brachte das Thema in bilateralen Gesprächen, über diplomatische Kanäle und in Gremien der Welthandelsorganisation zu gesundheitspolizeilichen und pflanzenschutzrechtlichen Maßnahmen sowie technischen Handelshemmnissen vor. Daraus gingen Übergangsbedingungen und ein späterer Vollzugstermin hervor.
Großer Markt, geringe Präsenz Thailands
Saudi-Arabien importiert im Durchschnitt mehr als 570.000 Tonnen Geflügelfleisch pro Jahr und ist damit ein bedeutender Absatzmarkt für internationale Lieferanten. Thailand exportierte 2025 rund 100 Tonnen Hühnerfleisch im Wert von etwa 8 Millionen Baht in das Königreich, wie Daily News berichtet. Der thailändische Anteil an der saudischen Nachfrage ist somit noch klein, doch der fortbestehende Marktzugang eröffnet den Produzenten Entwicklungsmöglichkeiten.
Die Verlängerung schützt laufende Lieferungen, garantiert aber kein schnelles Absatzwachstum. Thailändische Exporteure müssen die Saudi-GAP-Zertifizierung weiterhin abschließen und die Bedingungen der Übergangsregelung erfüllen. Farmen, Schlachthöfe und Verarbeiter müssen die zusätzliche Zeit nutzen, um Unterlagen vorzubereiten, Prüfungen zu bestehen und ihre Abläufe an die saudischen Vorgaben anzupassen.
Zugang zu den Golfmärkten
Die thailändischen Behörden betrachten Saudi-Arabien sowohl als eigenen Absatzmarkt als auch als Zugang zum weiteren Nahen Osten einschließlich der Mitgliedstaaten des Golfkooperationsrates. Nach Angaben des thailändischen Landwirtschaftsministeriums wächst dort die Nachfrage nach importierten Lebensmitteln und Agrarprodukten. Damit steigt der wirtschaftliche Wert eines gesicherten regulatorischen Zugangs.
Die Verschiebung beseitigt vorerst einen Zertifizierungsengpass. Das bisherige Exportvolumen zeigt jedoch, dass die Markterschließung noch am Anfang steht. Für thailändische Geflügelunternehmen liegt der unmittelbare Vorteil in der Kontinuität bestehender Geschäftsbeziehungen während des Zertifizierungsprozesses. Der langfristige Nutzen hängt davon ab, ob die Lieferanten das zusätzliche Jahr bis März 2027 in zugelassene Kapazitäten, stabilere Vertriebswege und größere Aufträge umsetzen.